Dienstag, 09. Juni 2015, 20:15 Uhr

Glasperlenspiel über ihre Giga-Stadiontour mit Helene Fischer und mehr

2015 dürfte definitiv das Jahr von Caro und Daniel werden. Zusammen nennen sich die beiden “Glasperlenspiel”. Seit zwei Wochen sind sie mit Helene Fischer auf großer Stadiontour und ihr neues Album ‘Tag X’ ist sehr respektabel in die Albumcharts eingestiegen.

Glasperlenspiel über ihre Giga-Stadiontour mit Helene Fischer und mehr

Anlass für klatsch-tratsch.de Autor Dennis sich bei strahlendem Sonnenschein mit dem sympathischen Duo über den Dächern für Berlin zum Talk zu treffen.

Was passiert am Tag X?
Caro: Tag X ist ein ganz besonderes Datum und ich denke, diesen Tag erlebt jeder. Dieser Tag verändert alles im Leben. Für uns war es der 29. Mai. Da kam ja unser Album raus und das war für uns ein wichtiges Datum, das wir ganz fett und rot mit einem X im Kalender angestrichen haben. Uns war dieser Tag so wichtig, weil wir so viel Zeit, harte Arbeit und Herzblut in dieses Album gesteckt haben und an dem Tag konnten wir es endlich mit den Fans teilen.
Daniel: Mit jedem Album startet ein neuer Abschnitt und deshalb war jeder Veröffentlichungstag immer ein sehr ereignisreicher.

Die erste Single aus eurem neuen Album heißt „Paris“. Habt ihr eine besondere Beziehung zu dieser Stadt?
Caro: Paris ist für mich, wie für die meisten anderen Menschen, die Stadt der Liebe. Ich war vor längerer Zeit mal da und war von dieser Atmosphäre und dieser Romantik, die man damit verbindet, fasziniert. Wir haben für diesen Song ein Zitat aus dem Film „Casablanca“ genommen: „Wir haben immer noch Paris“ und so ist es dann, das Paris in diesem Fall für Hoffnung steht. Es geht um eine Liebe, die am Zerbrechen ist und Paris der Ort der Hoffnung wird. Möglicherweise kann diese Stadt dafür sorgen, dass die Beiden sich wieder neu kennenlernen und ihre Liebe gerettet wird.

Welchen Ort schlagt ihr denn für das ultimative romantische Erlebnis vor?
Caro: Nachdem wir den ganzen Tag in Paris die ganzen Touri-Sachen gemacht haben, sind wir dann am Eiffelturm gewesen und da ist dann tatsächlich auch die Sonne untergegangen und das war dann wirklich sehr romantisch.
Daniel: Ich denke unter dem Strich sind es die Orte, die du mit einem emotionalen Gefühl verbindest. Es kann das Café von nebenan gewesen sein, oder eben Paris. Paris kann muss man sich als Metapher für den Ort der Liebe vorstellen. Paris kann überall sein, deshalb haben wir auch beschlossen das Video nicht dort zu drehen.

Wo ist Euer persönliches Paris?
Daniel: Der Bodensee natürlich. Da haben wir uns kennengelernt (lacht). Das ist jetzt nicht so romantisch wie das Paris mit Eiffelturm, aber die Gegend, in der wir uns kennengelernt haben.

Auf eurem Album ist ein Song namens „Beginner für immer“. Was versemmelt ihr denn immer wieder?
Daniel: Als ich den Song geschrieben habe, da hatte ich diese Dating-Situation vor Augen. Man fühlt sich oft wie der letzte Vollidiot dabei. Du kannst schon 20 Dates gehabt haben, aber du machst immer wieder die gleichen Fehler. Beispielsweise die Gläser umschmeißen, Übersprungshandlungen, beleidigst aus Versehen das Mädel oder machst einfach Fehler, die man eigentlich nicht machen sollte. Wenn es darum geht, dann sind wir immer wieder Anfänger. Man setzt sich häufig einfach zu sehr unter Druck. Ich bin beispielsweise ein Kandidat, der, wenn er nervös ist, Sprichworte verdreht, komische Dinge erzählt und dabei gerne über das Ziel hinausschießt.

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Was war denn euer ultimativer Date-Fauxpas?
Caro: Wir beide haben uns ja sehr jung kennengelernt. Man kennt ja diese peinliche Stille, wenn zwei Menschen in einem Raum stehen und keiner weiß, was er sagen soll. Vielleicht weil man sich auch nicht traut, etwas zu sagen. Ich hatte das mal früher bei einem Date. Ich habe dann wirklich gefragt: „Und sonst so?!“ Das war echt eine peinliche Situation (lacht).

Ihr seid gerade als Support mit Helene Fischer auf Tour. Wie kam es dazu?
Caro: Helene hat uns über die Plattenfirma angefragt. Wir haben uns natürlich sehr gefreut und haben eine tolle Zeit auf Tour. Da haben wir so Bock drauf, denn das, was wir machen wollen, ist auf der Bühne zu performen und da auch live zu singen. In so einem großen Ausmaß haben wir das noch nie gemacht. Helene hat ein unglaublich offenes und herzliches Publikum und wir sind echt stolz ein Teil von dieser Tour sein zu können.
Daniel: Es ist echt unglaublich. Jeden Abend sehen dich da wirklich 50.000 Leute. So eine Stadiontour gehört tatsächlich auf meine Liste der Dinge, die ich mal getan haben will, bevor ich irgendwann mal alt und grau bin. In diesem Fall ist es auch egal, ob das die eigene Stadiontour ist, oder ob wir da nur als Support dabei sind. So eine Tour hat es in Deutschland noch nie gegeben und wird es so schnell auch sicher nicht mehr geben. Das wir da jetzt dabei sein dürfen ist der Wahnsinn.

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Was steht bei euch noch auf der „Löffelliste“ drauf?
Caro: Bei mir steht da noch eine Weltreise drauf. Ich hoffe, dass ich irgendwann mal die Chance habe, die schönsten Flecke der Erde zu sehen und andere Kulturen kennenzulernen. Das interessiert mich total. Diese Reise würde ich am liebsten in Indien beginnen.
Daniel: Bei mir ist es eine Tour durch Japan. Das will ich unbedingt mal machen. Ich fände es richtig geil mit unserer Musik so zwei Monate dort in Clubs zu spielen. Mich beeindrucken die Kultur und die Leute. Das muss auf jeden Fall noch gemacht werden, bevor wir irgendwann mal aufhören Musik zu machen.

Ihr tretet dieses Jahr wieder beim Bundesvision Song Contest auf.
Caro: Darauf freuen wir uns total. Es bedeutet uns auch eine ganze Menge, denn der Buvisoco war damals die Initialzündung für Glasperlenspiel, weil wir damals als ganz kleine und unbekannte Band den vierten Platz gemacht haben und danach ist es echt explodiert. Danach gab es für uns verschiedene Termine und Interviews. Deswegen freuen wir uns total, da wieder dabei zu sein. Es ist vor allem auch so ziemlich die einzige Plattform im Fernsehen, die auch zulässt, dass man auch live singt und zeigt, was man kann.

Einige Medien bezeichnen euch als „Rosenstolz 2.0“. Was denkt ihr über solche Vergleiche?
Caro: Ich fand die Musik von Rosenstolz eigentlich immer ganz gut. Ich denke aber, dass der Vergleich sehr schnell gezogen wird, weil wir ein gemischtes Duo sind, das auf deutsch singt. Ich finde das absolut nicht schlimm. Ich denke sogar, dass es ganz normal ist, so verglichen zu werden.
Daniel: Gerade Musik ist ein so subjektives Feld. Das empfindet ja wirklich jeder ganz anders, aber wenn jemand das in diesem Moment so empfindet, dann ist das – wie die Briten sagen würden – fair enough. Wir haben auch schon den Vergleich mit Ich + Ich gehört. Das ist auch wieder ein Duo und auch wieder Schubladendenken. Das kommt vor und das finden wir auch gar nicht weiter schlimm.

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Habt ihr eigentlich auch Freunde, die nicht auf eure Musik stehen?
Daniel: Wenn, dann haben sie es uns noch nicht gesagt, aber wer weiß, was die denken … (lacht)
Caro: Wenn ich mich mit meinen alten Schulfreunden treffe, dann versuche ich die Musik außen vor zu lassen. Wir sind schon so genug von Leuten umgeben, mit denen wir über unsere Musik sprechen. Man möchte dann auch mal abschalten und über komplett andere Sachen reden. Ich denke jetzt nicht, dass all unsere Freunde sich unsere Musik privat anhören, aber es kam noch keiner, der sich beschwert hätte (lacht).
Daniel: Man kann aber sagen, dass sie uns definitiv unterstützen und toll finden, was wir machen. Einen sehr lustigen Gegensatz dazu fand ich, dass Leute, die in der Schule einen sehr harten Musikgeschmack hatten und sich bei Festivals wie Rock am Ring Acts wie Slipknot gegeben haben, uns angerufen haben: „Ich hab gehört ihr geht mit Helene Fischer auf Tour. Könnt ihr mir bitte bitte ein Ticket besorgen?“ (lacht).

Lasst uns mal bei Euren Freunden bleiben. Was würden sie mir über Euch erzählen, wenn ich sie nach ein paar Drinks in einer Bar treffen würde?
Daniel: Gute Frage. Das müsste man mal am besten ausprobieren (lacht). Ich habe nicht viele Freunde, aber dafür sehr gute. Seit der Schulzeit sind drei, vier übriggeblieben, mit denen ich immer noch sehr eng in Kontakt stehe. Das ist eine Beziehung, die auf Augenhöhe passiert. Alle ITler – das hatte ich ja auch mal mit einem Informatik-Studium angefangen – und wir tauschen uns sehr rege über Aktuelles in unseren Leben aus. Deshalb denke ich, dass da nicht so viel Negatives kommen würde.
Caro: Meine Freunde würden vermutlich sagen, dass man mit mir Pferde stehlen kann, aber dass ich auch ein bisschen nervig sein kann (lacht). Vor allem mit meiner Ungeduld oder wenn wir mal zusammen etwas trinken, dann bekomme ich schon nach einem Sektchen einen Laberflash (lacht). Ich rede dann irgendwas an die hin. Ich denke ich kann wirklich nervig sein (lacht).

Ich habe gehört du bist ganz schlimm wenn du Hunger hast.
Caro: (lacht) Ja, aber ich glaube das kennen viele. Das hoffe ich jedenfalls (lacht). Wenn ich Hunger habe, dann werde ich zu Hulk (lacht).

Erinnert ihr Euch noch an eure abgefahrenste Fan-Begegnung?
Caro: Ich war kürzlich noch vor einem Konzert in der Stadt unterwegs und als ich dann in der Hotellobby stand, habe ich gedankenverloren irgendwas in meiner Handtasche gesucht und als ich hochgeschaut habe, da standen dann plötzlich 20 Autogrammjäger über mir mit ihren Klemmbrettern. Ich war erst noch total in Gedanken und wusste gar nicht was die von mir wollen (lacht). Bis mir eingefallen ist, dass die vielleicht Autogramme wollen (lacht). Es gibt immer mal wieder lustige Situationen.

Es gibt aber sicher auch immer wieder abgefahrene Geschenke, oder?
Caro: Ja, es gibt einen Fan, der schenkt uns immer selbstgebastelte Züge. Das ist ganz süß (lacht).

…und sonst so?
Daniel (lacht) Sonst so … Wir gehen im Herbst auf eigene Tour. Da freuen wir uns auch schon drauf.

Foto: Universal Mui´sic