Mittwoch, 17. Juni 2015, 13:59 Uhr

Hermes Phettberg kommt ins Kino: Seht her, wie der Typ verreckt!

Hermes Phettberg (62) ein österreichischer Schauspieler, Schriftsteller und Talkshow-Moderator. Er selbst bezeichnet sich heute als “Publizist und Elender“. Mit der vom ORF gesendeten Talkshowparodie ‚Nette Leit Show‘ wurde er in den 1990ern zum Kult-Star.

Hermes Phettberg kommt ins Kino: Seht her,  wie der Typ verreckt!

Am Dienstag präsentierte er höchstpersönlich im Berliner Techno-Tempel den Dokumentarfilm ‚Der Papst ist kein Jeansboy‘. Ein verstörend schnörkellosen Porträt als eine Art Passionsspiel in 12 Kreuzweg-Stationen über den bemitleidenswerten einsamen Alltag der einstigen österreichischen Talk-Ikone in Wien-Gumpendorf. „Der Typ verreckt. Und wir sehen alle weg“, bringt es die ‚zeit‘ auf den Punkt.

Das Blatt schrieb weiter: „Vielen Menschen ekelte vor Phettberg, man gruselte sich vor dem Elefantenmenschen mit den dicken Lippen im freundlichen Gesicht, der einem aus ewig nassen Augen anstarrte. Phettberg – dieser muskellose Hulk – kam der Wiener Intellektuellen-Schickeria gerade recht. An ihm konnte man sich als Guten erproben. Und wie weit das Gute zuträglich war.“ Nach zwei Jahren war 1996 schon wieder Schluß mit dem Hype, der ihn einem größeren Publikum in Österreich, Deutschland und der Schweiz bekanntmachte.

Der deutsche Schriftsteller und Filmemacher Sobo Swobodnik (Foto unten) zeigt den täglichen Kampf eines einstmaligen Stars, der zu einem bevormundeten Außenseiter und „Scheiterhaufen“ wurde, er zeigt das Elend eines schwerkranken, dennoch aufrechten und tiefehrlichen Menschen in Situationen, in denen wir Feiglinge lieber wegschauen. Und er zeigt vor allem eins: Den unbändigen Willen eines “Elenden” zu Überleben! Keine leichte Kost für Leute, die auf Blümchensex stehen und dabei das Licht ausmachen. Nix für Strahlemänner, die angewidert sind vom Elend ihrer Nachbarn.

„Der irrsinnigste deutschsprachige Talkmaster“ (Zeit) erlitt drei Schlaganfälle, einen Herzinfarkt und leidet unter extremer Blasenschwäche. In der Folge wurde Phettberg mittellos, verschuldet und gilt nun als bekanntester Sozialhilfeempfänger Österreichs. Hemes magerte von 170 auf 73 Kilo ab. “Leider Gottes fress ich wieder, wo es nur geht, und habe bereits wieder über 90 Kilo” sagte er laut Salzburg.com jetzt.

Hermes Phettberg kommt ins Kino: Seht her,  wie der Typ verreckt!

Gestern also der Auftritt des Fetisch-Extremisten und bekennenden schwulen Sadomasochisten, im Rahmen einer „Verfügungspermanenz“ im Schlackekeller des ‚Berghain‘. Inszeniert als Passionsspiel und der 13. Station des Kreuzwegs mit vier Jeansboys und Peitsche – in goldener Unterwäsche mit nichts drunter. Seine Haut wirkt überraschend gesund, straff und faltenfrei. Und mit einer Krone auf dem Kopf, die wohl auch hinausschreit „Bis hier habe ich es geschafft. Ich bin noch da!“

In einer szenischen Einrichtung von Hannes Hametner ließ sich Phettberg von vier Jeansboys mit Peitschen züchtigen.

‚Der Papst ist kein Jeansboy‘ wurde beim Filmfestival Max Ophüls Preis 2012 in Saarbrücken als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet. Danke für diesen aufrechten Film! Deutscher Kinostart ist der 2. Juli.

Hermes Phettberg kommt ins Kino: Seht her,  wie der Typ verreckt!

Hermes Phettberg kommt ins Kino: Seht her,  wie der Typ verreckt!

Hermes Phettberg kommt ins Kino: Seht her,  wie der Typ verreckt!

Fotos: klatsch-tratsch.de/Hoffmann, W-film Distribution