Samstag, 18. April 2015, 18:50 Uhr

Charley Ann startet durch: "Man muß auch mal Nein sagen können"

Stimmwunder Charley Ann war die große Abräumerin bei der letzten Staffel von ‘The Voice Of Germany’. Die 21-Jährige aus dem Team Fanta (Michi Beck und Smudo) überzeugte mit einer unverwechselbarer, souliger Gänsehautstimme, die sich mit Megastars wie Adele Adkins sehr wohl messen kann.

Charley Ann startet durch: "Man muß auch mal Nein sagen können"

klatsch-tratsch.de hat sich mit der sympathischen Berlinerin getroffen. Und unsere Soulexpertin Geraldine plauderte über ihr erstes Album, den  Druck im Business, die nächsten Pläne und Blondinen-Images…

Wie hat sich dein Leben nach dem Sieg bei “The Voice of Germany” verändert?
Den Lebensstil – ein paar Wochen extremen Stress und dann wieder Ruhe – kannte ich zwar schon aus der Schauspielerei, aber nicht in diesem Ausmaß. Die größte Veränderung war sicherlich, dass man seine Freunde und Familie jetzt viel seltener sieht und man sehr hart dafür arbeiten muss, alte Freundschaften weiter zu pflegen.

Wie gehen denn deine Freunde und deine Familie damit um?
Da hat sich wirklich die Spreu vom Weizen getrennt. Einige sind damit überhaupt nicht klar gekommen, das war für mich schon sehr traurig. Aber ich habe zum Glück genug Menschen, die hinter mir stehen und mich unterstützen. Das hilft mir und dafür bin ich sehr dankbar.

Möchtest du auch deine Schauspielkarriere weiter betreiben?
Auf jeden Fall! Ich drehe gerade einen Kinofilm, bei dem ich eine Nebenrolle bekommen habe. Der Titel lautet “Fucking Berlin”, es ist eine tolle Buchverfilmung von Sonia Rossi. Also ja, ich möchte gerne beides parallel machen.

Und wenn du dich entscheiden müsstest zwischen der Schauspielerei und der Musik?
Ich bin sehr froh, dass ich eine solche Entscheidung nicht treffen muss. In meinem Alter zwei Tätigkeiten gefunden zu haben, die mich erfüllen und in die ich meine ganze Leidenschaft stecke kann – das ist einfach unbezahlbar.

Die Musikbranche ist ein sehr schnelllebiges Geschäft. Gerade Künstler von Castingshows haben meist ein Verfallsdatum. Wie ist es bei dir – hast du Angst davor, dass du vom nächsten Gewinner der Castingshow abgelöst wirst und von der Bildfläche verschwindest?
Ein bisschen Angst vor dem Karriereende gehört wohl immer mit dazu. Aber ich habe ein tolles Management und ein großartiges Team an meiner Seite. Sie unterstützen mich nach Kräften und ich kann ihnen voll und ganz vertrauen. Das nimmt mir die Angst.

Kommen wir zu deinem Album – hat es eine bestimmte Message?
Nein, die Musik soll einfach abwechslungsreich sein und dem Hörer ein gutes Gefühl geben. Für jede Stimmung ist etwas dabei – mal ein paar schnellere elektronische Songs, dann aber auch einige sehr ruhige Stücke. Das ist so wie im Leben – man ist nicht jeden Tag in derselben Stimmung und man braucht für jede Lebenslage einen anderen Soundtrack.

Charley Ann startet durch: "Man muß auch mal Nein sagen können"

Das klingt interessant. In der Musikbranche wird aber oft verlangt, sich auf ein Genre festzulegen – wie gehst du damit um?
Damit kann und will ich mich nicht abfinden. Mal ein Beispiel: Ich liebe die Musik von Lana Del Rey, aber ihr Album kann ich nur dann anhören, wenn ich gerade selbst melancholisch gestimmt bin. Deshalb war es mir auch so wichtig, in meinem Album völlig unterschiedliche Genres zusammenzubringen. Und ich finde, Dj Thomilla hat es geschafft, alles mit einem passenden Sound zu unterlegen und eine Art roten Faden durch meinem Album zu ziehen. Ganz ehrlich, ich würde mich schon sehr eingeschränkt fühlen, wenn ich einen fröhlichen Song schreiben würde und der dürfte dann nicht auf das Album, nur weil irgendjemand der Meinung ist, das mein Album “deep” sein muss.

Du hast mal gesagt, du möchtest nicht auf das “Blondchen” reduziert werden. Was hast Du damit gemeint?
Ich bin klein, blond und kann wie jede Frau ganz süß gucken, da passiert es dann schon mal schnell, das man auf solche Äußerlichkeiten reduziert und dann unterschätzt wird. Meine beste Freundin zum Beispiel ist dunkelhaarig und hat auch dunkle Augen, mit ihr reden Männer ganz anders als mit mir. Aber ich glaube, wenn man mit mir im Gespräch kommt, dann erkennt man schnell, dass ich alles andere als das typische kleine “Blondchen” bin. Wo wir gerade dabei sind: Es war so typisch, dass einige der Talents felsenfest davon überzeugt waren, ich würde Schlager singen – noch bevor ich auch nur einen einzigen Ton gesungen hatte (lacht)! Immer diese Vorurteile (lacht)!

Blicken wir mal in die Zukunft – was dürfen wir denn dieses Jahr noch alles von dir erwarten?
Ich werde auf jeden Fall auf Tour gehen. Ich hoffe, dass ich trotzdem auch noch mehr in Richtung Schauspielerei machen kann. Aber ich lasse jetzt erstmal alles auf mich zukommen und mich überraschen (lacht).

Und wie sieht denn dein perfektes Zukunftsszenario aus?
Ach, es wäre schon schön wenn ich mit meiner Musik und der Schauspielerei genug Geld verdienen könnte um damit meine Miete zu zahlen. Naja, oder vielleicht sogar so viel, dass ich mir ab und zu ein paar neue Klamotten kaufen kann (lacht). Ich möchte also mit dem Geld verdienen, was mir am meisten Spaß macht, und das sind eben die Musik und die Schauspielerei. Wenn ich es dann noch schaffe, Menschen damit zu berühren, dann wäre das für mich der größte Traum.

Hast du zum Schluss noch einen Tipp für Leute, die sich auch überlegen, bei einer Casting Show teilzunehmen?
Bleibt euch selbst treu! Ich bin mir sicher, ich wäre niemals so weit bei “The Voice of Germany” gekommen, wenn ich nicht auch mal “Nein” gesagt hätte. Manch einer hat zum Beispiel versucht, mir bei Interviews irgendwas in den Mund zu legen, was bestimmte Leute gern hören wollten. Manches wäre dadurch vielleicht einfach gewesen. Aber ich habe für mich ganz klar entschieden, diesen Weg nicht zu gehen. Das wurde dann auch respektiert. Aber wer weiß, bei “Deutschland sucht den Superstar” wäre ich damit vermutlich rausgeflogen…

Charley Ann startet durch: "Man muß auch mal Nein sagen können"


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Fotos: klatsch-tratsch.de/Hannah Aspropoulos