Montag, 18. Mai 2015, 23:07 Uhr

Preview "Ich seh ich seh": Mama geht und eine Fremde kommt

Am 9. Juli startet in den deutschen Kinos der österreichische Psycho-Thriller ‘Ich seh ich seh’. In einem abgelegenen, idyllischen Haus am Waldrand genießen die Zwillingsbrüder Lukas und Elias die Sommerferien. Die beiden streunen zwischen Waldsee und Maisfeld umher und können die Ankunft ihrer Mutter kaum erwarten.

Preview "Ich seh ich seh": Mama geht und eine Fremde kommt

Als sie jedoch nach einem Unfall aus dem Krankenhaus mit einbandagiertem Gesicht zurückkehrt, sind alle früheren Gewissheiten verschwunden. In der strengen Frau, die nun vor ihnen steht, können sie ihre Mutter kaum wiedererkennen. Schon bald werden sie den Zweifel nicht mehr los, dass eine Fremde die Kontrolle übernimmt.

Während die Mutter versucht, den sich regenden Widerstand zu ersticken, machen sich die Kinder mit der ihnen gebotenen Gründlichkeit daran, die Wahrheit herauszufinden. Ein existentieller Kampf um Identität und Urvertrauen entspinnt sich.

‘Ich seh ich seh’ von Veronika Franz und Severin Fiala seziert in präzise komponierten Bildern, was die Familienwelt im Innersten zusammenhält. Das Regie-Duo erzählt mit furchtloser Schärfe von einem Abgrund, der sich zwischen Wahrnehmung und Gesichtsverlust aufgetan hat. Ihnen gelingt eine hochspannende filmische Erzählung, der man sich kaum entziehen kann.

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Preview "Ich seh ich seh": Mama geht und eine Fremde kommt

Veronika Franz und Severin Fiala erzählten über ihr Projekt: Wir lieben körperliches Kino, wir lieben Filme, die physisch überwältigen, Filme, in denen es nicht nur um übergeordnete Ideen oder eine Erzählung geht, sondern darum, Menschen beim Schwitzen, Zittern, Schreien, Weinen, Bluten zuzuschauen und bei denen sich Schwitzen, Zittern, Schreien, Weinen, Bluten auch auf den Körper des Zuschauers überträgt. So einen Film wollten wir machen. Einen Film, der aber gleichzeitig auch einem gewissen Naturalismus verpflichtet ist. Uns hat eine Art von Horror interessiert, die in der Realität wurzelt, die aus dem Alltag erwächst und in ganz einfachen Dingen liegt: in einem bandagierten Gesicht, einem Satz, einer Lupe, einer Zahnseide.”

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Fotos: Kochmedia