Sonntag, 15. März 2015, 12:40 Uhr

"Blauwasserleben": Einmal um die Welt und im Sarg zurück

Nach einer wahren Begebenheit erzählt der mitreißende Fernsehfilm ‘Blauwasserleben’ (heute Abend 20.15 Uhr im ZDF) die wahre Geschichte von Heike Dorsch (Foto oben), die 2011 mit ihrem Freund ihren großen Traum einer Weltumsegelung lebt, sich aber nach einem brutalen Ende die Frage nach einer neuen Zukunft und ihrem eigenen Lebenstraum stellen muss.

In den Hauptrollen spielen Stefanie Stappenbeck und Marcus Mittermeier.

Eine Weltreise auf einem Katamaran. Genau das haben sich Heike und Stefan immer erträumt. Und sie tun das, was sich viele Menschen nicht trauen: ihren Lebenstraum leben. Doch dann wird der Lebenstraum auf dramatische und tragische Weise zerstört. Heike kehrt traumatisiert, allein und mittellos nach Deutschland zurück. Was tun und wie weitermachen, wenn der geliebte Mann tot und das gelebte Lebenskonzept zerstört ist? Und was, wenn diese Geschichte auch noch wahr ist? Und nicht nur Fiktion? Grundlage für den Film “Blauwasserleben” ist die Lebensgeschichte von Heike Dorsch. Sie war während der gan­zen Produktion eng in die Entwicklung des Filmes eingebunden.

Die Regisseurin Judith Kennel erzählt die Zeitebenen ver­schränkt. Sie werden dabei geführt von Heikes Erinnerungen. Während sie sich anfangs an die letzten Erinnerungen mit Stefan klammert, um vielleicht doch noch ein Indiz zu finden, wohin er verschwunden sein könnte, ruft sie sich ihr eigenes dramatisches Schicksal erst in Hamburg im sicheren Umfeld ihrer Familie in Erinnerung. Erst mit diesem Abstand kann sie dem Schrecken des Erlebten ins Auge sehen.

Parallel dazu weben sich die Erin­nerungen an die glücklichen Zeiten mit Stefan ein, die am Ende auch zur Erkenntnis von Heike führen: “Was zählt sind alle Mo­mente, die Summe aller Momente seines, unseres Lebens” (Heike Dorsch).

Mit einer starken Eindringlichkeit und Präsenz verkörpert Stefanie Stappenbeck die Heike mit der großen Herausforderung, der “wahren” Heike gerecht zu werden. Und sie schafft es. Marcus Mittermeier gibt Stefan die ungeheure Lebensfreude, deren Magie Heike wie auch der Zuschauer sich nur schwer entziehen kann.

Stefanie Stappenbeck gab Felix Neunzerling zu dem Film ein Interview.

Kannten Sie die Geschichte von Heike Dorsch, wenn ja, wie haben Sie davon erfahren?
Vor ein paar Jahren wurde ja sehr viel über Heikes Erlebnisse geschrieben, da habe ich zum ersten Mal von ihr gehört.

Macht es einen Unterschied für die Arbeit als Schauspielerin, eine “wahre” Geschichte zu erzählen, beziehungsweise eine real existierende Person zu spielen?
Der Unterschied war für mich diesmal enorm. Die geringere Frei­heit in der Rollengestaltung durch das reale Vorbild hat mich überhaupt nicht gestört, aber gerade bei diesem Film empfand ich eine besondere Verantwortung Heike Dorsch und allen Angehöri­gen gegenüber. Ich hatte das Gefühl, ganz besonders respektvoll und präzise sein zu wollen.

Was haben Sie von Heike Dorsch übernommen, was nicht oder haben Sie sich vollkommen von der realen Person frei gemacht?
So ganz bewusst habe ich gar nichts von Heike Dorsch über­nommen. Ich habe mir natürlich Interviews und Fotos angesehen, aber mir war es wichtig, einen gewissen Abstand zwischen der echten Heike und der Filmfigur Heike Dorsch zu lassen. Zumal ja auch das Drehbuch nicht hundertprozentig ihrem autobiographi­schen Buch entspricht, es musste für den Film angepasst und verdichtet werden. Aber ich habe die Filmfigur Heike genauestens studiert und mich ihr auf verschiedenste Weisen genähert, und so kam es, dass ich dann doch manchmal am Set hörte: “Jetzt guckst Du gerade ge­nau wie Heike”.

Haben Sie den Gedankenaustausch mit Heike Dorsch gesucht?
Ja, die Gespräche und Treffen mit Heike waren sehr wichtig für mich. Auch, dass sie oft mit am Drehort war, fühlte sich wie eine große Unterstützung an, und es war gut, dass ich mich für man­che Szenen, in denen ich mir nicht ganz sicher war, bei ihr rück­versichern konnte.

Was würden Sie gerne einmal im Leben tun, haben es aber bisher noch nicht gewagt zu tun?
Ein Jahr um die Welt zu reisen, das ist ein großer, bis jetzt uner­füllter Traum.

Fotos: ZDF/Martina Nothhorn, Simon Vogler