Freitag, 01. Mai 2015, 13:52 Uhr

Blogger Juan Felipe zeigt viel nackte Haut

Blogs über Fotografie und Fashion gibt es im Netz wie Sand am Meer. klatsch-tratsch.de stellt in loser Folge die heißesten vor. Das Blog von Juan Felipe aus Koblenz ist anders. Die Arbeiten des 26-Jährigen strotzen nur so vor Provokation, Style und Sex.

Blogger Juan Felipe zeigt viel nackte Haut

So konnte er unter anderem auch die aktuelle DSDS-Top 10-Kandidatin Laura Lopez (23) für sein Blog gewinnen und sehr sexy ablichten. klatsch-tratsch.de-Autor Dennis hat sich mit dem Fotografen und Blogger über zerstörte Kameras, billige Anmachsprüchen in Bars und dem Wechsel vom Model hinter die Kamera, unterhalten.

Juan Felipe ist dein Künstlername. Wofür brauchst du einen?
Vor zwölf Jahren wurde ich auch von einem Agenten auf einer Messe als Model entdeckt. Ich bekam von ihm den Rat, Privates und Geschäftliches strikt zu trennen. Damals hatte ich lange Haare und sah eher spanisch aus. Er fand, dass der Name gut zu mir passe und taufte mich dann quasi so. Juan, wegen Don Juan, und Felipe, so hieß ein gemeinsamer Bekannter von uns beiden. Vor circa vier Jahren habe ich mit dem Modeln aufgehört, weil meine Haare ausfielen und es auch so nicht mehr lief. Ich habe den Namen dann aber für meine Fotografieprojekte beibehalten.

Du hast dann hinter die Kamera gewechselt. Wie kam es dazu?
Mich hat irgendwann auch das Fotografische interessiert. Ich hatte vor fünf, sechs Jahren mal die Möglichkeit bekommen bei einem Magazin-Fotografen zu assistieren. Er hat mir eine Kamera in die Hand gedrückt und sagte zu mir ich solle ein paar Making-Offs machen. Die Ergebnisse waren gut und ich habe mir die Kamera ausgeliehen und selbst ein bisschen geübt. Irgendwann habe ich mir dann meine Eigene gekauft und selbst angefangen.

Blogger Juan Felipe zeigt viel nackte Haut

Seit knapp einem Jahr betreibst du dein eigenes Blog. Deine Motive sind meist ziemlich sexuell und provokant.
Ja, das höre ich öfter. Mich hat der weibliche Körper schon immer sehr interessiert. Wenn mir eine Frau gefallen hat, dann habe ich mich immer gefragt, wie sie wohl nackt aussehen wird. Das war schon immer so. Das ist ja nichts Verwerfliches, schließlich sind wir alle nackt zur Welt gekommen und das kann man ja auch zeigen.

Du wählst zu deinen Blogeinträgen bzw. Fotostrecken immer sehr spezielle Beschreibungen wie: „Alles Gute kommt von unten“ oder „Diane und Jenne dürfen zum Frühstück bleiben“. Was steckt da dahinter?
Ich möchte keinen Seelenstriptease begehen, aber das sind meist alles autobiografische Dinge, die ich mit den Bildern verbinde. Beispielsweise „Die Kippe danach“ – Das kennen die meisten Raucher: Die Kippe nach dem Sex. An sich banale Zeilen, die aber für einen Sinn stehen, hinter dem sich beim Einzelnen ganze Welten auftun können. So entstehen die Bilder auch in meinem Kopf und so setze ich sie auch um. Diese Sätze beschreiben nicht unbedingt meine Beziehung zu dem Model, eher das Gefühl mit dem Bild oder einer dritten Person verbinde.

Deine Bilder zeigen viel nackte Haut. Wie reagiert dein Umfeld darauf?
Meine Mutter kennt meine Arbeiten und schüttelt meist nur mit dem Kopf. Mein Vater findet es cool. Er bekommt von seinen Freunden oft Komplimente zu hören. Das macht ihn natürlich stolz. Im Internet kann jeder sehen was passiert. Es gibt auch Leute denen gefällt nicht, was ich mache. Letzte Woche war ich bei einer Vernissage und da bin ich mit Leuten ins Gespräch gekommen, die mir wohl schon länger bei Facebook folgen und die haben dann gefragt, was ich denn ständig für einen Scheiß ich bei Facebook posten würde und für wen ich mich denn halten würde. Darauf bin ich aber gar nicht eingegangen, weil es mich nicht interessiert, was Leute von mir denken. Ich mache meine Sachen, so, wie ich sie für richtig halte. Man kann halt nicht jedem gefallen, aber das ist ja bei allem im Leben so.

Mit deinem Blog verdienst Du kein Geld. Was ist denn deine Intention dahinter?
Ich möchte der Welt meine Arbeiten zeigen und meinen Namen verbreiten. Inhaltlich liebe ich es zu provozieren, aber auch die Leute zum Nachdenken anzuregen. Ich denke, dass ich mit meinem Blog Interessierten Futter dafür liefere.

Zieht der Spruch: „Ich bin Fotograf“ bei Frauen eigentlich gut?
Schon. Wenn man in einem Cafe oder im Club eine Frau kennenlernt, dann kommt irgendwann die Frage nach dem Beruf. Ich bin zwar keine Frau, aber ich weiß, dass Frauen künstlerisch aktive Männer faszinierend finden. Solche Berufe klingen einfach besser als beispielsweise KFZ-Mechatroniker (lacht). Hab ich schon alles versucht. Am nächsten Tag kam kein Anruf mehr. Meiner Erfahrung nach finden das Frauen sehr spannend, wenn man sich als Fotograf vorstellt. Wobei es da auch ganz drauf ankommt, was du machst. Hochzeiten sind jetzt meist nicht so spannend, aber du kannst ihnen dann deine Arbeiten zeigen und sie können sich ihr eigenes Urteil bilden.

Worüber schüttelst selbst du den Kopf?
Über meinen Kameraverschleiß! Ich habe bisher schon mindestens vier Spiegelreflexkameras kaputtgemacht! Mit ist es beim Shooten egal in welcher Situation ich da stecke, aber ich denke sehr ergebnisorientiert und möchte mein Foto machen. Bei einem Shooting auf einem Parkhaus, habe ich so ein bisschen hinter einer Absperrung fotografieren müssen und da ist die Kamera schon mehrere Stockwerke runter gefallen, weil ich im Eifer des Gefechts vergessen hatte, sie zu sichern.

Deine Bilder sind provokant. Bist du das auch als Person?
Ich denke schon. Alleine durch meinen Bart falle ich sehr auf, auch wenn das in diesem Zusammenhang nicht meine Absicht ist. Ich bin optisch halt ein sehr auffälliger Typ. Daran kann man sich reiben.

Woran arbeitest du aktuell?
Ich arbeite gerade mit dem Moderatoren Andre Holst an einem Buch, das den Titel „Auch wir sind Menschen“ tragen wird. Es geht für mich in eine eher politisch/gesellschaftskritische Richtung und soll Vorurteile, die wir Minderheiten gegenüber haben, abbauen. Ich habe die Bilder gemacht, die Texte stammen von ihm. Mehr kann ich dazu aber noch nicht sagen.