Dienstag, 23. Juni 2015, 9:24 Uhr

Ist Taylor Swift eine Scheinheilige?

Popstar Taylor Swift wurde von einem Fotografen als scheinheilig bezeichnet, da sie bezüglich künstlerischer Vergütung ganz ähnlich verfahre wie der neue Streamingdienst Apple Music, den sie erst kürzlich kritisierte.

Ist Taylor Swift eine Scheinheilige?

Die Sängerin hatte einen Brief an Apple geschrieben und sich darüber beschwert, dass die Künstler in deen ersten drei Monaten nach dem Start des Services ab 30. Juni nicht angemessen vergütet werden. Aus dem gleichen Grund hatte sie alle ihre Alben von Spotify genommen, um gegen die geringe Bezahlung und “mangelnde Wertschätzung” der Musiker zu protestieren. Daraufhin hatte Apple öffentlich angekündigt, ihr Geschäftsmodell entsprechend zu überarbeiten. Nun erhält die Platten-Millionärin jedoch heftigen Gegenwind.

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Der Fotograf Jason Sheldon wirft ihr vor, ihren Fotografen, die von ihr während Konzerten Bilder schießen sollen, einen ähnlichen Knebelvertrag vorzusetzen. Vorher lobte er Swift jedoch in einem Blog-Post: “Ich begrüße ihre Kritik an Streaming-Plattformen. Es ist toll, wenn jemand, der so viele Fans hat und so viele Menschen erreichen kann, für die Rechte von kreativen Leuten einsteht und Unternehmer kritisiert, die so mächtig sind, dass sie die Karriere von jemandem zerstören können.”

Anschließend macht er die Kopie eines Vertrages öffentlich, den Fotografen unterschreiben müssten, wenn sie Fotos auf den Shows von der Musikerin schießen wollen. Laut den Verträgen darf ein Foto nur ein Mal verwendet werden – die weltweiten Rechte an dem Bild gehören dann jedoch Swift, nicht den eigentlichen Urhebern, den Fotografen. Dies kritisierte Sheldon somit zu Recht: “Was genau unterscheidet dich hier von Apple? Wenn du nicht ausgenutzt werden willst ist das großartig. Mache dagegen ein öffentliches Statement und ich werde dich unterstützen. Aber wie wäre es, wenn du erst einmal feststellst, dass du nicht schuldig bist, genau die selbe Taktik zu verwenden, wie diejenigen, die du angreifst? Auch Fotografen müssen ihren Lebensunterhalt verdienen. Wie Apple, so kannst auch du es dir leisten, für die Bilder zu zahlen. Also bitte hör auf, uns zu zwingen, sie dir zu geben und uns zu verbieten, sie mehr als einmal öffentlich zu machen.” Taylor Swift hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. (Bang)

Foto: WENN.com