Montag, 20. April 2015, 14:40 Uhr

Lance Butters: Das neue Album ist eine Ode an die eigene Arroganz

Lance Butters macht keinen Rap, der das Lebensgefühl einer Generation auf den Punkt bringen will. Lance Butters macht Rap, der das Lebensgefühl des Rappers Lance Butters beschreibt.

Lance Butters: Das neue Album ist eine Ode an die eigene Arroganz

Sein Album ‘Blaow’, das am 8. Mai erscheint, ist eine Ode an die eigene Arroganz, ein Festival der ignoranten Ansagen, eine Schelle an alle, die der Meinung sind, sie hätten was zu melden.

Dazu gibt es auf ‘Blaow’ Songs wie ‘Es zieht/Ich zieh’. Auf hochmodern tranigem Instrumental von Beat-Genie Bennet On tauchen zwischen Lance Butters’ Zeilen Lebensweisheiten auf, wie man sie von dem Rapper nicht erwartet hätte. Auch weil das natürlich weit entfernt ist von verkünsteltem Künstler-Konzept, bemühter Neuerfindung des Rades oder weinerlichem Seelenstriptease. Die finsteren Bässe, brachialen Drums und gefährlich-bekifften Synthies in Verbindung mit Lance Butters bitter destruktiven Reimen halten dem bunten Heile-Welt-HipHop des aktuellen Rap-Geschehens genial den Spiegel vor. Heute feiert das genial von Video-Echo-Gewinnern Christian Alsan und Carlo Oppermann in Szene gesetzte Video zu ‘Es zieht/Ich zieh’ Premiere.

Lance Butters geht keine Kompromisse ein. Er macht sein Ding. Und sein Ding ist: Rap über Girls, Kush und Cash. Dass Lance Butters sich so eine Haltung leisten kann, ist dabei unbestritten: Seit der Rapper mit der Maske 2010 zum ersten Mal ins Rampenlicht trat, sammelte er Fans in rasantem Tempo – zu unwiderstehlich sind seine markanten, zurückgelehnt-überheblichen Flows und arroganten Ansagen, die seine EPs ‘cookin sum’ (zusammen mit Rap-Kollege Coru), ‘selfish’ und zuletzt ‘futureshit’ zu den Untergrund-Highlights der jeweiligen Spielzeit machten.

‘Blaow’ führt diesen Ansatz konsequent weiter: Komplett produziert von Bennett On und gemischt von Ahzumjot, ist Lance Butters’ Debüt ein einziges Brett und setzt einen neuen Deutschrap-Standard in Sachen Kohärenz und Dopeness.

Lance Butters: Das neue Album ist eine Ode an die eigene Arroganz

Lance Butters: Das neue Album ist eine Ode an die eigene Arroganz

Fotos: Christoph Voy