Donnerstag, 25. Juni 2015, 9:00 Uhr

Queen Elizabeth II. lauscht Vortrag in Berliner Uni: Was ist typisch britisch?

Der akkurat getrimmte Rasen, die Liebe zu Hunden oder James Bond: Königin Elizabeth II. hat an der Technischen Universität in Berlin einen Vortrag über typisch Britisches gehört.

Queen Elizabeth II. lauscht Vortrag in Berliner Uni: Was ist typisch britisch?

Zur Vortragsreihe “Queen’s Lecture” kam neben der Monarchin überraschend auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). “Die Engländer haben die Angewohnheit, auf nassem Gras zu laufen”, sagte der britische Museumsdirektor Neil MacGregor, der die Vorlesung zum Thema “Symbols of a Nation” am Mittwoch auf Englisch hielt. Auch die Schwäche des Königshauses für Hunde ließ der designierte Gründungsintendant des Berliner Schlosses nicht unerwähnt.

Mit dem Land der Queen verbindet man ihm zufolge auch James Bond. Mit den schnellsten Autos und den besten Technologien verkörpere der Agent, was Großbritannien sein wolle. Doch das wohl stärkste Symbol des Landes sei eine andere Person: die Königin selbst. “Das zentrale und dauerhafte Element ist die Queen’, sagte MacGregor. “Während James Bonds Dienste im Geheimen stattfinden, sind die Ihrer Majestät öffentlich.”

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Beim Bankett am Abend wird es noch einmal politisch. Bundespräsident Gauck und die Queen finden deutliche Worte. “Wir wissen, dass die Spaltung in Europa gefährlich ist und dass wir uns davor in Acht nehmen müssen”, sagte sie am Abend beim Staatsbankett zu ihren Ehren im Berliner Schloss Bellevue laut einem vorab verbreiteten Redemanuskript. “Das bleibt unser gemeinsames Bestreben.” Großbritannien habe sich in Europa immer sehr engagiert.

Gauck würdigte den Einsatz der Königin für die europäische Integration. Ein Vierteljahrhundert nach dem Ende der Teilung das Kontinents stehe die EU vor großen Herausforderungen.”«Wir wissen auch, dass wir eine handlungsfähige Union brauchen, die auf der stabilen Grundlage gemeinsamer Werte steht. Deshalb ist ein konstruktiver Dialog über die von Großbritannien angestrebten Reformen unerlässlich”, sagte er. “Deutschland wird diesen Dialog als guter Partner unterstützen. Denn Großbritannien ist Teil Europas.”

Am Vormittag waren die royalen Gäste vom Bundespräsidenten und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt empfangen worden. Die beiden Besucher trugen sich ins Gästebuch des Bundespräsidialamtes ein und tauschten Geschenke mit dem deutschen Staatsoberhaupt aus.

Beim Treffen mit der Kanzlerin führte Merkel die Queen auch durchs Kanzleramt und zeigte ihr auf einer Terrasse den Blick auf die Hauptstadt. “Dort, wo der Zug fährt, da stand die Mauer”, sagte Merkel auf Englisch. Sie zeigte nach vorne und erklärte der Königin, sie selbst habe in Ostdeutschland gelebt. Die Bundesregierung veröffentlichte die Szenen in einem Video bei Facebook. Wenige Stunden später traf sich auch der britische Premierminister David Cameron mit Merkel. Es war einer der wenigen Belege dafür wie Merkel Englisch spricht.

In der Neuen Wache gedachte die Königin der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. (dpa)

Foto: WENN.com