Mittwoch, 08. Juli 2015, 19:29 Uhr

Gérard Depardieu als sibirischer Gouverneur?

Gérard Depardieu wurde als Gouverneur für den sibirischen Stadtbezirk Omsk vorgeschlagen. Der Schauspieler und Putin-Freund hat die russische Staatsbürgerschaft und könnte deshalb tatsächlich für das Amt kandidieren.

Gérard Depardieu als sibirischer Gouverneur?

Für die anstehende Wahl vorgeschlagen wurde der 66-Jährige von dem Lokalpolitiker Igor Bassow, der für die Partei RPR-Parnas tätig ist. Er selbst gab gegenüber der russischen Zeitung ‘Kommersant’ bekannt, dass er Depardieu zum Gouverneur machen wolle: “Er ist ja nicht nur Schauspieler, er ist auch Unternehmer. Er hat Erfahrung als internationale Führungskraft und kann neue Investitionen nach Omsk holen.” Die russische Staatsangehörigkeit wurde dem ‘Obelix’-Darsteller 2013 von Wladimir Putin höchstpersönlich angeboten. Der stellte dem Schauspieler auch direkt einen Pass aus. Der russische Präsident bezeichnete den Schauspieler damals öffentlich als seinen Freund. Dass Putin so mit Depardieu sympathisiert liegt daran, dass dieser sich damals öffentlich über die von Frankreich beschlossene Reichen-Steuer von 75 Prozent aufregte. Er zog nach Belgien und nahm die russische Staatsbürgerschaft an. Für Verwirrung bei der ganzen Gouverneurs-Geschichte sorgt allerdings, dass die RPR-Parnas-Partei eigentlich alles andere als mit Putin zusammenarbeitet.

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Depardieu hingegen zeigte sich immer wieder als Fan der Politik Putins, obwohl er in Russland auch darüber hinaus bekannt und ein großer Werbestar ist. Ilja Jaschin, der Vorstandsvorsitzende der RPR-Parnas-Partei, nannte den Vorschlag seines Kollegen deshalb wohl auch einen schlechten Witz. Dennoch blieb Bassow bei seinem Vorschlag und behauptete sogar, dass er dem Leinwandstar bereits einen Brief geschickt habe. “Es störte doch auch niemanden, als Schwarzenegger in den USA einen Staat regierte”, wurde er von der ‘Bild’-Zeitung zitiert. Ein Sprecher Depardieus machte dem ganzen nun den Gar aus, er sagte, der Franzose habe keinen Brief erhalten und würde den Vorschlag abgesehen davon natürlich nicht annehmen. (Bang)

Foto: KIKA/WENN.com