Montag, 09. März 2015, 22:58 Uhr

"BLOCK B – Unter Arrest": Diese Woche startet der neue TV-Frauenknast

“BLOCK B – Unter Arrest” ist die neue Knast-Serie bei RTL, die ab 12. März startet. Die neue Serie erzählt ist die Geschichte von Bea Kröger (Gisa Zach), die des versuchten Totschlags an ihrem Mann angeklagt ist. Schon während der U-Haft in der JVA Tempelhof muss sie sich notgedrungen ihren Platz in der Rangordnung unter den Häftlingen erkämpfen.

Als Neuzugang erlebt Bea – und mit ihr das Publikum – die Härten des Gefängnisalltags und erfährt am eigenen Leib, dass dort andere Regeln gelten als in der Welt draußen. Schneller als ihr lieb ist, muss Bea erkennen, dass der einzige Mensch, dem sie während der Haft trauen kann, allein sie selbst ist.

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In jeder Folge begegnen wir einer anderen Figur, deren Lebensweg oder Grund für die Inhaftierung in eindringlichen Rückblenden schonungslos offengelegt wird. Unter den Insassinnen sind da die eiskalte, alternde Matriarchin von Block B, Rita Plattner (Katrin Sass), die Insassenvertreterin Gabi Reimers (Nina Hoger), die junge berlinernde Italienerin Janina Romano (Ulrike Röseberg), die ihr eigenes Kind auf dem Gewissen hat und sich daher im Knast liebevoll um Ziehtochter Kaya kümmert, und die charmante und sexy Lesbe Chris Wuttke (Claudia Gaebel), die ebenfalls die Herrschaftsrolle über die Mithäftlinge von Block B für sich beansprucht.

RTL sprach mit Hauptdarstellerin Katrin Sass (58). Hier Auszüge aus dem Interview mit der Schauspielerin, die berühmt wurde durch große Filme in der DDR, sowie spätere Kino- und TV-Erfolge wie ‘Good Bye, Lenin!’, ‘Polizeiruf 110’ und die Serie ‘Weissensee’.

“Block B – Unter Arrest” ist eine Adaption der australischen Hit-Serie “Wentworth”. War es für Sie einfacher oder schwieriger, eine Rolle zu spielen, für die es schon ein Vorbild gab?
Ich hab’s mir nicht angeguckt. Ich wollte das damals kurz nach Beginn der Dreharbeiten machen. Dann ist mir die DVD beim Umzug verloren gegangen und ich dachte mir, das hat alles seinen Grund. Und dann schickte die Produktion mir eine neue DVD. Ich habe mehrere Ansätze unternommen, mir die anzugucken, aber immer wieder hat mein Bauch mir gesagt, “Guck nicht rein, guck nicht rein, guck nicht rein!” Auch mein Regisseur hat mir abgeraten – also hab ich es nicht gesehen.

Was reizt Sie besonders an der Rolle?
Als ich das Angebot bekam, habe ich meiner Agentur erst mal gesagt, “das brauchst du mir gar nicht schicken. RTL, zehn Teile, im Knast – wenn jetzt ‘Hinter Gittern’ auf mich zukommt, dann lassen wir das sein”. Das hätte ich nicht gemacht, obwohl ‘Hinter Gittern’ keine schlechte Serie war und eine gewaltige Einschaltquote hatte. Denn ich interessiere mich nicht für Einschaltquoten. Ich interessiere mich mehr für Inhalte und für das, was wirklich diesen Beruf ausmacht. Leider ist es heute selten genug, das man Angebote bekommt, die wirklich mit diesem Beruf zu tun haben.

Was hat Sie zum Umdenken bewegt?
Diese Brutalität, diese Direktheit, diese Schnelligkeit, dieses Undeutsche, das die Serie hat. Ich lese viele Drehbücher und sage dann, die Rolle musst du jetzt machen, du brauchst das Geld. Das gibt es. Hier habe ich gesagt: Dir ist schon ganz schön mulmig, hier möchtest du dabei sein.” Das bin ich jetzt und ich bin ich gespannt, wenn es dann auch so wird, wäre es grandios.

Diesen Freiheitsentzug aus der DDR, nimmt man den ein Stück weit in die Dreharbeiten mit?
Das ist ja etwas anderes hier. Unser Set ist ja viel kleiner als die DDR, du bist in einer kleinen Zelle eingesperrt. In der DDR habe ich das nicht so gemerkt, mir hat ja nichts gefehlt. Ich bin so groß geworden und die Mauer gehörte zu unserem Leben, so wie sie in Westberlin zum Leben gehörte. Die West-Mauer konnte man besprühen und im Osten konnte man nicht auf zehn Meter ran, da wurde schon in die Luft geschossen. Trotzdem hat man sich dann irgendwie eingerichtet. Meiner Schwester hat nichts gefehlt. Die hat gesagt: “Och, alles andere habe ich im Fernsehen gesehen und Bananen brauche ich nicht unbedingt.” Ich hatte ein anderes Gefühl von Freiheit und irgendwann habe ich es in diesem Land nicht mehr ausgehalten.

“BLOCK B – Unter Arrest” bringt möglicherweise eine neue Farbe in die TV-Gefängnisse und zu RTL und sticht mit ihrer hohen Emotionalität, Dramatik und einem einzigartigen Look deutlich aus der deutschen Serien-Landschaft heraus. “BLOCK B – Unter Arrest” liefert die Radikalität, nach der das deutsche Feuilleton unter Bezugnahme auf amerikanische Serien-Produktionen gerne ruft. Mit hochkarätigen Schauspielern wie eben Katrin Sass, die teilweise noch nie für RTL gearbeitet haben. Intensiv und ohne Kompromisse.

 

Foto: RTL/ Claudius Pflug