Sonntag, 15. März 2015, 14:12 Uhr

"Rote Rosen"-Star Anika Lehmann versucht in den USA ihr Glück

Anika Lehmann befindet sich derzeit zur sogenannten “Pilot-Season” in Los Angeles. Sie möchte gerne auch internationale Projekte drehen und versucht deshalb in den USA ihr Glück. Ein Jahr lang war sie bis 2014 in der ARD-Telenovela ‘Rote Rosen’ als Weltenbummlerin und Sommeliére zu sehen.

klatsch-tratsch.de plauderte mit Anika über den Stand der Dinge und natürlich ihre US-Reise.

Viele kennen dich aus der ARD-Telenovela „Rote Rosen“ in der du bis Mai letzten Jahres als „Rieke Friedrichs“ zu sehen warst. Wie viel „Rieke“ steckt eigentlich in der privaten Anika?
Tatsächlich einiges. Was die Weltenbummlerin angeht, liebe ich es genauso wie Rieke zu reisen und die Welt zu erkunden. Am liebsten würde ich überall auf der Welt mal gewesen sein und eine Weile gelebt haben. Rieke ist gelernte Barkeeperin, Köchin und Sommelière; auch ich habe während der Schulzeit in einer brasilianischen Bar gearbeitet und finde es total spannend, dass es für jede Stimmung den passenden Cocktail gibt. Und genauso wie Rieke liebe ich die Vielfalt meines Jobs: von der Theaterbühne über Film, Singen, Werbung, Moderation bis hin zu Synchron etc. Dafür bin ich sehr dankbar.

Zuletzt spieltest du im Winterhuder Fährhaus in Hamburg die Hauptrolle in dem Theaterstu?ck „Frau Mu?ller muss weg“. Wie bereitet man sich auf ein solches Theaterengagement am besten vor?
Schon beim ersten Mal lesen des Buches, höre ich darauf was mir meine Fantasie sagt und „kreiere“ die Rolle zunächst in meinem Kopf und Bauch. Wichtig ist dabei auch herauszufinden, wie meine Rolle zu den anderen Figuren steht, was sie über sich selbst sagt und andere über sie. Später bei den Proben arbeite ich dann sehr über den Körper und versuche herauszufinden was sich in der Rolle der Elternsprecherin authentisch anfühlt. Zum Beispiel den ganzen Raum mit ihrer Präsenz einzunehmen und die Anderen wie eine Art Dompteurin für sich zu gewinnen. Und weil ich so einen Elternabend vorher noch nicht kannte, habe ich mir das einfach mal angeschaut.

Im gleichnamigen Kinofilm spielt Anke Engelke die Elternsprecherin Jessica Höfel. Die Rolle, die auch du auf der Theaterbu?hne eingenommen hast. Hast du Anke Engelke auch schon einmal persönlich kennengelernt? Gibt es privat Gemeinsamkeiten?
Bis jetzt habe ich Anke noch nicht kennengelernt, hätte aber total Lust darauf. Könnt ihr nicht was einfädeln? (lacht) Lustiger Weise wurde ich schon ein paar Mal mit ihr verglichen, es scheint also Gemeinsamkeiten zu geben. Ich glaube, wir beide haben große Lust am Spielen, auch gerade an witzigen Rollen. Ich könnte mir vorstellen, dass sie privat auch kein Blatt vor den Mund nimmt und für die Dinge einsteht, die ihr wichtig sind. Ich finde sie großartig und gucke ihr super gern zu.

Was macht den größten Unterschied zwischen TV-Produktion und Theaterauffu?hrung aus?
Im Theater hast du den direkten Austausch mit dem Publikum – das ist ein wahnsinnig tolles Gefühl. Menschen zum Lachen bringen und zu Tränen rühren zu können oder zu spüren wie alle gemeinsam die Luft anhalten, ist schon etwas sehr besonderes. Auf der Theaterbühne erzählen wir die Geschichte in einem durch, es gibt keine „Cuts“ oder „Das machen wir dann später im Schnitt“. Dadurch herrscht eine ganz andere Energie als beim Drehen.
Am Drehen mag ich, dass man durch die Kameraeinstellungen ganz nah an die Figuren herangehen kann, d.h. wir können die kleinsten Reaktionen schon im Gesicht sehen. Geschichten können dadurch ganz anders erzählt werden. Und auch die Auswahl an Motiven ist vielfältiger. Ich habe mal auf einem Schiff gedreht und bin während der Fahrt über Russland, Frankreich und Portugal gereist. Ein tolles Erlebnis und traumhafte Kulissen.

Im Sommer wirst du wieder in einer Hauptrolle bei den Störtebeker Festspielen in Ralswiek auf Ru?gen zu sehen sein. In der Zwischenzeit fliegst du zur Pilot-Season nach Los Angeles. Was genau kann man darunter verstehen? Und was erhoffst du dir von deinem dortigen Aufenthalt?
Während der Pilot Season in LA werden Schauspieler für neue Piloten / Formate gecastet. Ich würde gerne herausfinden, wie das Business in den USA läuft und mich einfach ausprobieren. Schauen, wie die Castings dort ablaufen und am allerliebsten auch einmal hinter das gucken, was man „Hollywood“ nennt. Außerdem arbeite ich hier mit einem tollen Coach zusammen.

Gab es einen Schlüsselmoment für die Entscheidung dein Glück auch mal in Amerika zu versuchen?
Ja, der war schon sehr früh. Eigentlich wollte ich in den USA studieren. Ich war auf einer bilingualen Schule und habe es geliebt auch auf Englisch zu spielen. Außerdem gucke ich mir unglaublich gerne amerikanische Serien wie “Breaking Bad” oder “Greys Anatomy” an. Letztes Mal wurde ich im Ausland gefragt „Ah, du machst eine Serie. Können wir die mal sehen?” Und ich sagte: “Klar, nur verstehen werdet ihr leider nichts, weil alles auf Deutsch ist.“ Ganz nach dem Motto „Sky is the Limit“ möchte ich zu den Sternen greifen und wu?nsche mir, auch international arbeiten zu können.

Für viele bist du ein immer gut gelaunter Wirbelwind. Woher nimmst du diese positive Energie?
Ich finde, wir alle sollten das Leben genießen, solange wir können. Das Leben ist ein Abenteuer und die Welt in der wir leben wunderschön. Außerdem fällt vieles leichter, wenn man positiv eingestellt ist! Gerade auf meinen Reisen merke ich immer wieder wie schön es ist, einfach nur den Moment zu genießen. Viele Menschen leben in ärmlichen Verhältnissen und lachen trotzdem den ganzen Tag, an genau diesen Menschen nehme ich mir ein Beispiel. Eine Runde Yoga machen, rausgehen, tanzen, laut zur Radiomusik mitsingen und auf mein Herz hören – so einfach ist das.

In deiner Freizeit boxt du in der “Ritze” auf der Reeperbahn, gehst zum Bikram Yoga, reitest und hast deine Leidenschaft für das Fallschirmspringen entdeckt. Welche Herausforderung steht als nächstes an?
Surfen lernen in LA fänd ich cool und ich hätte total Lust mal bei einem Autorennen mitzufahren.

Bleibt bei deinen vielen Beschäftigungen eigentlich auch Zeit für das Privatleben?
Klar. Ich liebe es mit Familie und Freunden Zeit zu verbringen und am schönsten ist es, wenn sie mich bei meinen Vorstellungen oder am Set besuchen kommen. Zum Beispiel im Sommer bei den „Störtebeker Festspielen“ auf Rügen. Das kann man in meinem Job janz jut verbinden. (lacht)

Mehr über Anika und ihren LA-Aufenthalt erfahrt ihr auf ihrer Facebook-Seite und ihrer Homepage.
Fotos: Francis Müller