Samstag, 21. März 2015, 19:10 Uhr

Madeon ist der Shootingstar der französischen Popszene

Madeon ist erst 20 Jahre alt, hat im Musikbusiness bis jetzt aber schon eine Menge erlebt. Drei Songs auf dem letzten Lady-Gaga- Album stammen ihm, bei den MTV Europe Music Awards 2012 legte er auf und beim legendären Coachella konnte man sich den Wunderknaben auch schon live angucken.

Ende des Monats bringt der junge Franzose sein neues Album „Adventure“ auf den Markt. Grund genug für klatsch-tratsch.de-Reporter Dennis sich mit dem DJ, der Partys hasst und auch nicht als DJ bezeichnet werden will, zu unterhalten.

Wie bist du zur Musik gekommen?
Als ich elf war habe ich im Fernsehen eine Dokumentation über Daft Punk gesehen und der Sound von ihnen hat mich einfach fasziniert. Von da an war mir klar, dass ich auch elektronische Musik machen wollte.

Nächsten Freitag erscheint dein Album „Adventure“. Was ist das Besondere daran?
Ich wollte meine Teenagerjahre so einfangen und auf eine Platte bringen, dass ich sie mir in 20 Jahren anhören kann und mich dann wie damals fühle. Ich wollte auch eine Geschichte und eine Struktur, die sich wie ein roter Faden durch das Album ziehen. Deshalb fängt mein Album erst fröhlich poppig an, wird dann mehr progressiv und gegen Ende immer epischer und düsterer.

Erinnerst du dich noch an das erste Mal, als du einen Song von dir im Radio gehört hast?
Ja, und das ist für mich immer noch total aufregend und es bewegt mich immer noch sehr. Im Radio hört sich für mich immer alles irgendwie besser an.

Wie muss man sich das vorstellen wenn die Creme de la Creme der DJ’s irgendwo Backstage aufeinander trifft? Weltfrieden oder Konkurrenzkampf?
Es ist eigentlich immer ein sehr positives Umfeld, wenn man sich trifft. Über allem schwebt so was wie eine Art Gemeinschaftssinn der elektronischen Musik, finde ich.

Hast du eigentlich ein besonderes Verhältnis zu Deutschland?
Ja, ich habe in der Mittelstufe Deutsch gelernt. Ich war aber wirklich schlecht darin und kann mich auch nicht mal mehr an ein Wort erinnern. Ich habe in Deutschland aber schon ein paar Shows gespielt und die waren echt gut. Ihr seid wirklich ein cooles und musikalisch gebildetes Partyvolk. Das gefällt mir.

Als DJ bist du ja sehr häufig auf Partys, die Leute bespaßen. Feierst du auch viel privat?
Nein, gar nicht. Um ehrlich zu sein habe ich auch keinen Bock mehr aufzulegen. Meine neue Show ist mehr wie ein Konzert, das ich live spiele. Es soll immer noch Spaß machen und energiegeladen sein, aber durchdachter, als die übliche DJ-Musik.

Wie sieht denn deiner Meinung nach eine gute Party aus?
Ich bin absolut kein Partymensch. Ich mag keine Partys.

Was war dein schrägstes Erlebnis während eines Sets?
Einmal ist mein Computer einfach währenddessen heruntergefahren und ich musste mir schnell etwas überlegen, damit die Musik nicht aufhört. Ich habe dann einfach einen Effekt von meinem Mixer genommen und ein Stück des Songs einfach gelooped und habe diese Stelle immer schneller gemacht, während ich darauf gewartet habe, dass mein Rechner wieder hochfährt. Den Leuten ist das gar nicht aufgefallen. Die sind total ausgerastet.

Du hast drei Songs für Lady Gaga produziert. Wie war es mit ihr zu arbeiten?
Es war echt toll. Sie ist unglaublich talentiert und hat mich sehr inspiriert.

Was inspiriert dich noch so?
Bilder inspirieren mich sehr. Ich sammle Bilder, die ich online finde. Die kategorisiere ich nach Stimmungen und oft geben die mir Ideen für neue Songs.

Fotos: Tom Horton