Samstag, 16. Mai 2015, 20:09 Uhr

Mama gegen Papa: Nach 15 Jahren Ehe geht's erst richtig los!

Am 9. Juli startet in den deutschen Kinos die französische Komödie ‘Mama gegen Papa’. Darin geht’s um Scheidung auf Französisch: Politisch unkorrekt, erfrischend böse und überraschend aberwitzig hat Regie-Newcomer Martin Bourboulon, eine temperamentvolle Ehe-Komödie in Szene gesetzt, die sich hinter Hollywood-Kultfilmen wie ‘Der Rosenkrieg’ nicht verstecken muss.

Mama gegen Papa: Nach 15 Jahren Ehe geht's erst richtig los!

Das Drehbuch schrieben Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière, die Autoren des Theater- und Kinoerfolgs ‘Der Vorname’, und sie beweisen auch hier erneut, dass sie Meister der scharfen Bonmots, grausamen Sticheleien und unerwarteten Wendungen sind. Trotzdem ist ein Film natürlich immer nur so gut wie seine Stars. Deshalb setzen die Macher auf zwei der größten Namen der französischen Kinolandschaft: Marina Foïs (Poliezei) und Laurent Lafitte (Ein Mordsteam), die sich einen hinreißend gnadenlosen Schlagabtausch liefern.

In Frankreich wurde ‘Mama gegen Papa – Wer gewinnt, wer verliert?’ zu einem Kassenschlager und lockte bislang rund drei Millionen Zuschauer in die Kinos.

Und darum geht’s: Wenn die Eltern sich scheiden lassen, geht für die Kinder gefühlt die Welt unter. Normalerweise. Bei den Leroys ist es allerdings so, dass der Nachwuchs noch gar nicht mitbekommen hat, dass in der Familie etwas nicht stimmt. Nach wie vor benehmen sich Mama Florence (Marina Foïs) und Papa Vincent (Laurent Lafitte) ziemlich normal. Weil sie es bislang nicht übers Herz brachten, ihren drei Kindern Mathias, Emma und Julien reinen Wein einzuschenken. Dafür haben sie mit der Scheidungsrichterin längst alle wichtigen Fragen geklärt, ganz ohne Streit, wie zivilisierte Menschen eben. Immerhin.

Doch an diesem Abend soll es endlich so weit sein.

Mama gegen Papa: Nach 15 Jahren Ehe geht's erst richtig los!

Zu fünft setzt man sich ins Wohnzimmer, um „etwas total Wichtiges“ zu besprechen. Allerdings reden Florence und Vincent stotternd um den heißen Brei herum. Auf so ein zielloses Gespräch hat der Nachwuchs aber Null Bock, und als Emma aufspringt, weil sie Wichtigeres zu tun hat – nämlich mit ihrer besten Freundin zu chatten, die gerade erfahren hat, dass ihre Eltern sich scheiden lassen wollen, und natürlich fix und fertig ist –, verlässt die beiden augenblicklich der Mut. Sie verschieben das Gespräch auf einen späteren Termin, überzeugt davon, dass es schon nicht so schwer sein wird, zu gegebener Zeit einen sauberen Schlussstrich zu ziehen. Ehe, Kinder und Karriere haben sie schließlich auch ganz gut hinbekommen Die unvorhergesehenen Dinge, die dann passieren, machen den beiden jedoch einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

Mama gegen Papa: Nach 15 Jahren Ehe geht's erst richtig los!

Vincent, der als Gynäkologe am örtlichen Krankenhaus arbeitet, erhält das Angebot, für „Ärzte ohne Grenzen“ nach Haiti zu gehen – von so einem Auslandseinsatz träumt er schon lange. Zeitgleich wird Florence von ihrem Chef gefragt, ob sie nicht fu?r ein halbes Jahr nach Dänemark gehen möchte, um dort den Bau eines Windkraftparks zu überwachen – eine Karrierechance, wie man sie nicht alle Tage bekommt. Allerdings ist Florence zähneknirschend zum Verzicht bereit; auch wenn sie Vincent nicht mehr so liebt wie früher, ein Unmensch ist sie nicht. Um ihm ihren Entschluss mitzuteilen, fährt sie unangemeldet in seine Klinik. Keine gute Idee. Denn als sie Vincents Büro betritt, macht sich ihr zukünftiger Ex in eindeutiger Absicht an der Kittelschürze einer ebenso hübschen wie jungen Krankenschwester zu schaffen.

Mama gegen Papa: Nach 15 Jahren Ehe geht's erst richtig los!

Im Handumdrehen sind alle guten Absichten vom Tisch gefegt. Schneller als man „Von mir aus kriegst du das Sorgerecht für die Kinder!“ sagen kann, denken Florence und Vincent nur noch an sich selbst und die verlockenden Traumjobs. Und daran, wie man die Kinder in Nullkommanix dazu bringt, dass sie einen abgrundtief hassen und mit wehenden Fahnen zum anderen Elternteil überlaufen.

Die Samthandschuhe, die sie bislang trugen, ziehen sie jedenfalls sofort aus. Nach dem Motto: In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt. Die ersten Scharmützel gestalten sich allerdings noch recht harmlos. Einmal lädt Florence ihren Boss zum Abendessen ein und spielt ihm und den Kindern vor, dass sie sich vorstellen könnte, was mit ihm anzufangen. Der Typ hat schu?tteres Haar, wenig Humor und benimmt sich auf Anhieb autoritärer, als es Vincent je getan hat.

Mama gegen Papa: Nach 15 Jahren Ehe geht's erst richtig los!

Angesichts der entsetzten Reaktion ihrer Kinder kann Florence den Abend fraglos als Punktgewinn verbuchen. Einen schnellen Ausgleich erzielt Vincent, indem er so tut, als hätte er in der Hektik als neue Bleibe nur eine kleine Bruchbude am Rande der Autobahn gefunden, wo die Geschwister zusammen in einem Bett schlafen müssen und der Esstisch wackelt, wenn ein Lastwagen vorbei donnert.

Aber es geht noch fieser: Florence gibt statt Sahne Spülmittel in die Nudelsoße und setzt ihren Nachwuchs damit augenblicklich Schachmatt. Vincent bestellt die drei Kids wenig später ins Krankenhaus ein, wo sie bei einem Kaiserschnitt zusehen müssen. Auf einer Party macht sich Florence betrunken an die pubertierenden Freunde ihrer Tochter ran, beim Paintball nimmt Vincent seine Kinder gnadenlos schmerzhaft aufs Korn. Nicht mal der Familienhamster wird in diesem Rosenkrieg verschont.

Fast 15 Jahre verheiratet, und dann ist plötzlich alles vorbei? Von wegen, bei den Leroys geht’s jetzt erst richtig los…..

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Fotos: Tobis