Freitag, 06. März 2015, 17:40 Uhr

Überflieger Lance Butters kommt mit Albumdebüt und Doppel-Video

Der deutsche Rapper Lance Butters repräsentiert keine Stadt, keine Crew, keine Generation – sondern nur sich selbst. Sein Debüt ‘Blaow’ ist kein verkünsteltes Konzeptalbum, keine bemühte Neuerfindung des Rades, kein weinerlicher Seelenstriptease.

‘Blaow’ ist vielmehr ein beinhartes Rap-Album im besten Sinne: eine Ode an die eigene Arroganz, ein Festival der ignoranten Ansagen, eine Schelle an alle, die der Meinung sind, sie hätten was zu melden. Und Lance Butters klingt dabei unfassbar dope. Jeder Track ein Brett, macht Lance hier harte, ungekünstelte Rapmusik darüber, wie cool Lance Butters und wie uncool die anderen sind. Rapmusik, die man hört, um sich cool zu fühlen. “Blaow’ steht für meine Sicht der Dinge, für meinen Kosmos, für meine Welt – die nichts mit der Szene zu tun hat«, so Lance – und setzt mit dieser Herangehensweise einen neuen Deutschrap-Standard in Sachen Dopeness. Heute feiert das Doppel-Video zu ‘Deal With It’ und ‘RAW’ Premiere.

Lance Butters – Markenzeichen: eine sein Gesicht verdeckende Maske – geht keine Kompromisse ein. Er macht sein Ding. Und sein Ding ist: Rap über Girls, Kush und Cash. Dass Lance Butters sich so eine Haltung leisten kann, ist dabei unbestritten: Seit der Rapper mit der Maske 2010 zum ersten Mal ins Rampenlicht trat, sammelte er Fans in rasantem Tempo – zu unwiderstehlich sind seine markanten, zurückgelehnt-überheblichen Flows und arroganten Ansagen, die seine EPs “cookin sum” (zusammen mit Rap-Kollege Coru), »selfish« und zuletzt “futureshit” zu den Untergrund-Highlights der jeweiligen Spielzeit machten.

Obendrein bewies Lance Butters von Anfang an einen äußerst gediegenen Beat-Geschmack: Es gibt keinen einzigen Lance-Part, der nicht auf eine veritable Bombe von Instrumental platziert wurde.

Das Album führt diesen Ansatz konsequent weiter: Komplett produziert von Beat-Genie Bennett On und gemischt von Ahzumjot, ist Lance Butters’ Debüt ein einziges Brett. Finstere Bässe, brachiale Drums und gefährlich-bekiffte Synthies machen aus ‘Blaow’ eine Kopfnicker-Angelegenheit erster Güte und setzen einen neuen Deutschrap-Standard in Sachen Kohärenz und Dopeness.

Fotos: Futureshit Jesper Ipsen