Montag, 08. Juni 2015, 9:50 Uhr

Klatschreporter-Legende Paul Sahner gestorben

Gesellschaftsreporter-Legende Paul Sahner ist tot. Der legendäre Society-Reporter der Bunten und der “Gottvater des Boulevardjournalismus” ist tot: Nach Informationen des Branchendienstes ‘Media’ starb Sahner am gestrigen Sonntag, “wenige Tage vor seinem 71. Geburtstag”.

Klatschreporter-Legende Paul Sahner gestorben

‘Bunte’ schrieb zu Sahners Ableben: “Ein schwarzer Tag für die Journalisten-Welt. (…) Bunte ohne Paul Sahner? Für uns unvorstellbar.” Paul Sahner war bis Herbst 2014 fast eineinhalb Jahrzehnte Mitglied der Chefredaktion der Münchener Illustrierten ‘Bunte’, begonnen hatte er seine journalistische Laufbahn beim ‘Westfalenblatt’, danach war er auch beim ‘Stern’, ‘Hörzu’, ‘Bild’ und Penthouse. Er galt als einer der profilierteste Boulevard-Journalist des Landes, verfasste als Autor Biografien über die Bee Gees, Rod Stewart, The Who, Pink Floyd, Karl Lagergeld und zuletzt über Udo Jürgens.

In einer ARD-Dokumentation ‘Wie kein anderer’ hatte der Promi-Reporter und “König der Intimbeichte” (TAZ) das Vertrauen der deutschen Prominenz und das seiner Leser gewonnen, er ist der Elder Statesman des deutschen Boulevard. Über 3.000 Interviews hat er in seinem Reporterleben schon geführt, auch mit internationalen Größen wie dem Dalai Lama und Richard Gere, Michael Jackson und Nelson Mandela.”

Mehr: Das große Sahner-Interview

Im großen Interview mit klatsch-tratsch.de sagte der “Doyen der Klatschindustrie” (Spiegel), über seine Nähe zu einigen Prominenten: “Ich habe die eine oder andere Freundschaft mit Prominenten, aber das ist eher hinderlich. Manchmal kommen dann Sätze wie: ‘Pass mal auf Paule, jetzt sind wir so gut befreundet, schreib das mal nicht.’ Deswegen vermeide ich das. Die Leute, die ich schon seit Jahrzehnten kenne schätzen eine gewisse Distanz trotz aller Freundschaft. Ob das Boris Becker ist oder Franz Beckenbauer oder Franziska van Almsick.”

Über den Unterschied bei der Boulevard-Berichterstattung azwischen Deutschland, Großbritannien und den USA sagte er: “Wenn wir mit amerikanischen Stars oder Promis aus England zu tun haben gilt eigentlich immer: Gesagt ist gesagt. Das ist leider Gottes in Deutschland nicht mehr so. Ich bin der Meinung, dass es in den USA oder Großbritannien wesentlich angenehmer ist, mit Prominenten ein Interview zu machen, da die Stars einfach Haltung haben, was bei vielen in Deutschland nicht mehr so ist. Hier muss man sich manchmal jeden Pups autorisieren lassen.”

Foto: WENN.com