Samstag, 14. März 2015, 18:26 Uhr

Tom Schilling über "Tod den Hippies - Es lebe der Punk!"

Am 26. März startet in den deutschen Kinos ‘Tod den Hippies – Es lebe der Punk!’. Der Film ist eine Tour de Force durch das Lebensgefühl West-Berlins der wilden 1980’er Jahre – bunt und schwarzweiß, romantisch und schrill, laut und witzig und mit jeder Menge rabenschwarzen Humors.

In den Hauptrollen Tom Schilling, Emila Schüle, Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Frederick Lau, Hannelore Hoger, Samuel Finzi und Alexander Scheer.

Der 33-jährige Hauptdarsteller Tom Schilling sprach in einem Interview des X-Verleihs über seinen neuen Film.

Welche Rolle spielen Sie?
Ich spiele einen jungen Mann, der Anfang der Achtziger aus der westdeutschen Spießer-Provinz nach West-Berlin flüchtet, um in der Subkultur-Szene Freiheit und sich selbst zu finden.

Wir würden Sie die Faszination von West-Berlin erklären, die damals besonders in der jungen Szene herrschte?
Das West-Berlin der Achtziger hatte das Image eines El Dorado für Wehrdienstverweigerer, Selbstverwirklicher, Müßiggänger und alle anderen Abenteurer. Ein Käfig voller Narren. Jeder war irgendwie Künstler, Avantgarde und definitiv cooler als der Rest der Republik. Eine gewisse, überreizte Untergangsstimmung herrschte vor, die sicherlich auch mit der politischen Weltlage zu tun hatte, die in der geteilten Stadt wohl allgegenwärtig war.

Mehr: Wilson Gonzalez Ochsenknecht über “Tod den Hippies – Es lebe der Punk!”

Was hat das Ganze mit Punk zu tun?
Punk war die ideale Bewegung für Narzisten und Nihilisten. Es ging um Verneinung der gesellschaftlichen Konventionen. Es ging – ähnlich wie in der Hippie-Bewegung der Sechziger – um ein Ausbrechen aus der Norm. Ein Lebensgefühl, das dem Berliner der Achtziger vielleicht sehr nah war.

Gibt es eine Verbindung zum Punk in ihrem Leben?
Mal abgesehen davon, dass Punk eigentlich Anfang der Achtiziger schon tot war und ich somit nur mit Post-Punk in Berührung gekommen bin, hatte ich mich mit zwölf tatsächlich kurzzeitig als Punk verstanden. Allerdings zog ich schon damals die „Ton Steine Scherben“ den „Sex Pistols“ vor. Auch trug ich nicht den obligatorischen Iro. Kurze Zeit später wurde ich dann Satanist und dann Skater – oder umgekehrt.

Es gibt einige recht drastische Szenen, die auch mit einem gewissen Ekeklfaktor spielen.
Im Film ist Robert der Mann für’s Grobe. Ob Peepshow oder Pflegeheim – die Arbeitsplätze ändern sich, aber immer hat er mit Körperflüssigkeiten zu tun. Wieso, weshalb, warum fragen Sie am besten (Regisseur) Oskar Roehler.

Fotos: X-Verleih