Montag, 22. Juni 2015, 15:15 Uhr

Modetrends: Retro und Vintage sind wieder schick und aktuell

Die aktuelle Mode kehrt zu altbewährten Stilen zurück, Retro oder Vintage liegen im Sommer 2015 im Trend. Beide Stile drücken den Wunsch nach einer individuelleren Kleidung aus. Welche Kleidungsstücke sind in und worauf sollte und kann verzichtet werden?

Modetrends: Retro und Vintage sind wieder schick und aktuell

Retro-Mode oder Vintage-Style dominieren seit Jahren immer wieder die Laufstege, aktuell liege beides im Trend, so die Badische Zeitung: Sowohl Kleidungsstücke aus früheren Zeiten (Retro) als auch Second-Hand-Mode (Vintage) boomen, dies sei ein Ausdruck von Sehnsucht nach der stilvollen Mode aus den 1950er-Jahren sowie nach den farbfrohen und verspielten Kleidungsstücken der 1970er-Jahre.

Der Hype startete mit Julia Roberts, die sich auf der Oscar-Verleihung 2001 mit einem stilvollen Kleid von Valentino aus dem Jahr 1992 zeigte. Seitdem kehrt der Retro-/Vintage-Style regelmäßig ins Rampenlicht zurück, heutzutage tragen junge Stars wie die Schwestern Mary-Kate und Ashley Olsen nach Angaben ihrer Stylisten bevorzugt Vintage-Kleidung.

Bleistiftröcke, schmale Oberteile, Dreiviertel-Hosen und vielfältige Vichy-Muster sind in den aktuellen Mode-Kollektionen ebenso häufig anzutreffen wie Blümchenkleider, Schlaghosen und Ethno-Oberteile im indianischen Look.

Modetrends: Retro und Vintage sind wieder schick und aktuell

Der Schlaghosen-Look der Seventies
Wallende Kleider in Kombination mit gestrickten Kardigans, Kleider mit Rüschen-Mustern und natürlich Schlaghosen sind die prägenden Elemente der früheren Mode-Dekade, die eine Rückkehr feiern. Die Frühjahrs- und Sommerkollektionen bekannter Designer wie Louis Vuitton, Dries Van Noten, Proenza oder Valentino beweisen, dass die Mode aus den 70er-Jahren ganzjährig aktuell sein wird.

Die folgenden Tipps sind eine Hilfe, damit die Schlaghose zum Gesamt-Look passt:

  • Das Tragen von hochhackigen Schuhen lässt die Beine extralang wirken, zudem gleichen sie die Proportionen aus.
  • Zu kurvigen und weiblichen Hüften passen längere Sweater oder Blazer.
  • Bei den Schnitten liegen zwei im Trend: So kann die Hose entweder eng am Oberschenkel anliegen, unterhalb des Knies wird sie dann breiter. Die andere Variante: Die Hose ist bereits am Oberschenkel weit und wird ab Kniehöhe noch weiter.
  • Generell sollte die Hose nicht zu tief sitzen, eine Daumenbreite um den Bauchnabel wird empfohlen.
  • Des Weiteren ist es wichtig, dass die Hose bis zum Boden reicht. Ist sie zu kurz, sieht dies im Sprachgebrauch nach „Hochwasser“ aus.

Bohemian-Look ist ebenfalls wieder in
Stars und Sternchen in Hollywood kleiden sich aktuell gerne im Bohemian-Look. Dem „Boho Chic“, wie der Mode- und Lifestyle in seiner Kurzform heißt, eiferten besonders in den 2000er-Jahren zahlreiche Celebrities nach.

Modisch betrachtet, ist der Stil geprägt vom Hippie-Look der 70er sowie von rockigen Elementen, dazu viel Schmuck und Accessoires. Zum lässigen Look zählen Schlaghosen, Blümchenblusen sowie lange Maxikleider. Dies sind die Grundelemente, die Promis wie Kate Hudson, Mischa Barton und Nicole Richie in immer wieder neuen Varianten an Mustern, Farben und Stoffen miteinander kombinieren.

Boho Chic ist gleichbedeutend mit viel Schmuck und Accessoires
Ein elementar wichtiger Aspekt sind die vielen Accessoires, das heißt zahlreiche Halsketten, Fußkettchen, Ohrringe und Armreifen. Ende Mai diesen Jahres hat das Schmuck-Label Cadenzza den vierten Store in Deutschland eröffnet. Zahlreiche Gäste aus Wirtschaft und Medien folgten der Einladung. Promis wie Cathy Fischer, Verena Kerth, Kriemhild Siegel, Doreen Dietel und Julia Tewaag durften die funkelnden Teilchen wie Armbänder probetragen.

Zusätzlich zum Schmuck nimmt die Verzierung der Haare ebenfalls eine wichtige Rolle ein. Modische Stirnbänder und bunte Tücher werden um den Kopf gewickelt, die Haare werden zu Kränzen geflochten von langen Zöpfen in Form gehalten.

Bohemian-Look für den Alltag
Boho-Chic ist ein toller Trend, doch eignet sich dieser verspielte Stil auch für den Alltag im Büro oder in der Freizeit? Zunächst sei ein Lieblingskleidungsstück auszuwählen, egal, ob eine Hose, eine verzierte Weste in erdigen Tönen oder Sandalen. Dazu werden passende schlichte Kleidungsstücke kombiniert, z.B. ein weißes T-Shirt oder eine einfarbige Leggins. Das gesamte Outfit wirkt lässig, aber nicht zu verspielt. Sollte der Arbeitgeber trotzdem nicht mitspielen, ist das Tragen von passenden Accessoires – Schmuck, Schuhe oder eine Tasche – noch immer möglich.

Bunt und schick, aber in begrenzter Zahl

Neben Kleidungsstücken, die in diesem Sommer in sind, gibt es bei den Modestilen auch einige Dinge, die out sind. Dies trifft auf Haarreifen aus Plastikblumen zu. Bikini-Tops und knappe Daisy Dukes seien ebenfalls out, stattdessen empfiehlt die Mode-Expertin Illaria Urbinati dezent bestickte Flatterblüschen mit dazu passenden Shorts oder einen kurzen Overall („Jumpsuit“).

Frauen, die eine Kopfbedeckung tragen möchten, empfiehlt die Mode-Expertin Illaria Urbinati die bunt bedruckten Turbane im Stil von Eva Mendes oder Strohhüte ähnlich denen von Kate Bosworth und Diane Kruger. Accessoires sind wichtig, jedoch gilt: Nicht mit Blumen in den Haaren sowie mit Fransen, Wildleder und Perlenketten übertreiben.

Sonderheft zu Vintage-Mode zum Nachnähen
Das Kreativmagazin „Burda style“ hat im Herbst vergangenen Jahres ein Sonderheft zur Mode der 1950er Jahre veröffentlicht, Zielgruppe sind demnach die Liebhaber des Vintage- und Retro-Looks. Burda style wurde im Jahr 1949 gegründet, das Heft mit dem Titel „Vintage burda. Die fantastischen Fifties“ enthält zwölf Originalschnitte aus der damaligen Dekade, zudem werden frühere Stil-Ikonen und bedeutende Designer vorgestellt. Für dieses Jahr plant das Magazin eine Ausgabe mit dem Fokus auf die Mode der 60er-Jahre.

Stöbern im eigenen Kleiderschrank lohnt sich
Wer nicht über die nötige kreative Ader zum Nähen verfügt, kann im eigenen Kleiderschrank angesagte Vintage-Kleiderstücke finden. Immer aktuell bleiben klassische Teile wie verwaschene Jeans, Lederjacken oder Denimjacken. Tipps, wie aus alten T-Shirts etwas Neues wird, gibt es unter br.de.

Auch hier gilt: Weniger ist manchmal mehr, also lieber ein Kleidungsstück, das eine persönliche Note versprüht, anziehen als mehrere Vintage-Teile, die in Kombination einen optisch zu schrägen Eindruck vermitteln.

Fotos: pixabay.com/BhaktiCreative, publicdomainpictures.net/Peter Griffin