Mittwoch, 27. Mai 2015, 11:48 Uhr

Harald Schmidt lästert über Kollegen Gottschalk ab

Mit Seitenhieben auf seinen TV-Kollege Thomas Gottschalk äußerte sich Harald Schmidt beim ‘SWR UniTalk’ am gestrigen Dienstag zu einem möglichen Comeback. Dabei gab sich die TV-Ikone wie stets nicht zimperlich.

Harald Schmidt lästert über Kollegen Gottschalk ab

Der 57-Jährige sagte: “Die goldene Regel im Late Night-Business heißt: Wer einmal weg ist, äußert sich nicht mehr zu dem, was in dem Genre noch passiert. Sonst hab’ ich blonde Locken und biete an meinem 65. Geburtstag als Neuentdeckungen Otto Waalkes und Hugo Egon Balder als Gäste an.”

Auch ein Comeback als Bestseller-Autor schloss Schmidt aus: “Entweder ich überhole Thomas Mann oder ich lass’ es bleiben. Diese ganzen Fernsehnasen, die glauben, sie könnten Romane schreiben. Für mich ist das grauenhaft. Niemals.” Harald Schmidt, der bis vor kurzem in der Südsee auf Drehreise für das ZDF-“Traumschiff” unterwegs war (“Für mich ist es das reine Vergnügen. Ich war vier Wochen auf dem Schiff und hatte drei Drehtage.”), ließ durchblicken, dass er seine freie Zeit am liebsten mit Börsenspekulationen verbringt: “So wie Hoeneß – nur mit Steuernzahlen.” Zu den Entwicklungen an den Aktienmärkten sagte er: “Da kommt doch ein Drama gar nicht mit. Das ist doch Real Life rund um die Uhr. Ich verstehe nicht, warum sich nur 10 Prozent der Deutschen für Aktien interessieren.”

Mehr: Frage an Harald Schmidt – “Ist Ihre Karriere zu Ende oder warum sind Sie hier?

Über die jüngsten Gerüchte, dass Stefan Raab angeblich auf RTL eine Neuauflage von ‘Wetten, dass …?’ moderieren soll, eventuell in einer Doppelmoderation mit Thomas Gottschalk, meinte Harald Schmidt: “Meiner Meinung nach ist ‘Wetten, dass …?’ seit 10 Jahren tot. Thommy hat es weitergemacht, so wie die Mutter bei ‘Psycho’ im Keller. Wer einigermaßen bei Verstand ist, entfernt sich Lichtjahre von ‘Wetten, dass …?’, denn was Toteres kann es gar nicht geben, von der gesamten Struktur wie Leute heute leben. Die Generation unter 30 wartet doch nicht mehr bis es 20.15 Uhr ist.”

Einmal mehr erwies sich Harald Schmidt beim SWR UniTalk als Meister der brillanten, spontanen Satzschöpfungen. Über die Leidenschaft der Deutschen zum Aufregen formulierte Schmidt: “Empörung ist negativer Narzissmus”. Und beim Thema “Authentizität in den Medien” kam Harald Schmidt zu dem Schluss: “Im Grunde ist nur das Falsche wirklich echt.”

Der ‘SWR UniTalk’ zum Thema “Wie es Euch gefällt – Medienwelten zwischen Traumschiff und Tragödie” mit Harald Schmidt war eine Veranstaltung des Südwestrundfunks und der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Foto: SWR/bonito TV