Samstag, 16. Mai 2015, 16:08 Uhr

Eurovision Song Contest: Die sicheren Finalisten und ihre Chancen

Wer sie bezahlt, darf die Musik bestellen: Die größten Geldgeber des Grand Prix stehen automatisch im Finale. Auch Australien und Österreich sind schon gesetzt. Das erste ESC-Halbfinale ist am Dienstag (19. Mai), das zweite am nächsten Donnerstag (21. Mai) zu sehen – jeweils ab 21 Uhr auf den Sendern Phoenix, EinsPlus und Einsfestival.

Eurovision Song Contest: Die sicheren Finalisten und ihre Chancen

(Hinter den Links gibt es die entsprechenden Videos der bereits von uns vorgestellten Interpreten).

1. AUSTRALIEN Guy Sebastian ‘Tonight Again’. Der Mann aus Down Under ist ein Vollprofi und trat schon vor dem Papst und Queen Elizabeth auf. Und ‘Tonight Again’ ist ein Ohrwurm und wird den ESC garantiert rocken. Der Pferdefuß: Guy Sebastian kann selbst mit einem Sieg den ESC nicht in sein Land holen – die Aussies sind nur einmalig dabei.

2. DEUTSCHLAND Ann Sophie ‘Black Smoke’. Es viel geschrieben worden über den Skandal-Rücktritt von Andreas Kümmert, durch den für die zweitplatzierte Ann Sophie der Weg frei wurde. Die Hamburgerin hat einen kraftvollen Auftritt. Sie ist nicht unterschätzen.

Eurovision Song Contest: Die sicheren Finalisten und ihre Chancen

3. FRANKREICH Lisa Angell ‘N’oubliez pas’ (Foto oben). Was für ein Schmalz, man glaubt in einer Zeitmaschine ins Jahr 1970 zurückgereist zu sein. Zugleich ist das Lied aufgeladen: Zwar geht es eigentlich um den Ersten Weltkrieg. Die Zeilen über trocknendes Blut und Wiederaufbau lassen sich aber auf ‘Charlie Hebdo’ anwenden. Helfen wird das nicht.

4. GROSSBRITANNIEN Electro Velvet ‘Still In Love With You’. Warum schickt die Nation, der die Welt die Beatles, Amy Winehouse und viele andere Stars verdankt, immer solche Kuriositäten zum Grand Prix? Diese Electro-Swing-Nummer gehört in die Tanzschule, nicht ins TV.

Mehr: Thomas Hermanns über die größte Musikshow der Welt

Eurovision Song Contest: Die sicheren Finalisten und ihre Chancen

5. ITALIEN Il Volo ‘Grande Amore’. Pizzeriatauglicher Italo-Pop. Hinter dem Trio, das anfangs ‘I tre tenorini’ (deutsch: Die drei Tenörchen) hieß, steht der Produzent von Andrea Bocelli, was man stark heraushört. Die drei haben international schon viele Konzerthallen gefüllt und besitzen das Zeug zum ESC-Sieg.

Mehr zum Eurovision Song Contest: Måns Zelmerlöw ist der große Favorit

6. ÖSTERREICH The Makemakes ‘I Am Yours’. Zwischen Castingsiegern und zusammengewürfelten ESC-Projekten sind die drei Männer mit Vollbart und wallendem Haar fast schon Ausnahmen. Zwei von ihnen kennen sich seit der Kindheit. Das Trio kann einen Charthit und Bühnenerfolge vorweisen. «I Am Yours» erinnert viele Zuhörer ein bisschen zu sehr an den Hit «The Scientist» von Coldplay (2002). Dennoch sehr stark.

7. SPANIEN Edurne ‘Amanecer’ (Foto, Video unten) Schicksalsschwere Stimme zum Wumm-Wumm-Beat. Edurne García Almagro – Model, TV-Moderatorin und Sängerin – tritt mit einem Lied in ihrer Landessprache an. Das könnte ihr Sympathien einbringen. Der Song ist jedoch äußerst langweilig.

Bei den Livesendungen aus Hamburg am Abend des ESC (Sonnabend, 23. Mai) vom NDR im Ersten wird Moderatorin Barbara Schöneberger auch Lena, Andreas Bourani, Leslie Clio, Stefanie Heinzmann und Johannes Oerding begrüßen. Lena präsentiert zum ersten Mal ihren neuen Song “Beat to my melody” aus ihrem gerade erschienenen, insgesamt vierten Album. Zudem stellt die ESC-Gewinnerin von 2010 ihre Single “Traffic Lights” vor. Weitere Gäste auf der Reeperbahn sind Sarah Connor, Lukas Graham, Mark Forster, Ferris MC und Revolverheld. Leslie Clio, Mark Forster, Ferris MC sowie Revolverheld-Sänger, Songwriter und Frontmann Johannes Strate gehören auch zur deutschen ESC-Jury 2015. (Christof Bock, dpa)

Eurovision Song Contest: Die sicheren Finalisten und ihre Chancen

Fotos – Broadcasters: EBU, Nathalie Guyon/France TV, Daniele Barraco, ETV