Mittwoch, 11. März 2015, 17:12 Uhr

"BLOCK B – Unter Arrest": Alles über Hauptdarstellerin Gisa Zach

Schonungslos, radikal, ohne Kompromisse – das ist die neue RTL-Frauenknastserie “Block B – Unter Arrest”. Zum Start am Donnerstagabend zeigt RTL eine Doppelfolge. Mit u.a. Katrin Sass, Nina Hoger, Gisa Zach, Ulrike Röseberg und Claudia Gaebel. Wir stellen heute Hauptdarstellerin Gisa Zach vor.

Gisa Zach wurde 1974 in Hannover geboren. Von 1995 bis 2000 absolvierte sie ein Studium für Schauspiel, Tanz und Gesang an der Folkwang-Hochschule in Essen. Noch während ihrer Studienzeit spielte sie am Schauspielhaus Düsseldorf und am Volkstheater München. Es folgten erste Engagements in den TV-Serien “girl friends – Freundschaft mit Herz” (2002), “Die Wache” (2003) und “Nikola” (2005). Ihre wohl bekannteste Rolle, die sie schlagartig einem Millionenpublikum bekannt machte, spielte Zach von September 2006 bis November 2007 in der ZDF-Telenovela “Wege zum Glück”. Seither war sie in vielen weiteren TV-Produktionen zu sehen, unter anderem in “Lords lügen nicht” (2010), “Forsthaus Falkenau” (2009-2012) und “Küstenwache” (2009-2014). Parallel hat sie immer wieder Theater gespielt (u. a. Neues Theater Hannover).

Im Interview mit RTL sprach sie über ihre neue Herausforderung.

Welche Rolle spielen Sie?
Beatrice Kröger, auch Bea genannt, ist diejenige, die ganz zu Anfang der Serie ins Gefängnis kommt und die die Zuschauer als erstes kennenlernen. Für mich ist sie die Unschuldige unter den Schuldigen, die Gute unter den Bösen. Natürlich hat sie ein Verbrechen begangen, sonst wäre sie ja nicht in Untersuchungshaft. Und sie glaubt auch die erste Zeit noch ganz fest daran, dass sie schnell wieder rauskommt. Leider passieren dann viele Dinge, die das verhindern.

Wie würden Sie Bea charakterisieren?
Bea ist Friseurin, wohnt in mittelständischen Verhältnissen, hat eine Tochter und einen Ehemann. Soweit klingt das recht normal. Aber die Geschichte hinter der gutbürgerlichen Fassade ist ziemlich schrecklich. Sie wird jahrelang von ihrem Mann misshandelt und missbraucht. Ihrer Tochter und der Familie zuliebe hält sie das alles aus und spielt ein erniedrigendes Spiel mit. So ein Mensch ist natürlich ein Stück weit gebrochen und trägt ganz viel Leid und Schmerz mit sich rum. Aber an sich ist Bea eine sehr starke Frau. Sonst hätte sie dieses Leben nicht durchgehalten. In ihrer Verzweiflung tut sie dann etwas sehr Unkluges und versucht ihren Mann umzubringen, was aber nicht klappt. Aber Bea kommt trotzdem ins Gefängnis.

Was hat Sie an diesem ernsten Thema fasziniert?
Bea hat eine wahnsinnig spannende Geschichte, über alle zehn Folgen hinweg. Sie macht eine unglaubliche Entwicklung durch. Es gibt nicht oft solche Angebote, in denen Rollen über einen langen Zeitraum hinweg in einem Ausnahmezustand sind. Bea ist ja keine Kleinkriminelle, für die der Knast bereits Alltag geworden ist. Für sie ist das eine absolute Ausnahmesituation. Und dann passieren noch viele anderen Sachen, durch die sich ihre Persönlichkeit sehr stark verändert. Für einen Schauspieler ist das ein Geschenk, so etwas spielen zu dürfen. Auch wenn es den Nachteil hat, dass ich zehn Folgen lang wirklich nur Drama spiele. Spaß gibt es so gut wie gar nicht für diese Rolle. Den muss man dann eben machen, wenn die Kamera nicht mehr läuft!

Wie bereitet man sich auf so eine Rolle vor? Frauenknast ist ja jetzt nicht so ein Thema, mit dem man täglich konfrontiert wird.
Es gibt viele Dokumentationen über Frauengefängnisse, auch über Frauengefängnisse in Deutschland, und wir waren auch in Berlin zusammen im Frauenknast und haben dort Gespräche führen dürfen. Dort haben wir viele Dinge erfahren, Frauen kennengelernt. Aber vieles in der Serie muss auch Fiktion bleiben. Wirklich ganz reelle Situationen wollen und können wir auch gar nicht herstellen. So viel passiert in der Wirklichkeit in einem so kurzen Zeitraum nicht. Aber das macht es ja auch eben zu einer Fiktion und zu einem hoch spannenden Drama.

Die Serie entstand nach einem australischen Vorbild. War das für Sie schwierig?
Das ist eine gute Frage. In meiner beruflichen Laufbahn ist es jetzt das erste Mal, dass ich ein “Vorbild” habe. Ich bewundere die Originalbesetzung aus Australien, weil ich finde, dass sie das toll gespielt hat. Ich habe eine ganze Zeit gebraucht, mich davon zu lösen und mich zu fragen, wie würde ich das machen? Die Originalbesetzung hat aber tatsächlich meine Vorstellung anders inspiriert als wenn ich kein Vorbild gehabt hätte. Ich fand es zum Teil sehr hilfreich, um einen Eindruck zu bekommen, wie das große Ganze aussehen könnte, und manchmal fand ich es schwierig in Bezug auf meinen Charakter und auf die Person, die mir das “vorgespielt” hat. Wenn es eine zweite Staffel geben sollte, weiß ich nicht, ob ich mir das Original wieder vorher anschauen würde.

Was haben Sie anders gemacht als das Original?
Ich habe zwar dieses Bild im Hinterkopf, aber ich habe ja andere Kollegen, einen deutschen Regisseur, wir sprechen eine andere Sprache und da ergeben sich die Unterschiede automatisch. Ein Beispiel ist eine Szene mit Kaya, der kleinen Ziehtochter von Janina. Im Original hat Bea das Kind bei dem Aufstand in der Zelle zurückgelassen, um ihren Teddy zu suchen und das Kind läuft weg. Wir fanden das falsch und dachten, dabei verletzt sie ihre Aufsichtspflicht. Bea ist ja selbst auch Mutter. Das haben wir dann bei uns geändert. Sie nimmt das Kind auf den Arm, wir suchen den Teddy, nimmt das Kind mit in die Zelle und setzt es ab. Dann dreht sich nur kurz um und das Kind flutscht ihr weg.

Warum sollen die Zuschauer Ihrer Meinung nach einschalten?
“Block B – Unter Arrest” ist eine dramatische, psychologische und actionreiche Serie, die trotzdem “Unterhaltungswert” hat. Und sie ist so spannend erzählt, dass man nicht aufhören kann, zu gucken.

Fotos: RTL/Claudius Pflug