Montag, 18. Mai 2015, 20:49 Uhr

Begeisterungsstürme für "Alles steht Kopf" in Cannes

Der neue Animationsfilm ‘Alles steht Kopf’ hat die Zuschauer beim Filmfestival Cannes zu Begeisterungsstürmen hingerissen. Regisseur Pete Docter, der für ‘Oben’ einen Oscar gewann, stellte das kunterbunte Spektakel aus dem Animationsstudio Pixar am Montag in Südfrankreich vor.

Begeisterungsstürme für "Alles steht Kopf" in Cannes

Es erzählt von der elfjährigen Riley und deren Gefühlen, als sie mit ihrer Familie nach San Francisco umziehen muss. Voller origineller Ideen und mit viel Einfühlungsvermögen schaut Docter in den Kopf des Mädchens, wo ein emotionales Chaos herrscht. Nach einer ersten Vorstellung gab es euphorische “Bravo”-Rufe.

In Riley Gehirn “leben” fünf verschiedene Gefühle, die das Mädchen bislang im Gleichgewicht gehalten haben. Doch als dann Glück und Trauer durch einen dummen Unfall aus der Zentrale geschleudert werden, bleiben Riley nur noch Wut, Angst und Ekel – nicht wirklich ideal für den neuen Start an der Westküste. Kein Wunder, dass sie in der Schule plötzlich in Tränen ausbricht und selbst auf ihren Lieblingssport keine Lust mehr hat. Umso wichtiger, dass Glück und Trauer sich so schnell wie möglich aus den anderen Hirnarealen herauskämpfen.

Begeisterungsstürme für "Alles steht Kopf" in Cannes

Regisseur Docter (Foto oben rechts mit Regisseur und Pixar-Chef John Lasseter) kreiert nach ‘Oben’ und ‘Die Monster AG’ erneut eine fantasievolle Welt mit wunderbar schrägen Helden: Seine Trauer etwa ist grummelig-lethargisch, doch ohne sie gäbe es eben auch nicht das immer optimistische Glück. Nur gemeinsam können sie in die Gehirnzentrale zurückkehren, und nur mit ihnen zusammen wird Riley das ausgeglichene, liebenswerte Mädchen. Docter gelingt es einmal mehr, seine animierten Figuren so real und so herzlich darzustellen, dass Rileys Gefühlschaos die Zuschauer tatsächlich berührt.

Seine Tochter Elie habe ihn zu diesem Film inspiriert, erzählte Docter in Cannes. Sie habe sich mit zehn, elf Jahren verändert, so sei sie stiller geworden. “Ich habe mich gefragt: “Was geht nur in ihrem Kopf vor?!'”. So habe er die Idee für ‘Alles steht Kopf’ bekommen. Der Film läuft beim Filmfest außer Konkurrenz.

Und darum geht’s: Im Hauptquartier, dem Kontrollzentrum im Kopf der elfjährigen Riley, leisten fünf Emotionen Schwerstarbeit: Angeführt von der optimistischen FREUDE, die Riley immer nur glücklich sehen möchte, sorgt sich ANGST ständig um Rileys Sicherheit, während WUT auf der Suche nach Gerechtigkeit bisweilen die Hutschnur platzt. Und die aufmerksame EKEL schützt den Teenager davor, sich zu vergiften – körperlich oder mental. Nur die unglückliche KUMMER weiß nicht so Recht, was ihre Aufgabe ist – nun ja, die anderen offensichtlich aber auch nicht.

Als Rileys Familie eines Tages vom Land in eine fremde große Stadt zieht, sind die Emotionen gefragt, Riley durch die bislang schwerste Zeit ihres Lebens zu helfen. Aber als FREUDE und KUMMER durch ein Missgeschick tief im Gedächtnis des Mädchens verschwinden, liegt es an den anderen drei Emotionen, das Chaos in den Griff zu bekommen.

Begeisterungsstürme für "Alles steht Kopf" in Cannes

Dummerweise haben FREUDE und KUMMER versehentlich wichtige Kernerinnerungen von Riley mitgenommen und müssen diese nun unbedingt ins Hauptquartier zurückbringen, wenn sie nicht für immer verloren gehen sollen. Es beginnt eine aufregende Reise durch ihnen unbekannte Hirnregionen wie das Langzeitgedächtnis, das Fantasieland, das Abstrakte Denken und die Traum Produktion, die von den beiden Emotionen alles abverlangt – auch, über den eigenen Gefühlsrand hinauszuwachsen…

Deutscher Kinostart ist am 1. Oktober.  (dpa)

Fotos: KIKA/WENN.com, Disney