Donnerstag, 11. Juni 2015, 10:21 Uhr

Filmkritik "Jurassic World": Ein würdiger Nachfolger von Spielbergs Dinokino

Heute startet in den deutschen Kinos ‘Jurassic World‘, der 4. Teil der mega-massentauglichen Dinosaurier Blockbuster-Saga. ‘Guardians Of The Galaxy’-Star Chris Pratt versucht sich im Klicker-Training mit Dinos!

Filmkritik "Jurassic World": Ein würdiger Nachfolger von Spielbergs Dinokino

Und daneben machen auch Vincent D´Onofirio (55 „Full Metal Jacket“, „Guy“, „Men In Black“) und die Kinder Nick Robinson und Ty Simpkens eine bella Figur!

Aber der Reihe nach: ‘Jurassic World’ ist ein Millionen-Business geworden, eine Dinosaurier-Themenpark-Insel für Alt und Jung. Über 20.000 Menschen tummeln sich auf der Insel. Saurier aller Coleur – wieder auferstanden aus dem Biobaukasten-Labor von Henry Wu (B.D. Wong). Mr. Wu ist ein kreativer Wissenschaftler. In ‘Jurassic World’ gibt es auch so etwas wie den letzten Schrei: eine nigelnagelneue Hybrid-Dino-Dame – nur was sie genau ist, dass weiß niemand. Und das Management hat auch keine Ahnung davon, dass der Wissenschaftler Mr. Wu zwei Arbeitgeber hat: den Besitzer von Jurassic World, Simon Masrani (Irrfan Khan), einem selbstverliebten Großkotz, der in Zahlen und besonders an die Dividenden denkt und einem Armee-Typ namens Vic Hoskins (Vincent D´Onofrio). Der Mann kann spielen was er will, er ist toll: er macht selbst so Unsympathen zu einem Großereignis. Hoskins träumt jedenfalls davon, die Urviecher als Angestellte der Armee zu dressieren.

Dort wo konventionelle Waffen nicht mehr einsetzbar sind, sollen die Echsen ran. Nicht die ganz großen, aber die kleineren, fleischfressenden Raptoren – die würden sich gut als Soldaten machen. ‘Jurassic World’ funktioniert deshalb wie eine Firma: es gibt die Überwachungszentrale wie beim Pförtner, da ist die Managerin Claire Dearing (Bryce Dallas Howard mit tollem Körpereinsatz und Extrapunkt für das konsequente Tragen von High Heels im freien Gelände!) und es es gibt „Pfleger“/“Dompteure“. Zu denen gehört eben Sahneschnittchen Owen Grady (Chris Pratt).

Pratti-Boy ist bereits in die jüngere Filmgeschicht eingegangen: als megacooler Walkmanträger in dem Kino-Hit ‘Guardians Of The Galaxy’. Als kleiner Macho mit dem Herz auf dem rechten Fleck hievte Chris Pratt Hits aus dem 80ern wie “If you like Pina Coladas“ souverän in die Gegenwart. In ‘Jurassic World’ ist er der Mann mit Durchblick und federführend im Klicker-Training mit Raptoren. Ein Dinoflüsterer mit Schwäche für die Business-Lady Claire. Ein Schelm, wer den Erzählstrang zu Ende denken kann.

Filmkritik "Jurassic World": Ein würdiger Nachfolger von Spielbergs Dinokino

Claire – Tante Claire – kriegt Besuch von ihren Neffen Zach und Gray (Nick Robinson und Ty Simpkens) und das Dinodrama nimmt seinen Lauf. Dinosaurier überall: Baby-Dinos als Reittiere für Kinder im Streichelzoo, Pflanzenfresser-Dinos können bequem vom Jeep wie auf Foto-Safari-Tour begafft werden und die Vertreter der Fleischfresser sind schick im Hochsicherheitstrakt untergebracht. Eine schöne falsche Welt. Und dann kommt was kommen muss: der Ausbruch und der einhergehende Kontrollverlust…

Fazit: Proppevolle Insel, geldgeile Investoren, rücksichtsloses Militär, ein testosterongesteuerter Dinoversteher, ein Frau in komplett schneeweißer Kleidung auf dem Acker und zwei Bubis mittenmang. ‘Jurassic World’ ist ein würdiger Nachfolger von Steven Spielbergs „Jurassic Park“ von 1993 nach dem Bestseller von Michael Crichton. (KW)

Filmkritik "Jurassic World": Ein würdiger Nachfolger von Spielbergs Dinokino

Fotos: Universal Pictures