Mittwoch, 20. Mai 2015, 19:56 Uhr

Sarah Connor: So kam es zum neuen Album "Muttersprache"

Sarah Connor überrascht bei ihrer neusten Veröffentlichung – wie berichtet – mit deutschsprachigen Texten. Ihrer Plattenfirma Universal Music gab sie einen längeren Brief mit auf den Weg, in dem sie die Arbeit an dem zweideutigen neuen Werk ‘Muttersprache’ näher erläuterte.

Sarah Connor: So kam es zum neuen Album "Muttersprache"

Vor 15 Jahren kam die heute 34-Jährige Neu-Berlinerin ins Musikgeschäft, wurde auf Anhieb ein „Star“ in Deutschland, Europa und sogar ein bisschen in Amerika. Connor verkaufte bisher über sieben Millionen Tonträger.

“An meinem neuen Album habe ich die letzten fünf Jahre gearbeitet, da ich darauf bestanden habe, auch die Jobs selbst zu machen, für die man normalerweise jemanden engagiert. Einfach und allein aus dem Grund, weil ich niemanden gefunden habe, der es mir so richtig Recht machen konnte. Ich wollte meine Songs nicht in fremde Verantwortung übergeben. Ich habe mich meiner eigenen Vorstellung von Musik, von Gesang, von eigenen Texten gewidmet und mir alle Zeit der Welt genommen, die meine Songs von mir gefordert haben.”

Anfang 2014 hatte sie eine Freundin dem Produzententeam Peter Plate, Ulf Sommer und Daniel Faust vorgestellt, die hinter dem Erfolg von Rosenstolz standen. “Und plötzlich waren da Menschen mit einem extrem feinfühligen Händchen. Ganz behutsam, mit viel Spaß und sanfter Bestimmtheit, haben sie mich ermutigt, meinen Instinkten zu folgen, haben sich auf mich und meine eigenwillige Art zu texten und zu komponieren eingelassen und wurden innerhalb von ein paar Monaten meine wichtigste Reflexionsfläche. Ohne ihre Liebe und Freundschaft und ihr Talent wäre dieses Album ein völlig anderes geworden.”

Sarah Connor habe such zeitweise “ein wenig entfernt vom typischen Soul von Aretha Franklin und Nat King Cole und Marvin Gaye – der Musik, mit der ich aufgewachsen bin – und angefangen minimalistisch arrangierte Songs zu schreiben”, berichtet sie weiter.

Sarah Connor: So kam es zum neuen Album "Muttersprache"

Doch es waren Songs, “die meiner Art zu Singen entsprechen, die meine Reime und Melodien gut vertragen. Denn das ist genau die Herausforderung: Musik und Text müssen ineinander aufgehen, die eigene Sprache muss singbar gemacht werden, damit meine Songs funktionieren.”

Die Produktion dürfe die Stimme “nicht erschlagen. Ich suche im Studio immer nach der Essenz dessen, was ich ausdrücken will. Ich will nicht sperrig sein, aber auch nicht zu leicht, ich will zugleich unterhalten, aber vor allem will ich ehrlich bleiben. Textlich und musikalisch. Und das dauert. Für mich fühlt sich das an wie eine Wissenschaft. Und es erklärt, weshalb mein neues Album fünf Jahre gebraucht hat, und warum ich es in meiner Muttersprache eingesungen habe.”

Sarah Connor arbeitete fünf Jahre an ihrem Album "Muttersprache"

Fotos: Nina Kuhn/ Universal Music