Sonntag, 12. April 2015, 15:02 Uhr

Christoph Waltz: "Bösewicht ist ein unmöglicher Begriff"

Hollywoodstar Christoph Waltz, der ab 23. April in dem Kunstfälscher-Drama ‘Big Eyes’ zu sehen ist, sprach jetzt über seine Schauspielkarriere – und das Böse im Menschen.

 Christoph Waltz: "Bösewicht ist ein unmöglicher Begriff"

Den Beruf habe er natürlich auch gewählt, weil dies für ihn lebensnotwendig sei, erzählte er dem Magazin ‘GQ’: “Wenn ich nicht meinen Unterhalt damit verdienen könnte, müsste ich etwas anderes machen. Ich hab das ganz gern so, dass es um das Essenzielle geht, nicht um das Dekorative. Das erleichtert einem auch die Ausübung und das Überleben in so einem Umfeld, das sich in zunehmendem Maß der Öffentlichkeitswirksamkeit und manchmal auch Öffentlichkeitsgeilheit hingibt.“

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Auch er sei in seinem Leben immer mal auf bösen Menschen getroffen, verriet der 58-Jährige: “Ich bin Menschen begegnet, die ich für böse hielt, was sie nicht zu bösen Menschen macht. Bösewicht ist übrigens ein ebenso unmöglicher Begriff, wie der von der Wahrheit. Je böser ein Bösewicht daherkommt, desto weniger ist er es vermutlich, ganz nach dem Sprichwort von den bellenden Hunden, die selten beißen.“

Auf die Einlassung, der ISIS-Terrorismus präsentiere derzeit eine Aufführung des Bösen, die ihresgleichen sucht, sagte Waltz in dem Interview: „Ich bin mir nicht sicher, ob die IS-Anführer sich als böse begreifen. Ich würde denen – so absurd das klingt – zugutehalten, dass sie glauben, das Richtige zu tun. Die Fehleinschätzung bedingt deren Verhalten, sonst könnten sie ja nicht damit existieren. Das müssen profunde Störungen sein, die die haben. Extrem krankhaft, ich kann es mir sonst nicht erklären. Das organische Dingfestmachen des Bösen im Gehirn halte ich für Unfug. Es ist ein komplexes Zusammenwirken aus allem Möglichen.“

Foto: WENN.com