Freitag, 22. Mai 2015, 12:49 Uhr

Der fesche Franz ist der neue Bayern-Star

Die Bayern sind immer für eine Überraschung gut. Der Drechsler, Musiker und Model Franz Keilhofer ist einer der Protagonisten, die jetzt Werbung auf eine besondere Art für den Freistaat machen.

Der fesche Franz ist der neue Bayern-Star

Unter dem Motto “#EchtEinladend“ rückt die Bayern Tourismus Marketing GmbH die herzliche Gastfreundschaft in den Vordergrund. Mit dabei sind außergewöhnliche Charaktere und charmante Protagonisten, die für das typisch bayerische Lebensgefühl stehen. Auf ihre ganz persönliche Weise laden sie zum Urlaub ein, auch um die verschiedenen Facetten im Freistaat zu erleben – von der Weindozentin bis hin zum Nationalpark-Ranger, Kneippianer oder Bergführer. „Bayern prägt die Menschen – die Menschen prägen Bayern, wir haben eine besondere Auswahl porträtiert und ihre Gesichter und einladenden Geschichten zum Motto unserer Kampagne gemacht“, so Martin Spantig, Geschäftsführer der Bayern Tourismus Marketing GmbH.

Der 27-jährige Franz, ein leidenschaftlicher Drechsler aus Bischofswiesen im Berchtesgadener Land, dessen Bart in 15 Monate af diese Länge kam, sprach in einem Interview über seine Job und Hobbies.

Der fesche Franz ist der neue Bayern-Star

Franz, Du verbindest viele Berufe und Leidenschaften, die konträr erscheinen. Das Leben auf dem Bauernhof, drechseln, Tätowierungen, Musik, modeln, um nur einige zu nennen. Was ist Dir am wichtigsten?
Das Drechseln. Das kann ich den ganzen Tag machen, ohne dass ich müde davon werde.

Du lebst bei Deinen Eltern auf dem Bauernhof?
Auf einem typischen Berchtesgadener Bauernhof, übrigens einem Bio-Bauernhof schon seit vielen Jahren.

Arbeitest Du auf dem Bauernhof voll mit oder machst Du nur Holz, damit Du Material zum Drechseln bekommst?
Die Stallarbeit machen mein Vater und meine Großmutter, bei allen anderen Arbeiten, wie der Heuernte, arbeite ich voll mit.

Tradition und Moderne sind für Dich kein Widerspruch?
Alles was jetzt Tradition ist, war irgendwann mal modern. In der heutigen Zeit, denke ich, ist, kann man diese Trennung gar nicht mehr so klar ziehen, weil es immer wieder Traditionen gibt, die modern werden.

Der fesche Franz ist der neue Bayern-Star

Wie und wo verkaufst Du Deine gedrechselten Werke?
Ich habe einen kleinen Laden. Außerdem verkaufe ich an andere Wiederverkäufer. Zum Beispiel an das Kaufhaus Ludwig Beck in München, kleine Geschäfte oder an Onlineshops.

Deine Holzfirma heißt GingerWood. Warum?
Weil im englischsprachigen Raum die rothaarigen Kinder mit Sommersprossen den Spitznamen „Ginger“ erhalten. Ich bin auch so ein Rotschopf und meine Freundin nennt mich manchmal so. Das ist ein Name, mit dem kann jeder was anfangen. Wenn ich mich Drechslerei Franz Keilhofer nenne, dann mag das bei uns passend sein, aber woanders kann keiner was damit anfangen. Nachdem ich international unterwegs bin, ist es wichtig, dass die Leute auch außerhalb Deutschlands den Namen verstehen.

Du bist reichlich tätowiert. Wann hast Du Dir das erste Tattoo stechen lassen?
Mit 20. Ich habe über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren mein erstes Motiv verfolgt.

Mit den Tattoos ist es auch noch nicht zu Ende, oder?
Alles außer das Gesicht soll irgendwann voll werden. Bei mir ist das ein gewisses Schönheitsideal. Dem versuche ich, Stück für Stück näherzukommen. Immer, wenn ich eine gute Idee habe, lasse ich mir was Neues machen. Hals und Hände sollen irgendwann auch tätowiert sein. Aber ob ich das mit 30 oder mit 50 mache, ist egal.

Du bist Sänger, bei der Band Astraea. Seit wann?
Bands habe ich seitdem ich 20, 21 bin. Die Besetzung hat sich im Lauf der Jahre jedoch nicht großartig geändert.

Bitte beschreibe den Stil.
Hardcore Punk, eine Entwicklung, die aus dem Punkrock entstand. Vom Sound her ein bisschen aggressiver. Nicht, dass wir Musiker jetzt aggressiv sind, wir sind alle sehr entspannt, aber die Musik kommt aus der Jugendbewegung. Wenn man jung ist, hat man oft seine Schwierigkeiten. Im Englischen sagt man „the pressure of being young“. Der Druck der Jugend gibt den Ansporn, sich gegen Sachen, die man nicht gut findet aufzulehnen. Und da gibt es Sachen, die einen aggressiv und wütend machen. Das ist es, was diese Musik transportiert.

Der fesche Franz ist der neue Bayern-Star

Wenn Besucher in Deinem Alter nach Bayern kommen, kannst Du ihnen Festivals empfehlen, wo Du selbst gerne hingehst?
Es gibt viele kleine Festivals, zum Beispiel das Sonnenrot Festival in der Nähe von München. Es gibt ganz viele kleine Festivals, mit ein paar hundert Leuten und die empfehle ich. Da muss man sich vorher ein bisschen umschauen, um die zu finden. Wo es auch noch selbst gemachtes Essen und ein paar nette Stände gibt. Schön familiär, das ist meine Empfehlung.

Und wie läuft es mit dem modeln?
Es ist cool, zu erleben, wie das alles abläuft. Doch das Modebusiness ist ein hartes Pflaster. Mit ein bisschen hinstellen und ein paar Fotos von sich machen lassen, ist es nicht getan.

Spielst Du manchmal mit dem Gedanken, wegzuziehen und internationale Wege einzuschlagen?
Nicht ernsthaft. Denn wenn man auf einem Bauernhof aufwächst, dann ist man so verwurzelt mit der Gegend. Wir haben den Postkarten Watzmann Ausblick, haben einen wunderschönen Bauernhof. Ich habe Platz, um meine ganzen Sachen zu machen. Durchs Drechseln war ich viel in Europa unterwegs, in Belgien, in England, in Österreich. Also ich komme rum, das reicht mir. Aber bleiben möchte ich hier in meiner bayerischen Heimat.

Der fesche Franz ist der neue Bayern-Star

Was liebst Du an Deiner Heimat?
Für mich ist es wichtig, dass ich mich frei bewegen kann, Ich kann in gewissen Grenzen alles machen, was ich möchte. Wir haben einerseits die Nähe zu München oder anderen größeren Städte. Andererseits sind wir total abgeschieden. Bei uns ist Bauernhof wirklich noch heile Welt und das weiß ich sehr zu schätzen. Außerdem arbeite ich mit Holz und das ist in unserer Region zur Genüge verfügbar.

Fotos: Bayern Tourismus Marketing GmbH