Samstag, 07. März 2015, 17:36 Uhr

"Queen of Entertainment": Überall Applaus für Barbara Schöneberger

Barbara Schöneberger bekommt nach dem Eklat beim Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) viel Applaus. Mit ihrer Moderation habe sie die ARD-Liveshow “trotz erheblicher Turbulenzen souverän über die Runden” gebracht, urteilte am Samstag die ‘Süddeutsche Zeitung’.

Die ‘Bild’-Zeitung meinte, Schöneberger habe “geistesgegenwärtig eine ganze TV-Show gerettet”. In einem ‘Focus Online’-Beitrag lobte Grand-Prix-Urgestein Ralph Siegel die 41-Jährige als “Queen of Entertainment”.

Schöneberger hatte in der Sendung ‘Unser Song für Österreich’ (USFÖ) am Donnerstagabend kurzerhand die zweitplatzierte Sängerin Ann Sophie (24) zur deutschen ESC-Hoffnung ernannt. Zuvor hatte der Sänger Andreas Kümmert (28) die Publikumswahl zwar gewonnen, aber nicht angenommen. Ann Sophie soll nun am 23. Mai für Deutschland das Lied ‘Black Smoke’ beim ESC in Wien singen.

Schöneberger selbst war am Freitagabend wieder im Fernsehen zu sehen. In der ‘NDR Talk Show’ zeigte sie sich noch “erschöpft”, wie sie selbst sagte, nachdem der Abend zuvor “ein bisschen anders” als geplant verlaufen sei.

Mehr zu ESC-Eklat im Video: Wieso hat Sieger Andreas Kümmert überhaupt mitgemacht?

Der Norddeutsche Rundfunk, der beim Song Contest in Deutschland die Federführung hat, stellte sich bereits am Freitag hinter Schöneberger: Sie habe bei der USFÖ-Moderation Entscheidungsfreiheit gehabt und “in der Situation das einzig Richtige getan”. Als Ann Sophie zögernd fragte “Fahre ich jetzt nach Wien?” bestimmte Schöneberger kurzerhand: “Ja, du fährst jetzt nach Wien!”

Die Nominierung von Ann Sophie als Deutschlands ESC-Kandidatin schlägt dennoch weiter Wellen. Ralph Siegel (69) kritisierte das Wahlverfahren in der ARD. Er frage sich, “warum man dieses unerträgliche ‘Voting’ nicht wieder in eine normale Publikumsabstimmung zurückführt”, schrieb der Musikproduzent in dem am Samstag veröffentlichten ‘Focus Online’-Gastbeitrag.

Bei USFÖ hatte es drei Abstimmungsrunden gegeben. Erst traten alle acht Sänger beziehungsweise Bands auf. Dann präsentierten die vier Kandidaten mit dem meisten Zuschauerzuspruch je ein zweites Lied. Schließlich traten die beiden Besten noch mal an.

“Vier durften ihren zweiten Song dann gar nicht präsentieren!”, empörte sich Siegel, der nach eigenen Worten gern selbst dabei gewesen wäre. Aber auch Siegel schaut jetzt nach vorn: “Ich wünsche Ann Sophie viel Glück in Wien, denn als Lückenbüßer soll und muss sie sich nicht fühlen und alle halten ihr sicher die Daumen.” Ähnlich hatten sich schon andere ESC-Experten geäußert, etwa Jan Feddersen (Autor des ESC-Buchs ‘Wunder gibt es immer wieder’) oder Peter Urban (langjähriger ESC-Kommentator). (dpa)

Fotos: NDR/Willi Weber