Mittwoch, 01. Juli 2015, 16:08 Uhr

Starproduzent Nico Hofmann wettert gegen den US-Serien-Hype

Der erfolgreiche TV-Produzent Nico Hofmann plädiert für mehr Selbstbewusstsein in Deutschland. Hofmann sieht US-Serien wie ‘Homeland’ nicht als Maß aller Dinge, sondern ist von der Qualität deutscher TV-Produktionen überzeugt.

Starproduzent Nico Hofmann wettert gegen den US-Serien-Hype

Der Münchner ‘tz’ sagte er: “Ehrlich gesagt kann ich diese elendige Debatte darüber, wie schlecht deutsches Fernsehen angeblich ist, nicht mehr ertragen”- Er finde es ärgerlich, dass sich Kanzlerin Angela Merkel mit Tom Hanks und Steven Spielberg bei Dreharbeiten in Berlin fotografieren lässt. “Ich würde mich freuen, wenn die Kanzlerin auch mal bei Tom Tykwer antritt und ein deutsches Filmset besucht.” Bei allen Sympathien für die USA könne er “diese Hörigkeit Amerika gegenüber” nicht verstehen, so der 55-Jährige weiter. “Dass Netflix die Wachküssung aller Kreativen ist, stimmt einfach nicht.”

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Hofmann (auf unserem Foto mit TV-Star Maria Fuertwaengler) prouzierte zuletzt die aufwändigen Serien wie ‘Unsere Mütter, unsere Väter’, ‘Deutschland 83’ und Filme wie ‘Hindenburg’, ‘Rommel’, ‘Der Medicus’ und ‘Nackt unter Wölfen’. Abgedreht ist ebenfalls die Uli-Hoeneß-Satire ‘Udo Honig – Kein schlechter Mensch’.

Im Herbst startet die Spionage-Serie ‘Deutschland 83’ bei RTL. Zur USA-Premiere sagte Hofmann: “Ein Riesenerfolg. Wir haben hervor­ragende Kritiken bekommen und eine tolle Quote. Die New York Times hat völlig begeistert über die Serie ge­schrieben. Der Independent aus Eng­land genauso, Vanity Fair, eigentlich alle. Darauf bin ich stolz, diese Auf­merksamkeit für ein deutsches Pro­dukt müssen Sie in Amerika erst mal hinbekommen.” (dpa/KT)

Foto: WENN.com/AEDT