Samstag, 30. Mai 2015, 11:08 Uhr

Was macht eigentlich Jan Ullrich?

Im Fall der Trunkenheitsfahrt von Ex-Radsport-Star Jan Ullrich in der Schweiz will die Staatsanwaltschaft eine Geldbuße und eine Bewährungsstrafe fordern. Die Anklagebehörde verlangt eine Buße von 10.000 Franken (9700 Euro) sowie eine Bewährungsstrafe von 18 Monaten mit einer Probezeit von vier Jahren, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Bischofszell am Freitag sagte.

Was macht eigentlich Jan Ullrich?

Der 41-jährige Ullrich hatte sich laut Anklage am 19. Mai 2014 zweimal betrunken ans Steuer gesetzt. Bei der Heimfahrt in seinen Schweizer Wohnort kollidierte er nahe des Bodensees an einer Kreuzung mit zwei Autos. Verletzt wurde niemand. Der Ex-Sportler, der in der Schweiz wohnt, hatte anschließend von «unverzeihlichem» Verhalten und einem «Riesenfehler» gesprochen. Eine Atemluftprobe hatte 1,4 Promille ergeben.

Anklage gegen den 41-Jährigen erhob die Staatsanwaltschaft “wegen vorsätzlicher grober Verletzung der Verkehrsregeln und mehrfachen vorsätzlichen Fahrens in qualifiziert fahrunfähigem Zustand”. Ein Termin für die Verhandlung vor dem Bezirksgericht Weinfelden steht noch nicht fest.

Das eidgenössische Verkehrsrecht ist eines der härtesten der Welt. Wer mit 0,8 Promille oder mehr ertappt wird, muss nicht nur seinen Führerschein für mindestens drei Monate abgeben, sondern kann zusätzlich mit einer Geldbuße bis maximal 3000 Franken (2460 Euro) oder – bei schweren Unfällen – mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden. Laut dem 2013 noch einmal verschärften Verkehrsgesetz begehen selbst Rettungswagenfahrer eine Straftat, wenn sie zum Beispiel mit Tempo 70 durch eine 30er Zone fahren. Aber wirklich bestraft wurde dafür noch kein Retter.

Der einstige Sport-Held Jan Ullrich, der 1997 als erster und bislang einziger Deutscher die Tour de France gewann, trat im Februar 2007 als Radprofi zurück. Im Juni 2006 war Ullrich einen Tag vor seiner neunten Tour-Teilnahme wegen Doping-Verwicklungen suspendiert worden. (dpa)

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