Donnerstag, 12. März 2015, 19:06 Uhr

"Block B - Unter Arrest": Claudia Gaebel ist die Lesbe im RTL-Frauenknast

Bereits in der ersten Folge der neuen RTL-Frauenknastserie ‘BLOCK B – Unter Arrest’ geht es richtig zur Sache. Bea Kröger (Gisa Zach) wird als Untersuchungshäftling in das Frauengefängnis JVA Tempelhof eingeliefert. Sie ist des versuchten Totschlags an ihrem Ehemann Holger angeklagt.

Eingeschüchtert durch die fremde Welt, versucht Bea nicht anzuecken und sich aus Konflikten mit den Insassinnen herauszuhalten. Doch dann gerät Bea im Machtkampf zwischen der Anstaltsleiterin Petra Weissner und der Insassin Chris Wuttke (Claudia Gaebel) zwischen die Fronten. Bea wird gezwungen, sich für eine Seite zu entscheiden und ihre Entscheidung für Mitinsassin Chris bleibt nicht ohne Konsequenzen.

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Um Chris‘ wachsendem Einfluss Einhalt zu gebieten, greift Anstaltsleiterin Weissner zu einer umstrittenen Maßnahme: Sie entlässt Chris‘ Konkurrentin und den amtierenden “Top Dog” Rita Plattner (TV-Star Katrin Sass) aus der Einzelhaft zurück in ihren Block. Die Konfrontation der beiden verfeindeten Frauen eskaliert. Am Ende eines Aufstands, der in einer tödlichen Messerstecherei gipfelt, ist es jedoch Bea, die Blut an ihren Händen trägt …

RTL führte mit Claudia Gebel, Darstellerin der Lesbe Chris Wuttke, ein Interview. Hier sind Auszüge.

Wie würden Sie Ihre Rolle Chris Wuttke charakterisieren?
Chris ist eine Kämpfernatur durch und durch. Sie ist die geborene Anführerin, die sich durch ihre Intelligenz, Willensstärke, Durchsetzungskraft und Manipulationsfähigkeit die Chefposition im Knast aneignet. Wissen ist für sie Macht und so bildet sie sich fort, wann immer sie kann. Sie setzt sich für Schwächere ein, verlangt im Gegenzug dafür allerdings Loyalität und Gehorsam. Sie provoziert ihr Umfeld ständig und es fällt schwer sie zu durchschauen. Chris ist definitiv ein komplexer Charakter. Ihre größte Schwäche ist, dass ihr die Sicherungen durchbrennen, wenn sie persönlich angegriffen wird und dadurch die Kontrolle verliert. Dann ist sie zu allem fähig und landet deshalb auch wegen schwerer Körperverletzung im Knast. Sie leidet darunter und versucht solche Situationen zu vermeiden. Sie raucht nicht, nimmt keine Drogen und trinkt keinen Alkohol und lässt ihre Wut und Energie beim Sport raus!

Wieviel Claudia steckt in Chris Wuttke – mit anderen Worten: Was ist der Unterschied zwischen Ihnen und Ihrer Rolle?
Ich bin im Gegensatz zu Chris überhaupt nicht machtorientiert, und würde andere auch nicht für meine Zwecke manipulieren oder ausnutzen. Außerdem hat Chris eine große Klappe. Ich bin da eher zurückhaltend. (lacht)

Ihre Rolle ist “die Knast-Lesbe”. Ist es das erste Mal, dass Sie eine lesbische Rolle übernehmen und fiel Ihnen die Entscheidung dazu leicht oder schwer?
Ich möchte meine Rolle ungern auf die „Knast-Lesbe“ reduziert wissen. Das steht in keinem Verhältnis zu meiner Arbeit an der Rolle und für die Serie. Wir erzählen keine Klischees. Die Figuren in Block-B sind alle vielschichtig, haben ihre Geschichten, ihre Vergangenheit, die sie letztendlich alle im Knast zusammenführen. Diese emotionalen und dramatischen Geschichten erzählen wir und wollen damit beim Zuschauer Fragen aufwerfen. Wir wollen nicht nur seicht unterhalten und deswegen finde ich den Ausdruck „Knast-Lesbe“ oberflächlich. In meiner Generation spielt Homosexualität doch gar? keine große Rolle mehr. Es ist völlig normal seine Sexualität zu leben und ich finde es wichtig, dass die Medien und ich als Schauspielerin die Verantwortung übernehmen, mit diesem Thema natürlich umzugehen, alles andere ist doch längst veraltet und uninteressant. Ich stehe auf Männer, meine Rolle steht auf Frauen. Es gibt nun mal nur zwei Geschlechter auf der Welt und beide sind absolut liebenswert. Also ja, die Entscheidung dazu viel mir leicht.

Sind die Tattoos echt oder Spiel?
Meine Tattoos sind nicht echt. Ich mag Tätowierungen, aber ich denke für meinen Beruf wären sie eher unvorteilhaft. Sie werden jeden Morgen in der Maske angebracht.

Wurde Ihnen in der einen Szene der ersten Folge wirklich die Brust aufgeschlitzt oder waren das Special effects?
Ja, mir wurde echt die Brust aufgeschlitzt, deswegen mussten wir bei jedem Take tiefer schneiden, damit das Blut auch jedes Mal laufen konnte. (lach)

Was war Ihre härteste Szene? Worauf können sich die Zuschauer freuen?
Es gab schon heftige Szenen. Ich möchte, dass der Zuschauer die Handlungen nachvollziehen kann und es für ihn glaubhaft ist, was er da sieht. Zum Beispiel powert sich Chris beim Sport bis zur Erschöpfung aus, damit sie ihren Kopf frei bekommt und neue Pläne schmieden kann. Das kann man nicht faken und deshalb mache ich auch tatsächlich beim Dreh bis zur Schmerzgrenze Sport. Das ist schon hart, da ich ja meistens noch den ganzen Tag weiter drehe.
Der Zuschauer kann sich auf vieles freuen. Zum Beispiel auf spannende Knastgeschichten und vielschichtige Charaktere. In jeder Folge wird die Lebens und Leidensgeschichte einer der Figuren erzählt. Der Zuschauer lernt die Charaktere somit intensiv kennen. Es werden Fragen aufkommen, die diskutiert werden können. Zum Beispiel zu den Themen Schuld, Moral, Gerechtigkeit und Menschlichkeit.

Haben Sie sich vor dem Dreh schon einmal mit dem Thema Gefängnis auseinandergesetzt?
Wir Schauspieler waren vorher zu Besuch in einem Frauengefängnis und durften alles anschauen, Fragen stellen und uns mit den Insassinnen unterhalten. Das war schon aufschlussreich und hat uns alle bei unserer Rollenfindung inspiriert. Man darf aber nicht vergessen, dass wir fiktional erzählen, das heißt unter anderem, wir dramatisieren die Geschichten, lassen Konflikte schneller eskalieren, um Spannung zu erzeugen. Das weicht dann schon vom realen Alltag in deutschen Frauengefängnissen ab.

Fotos: RTL