Sonntag, 12. Juli 2015, 20:44 Uhr

Amy & Co.: Sieben Musiklegenden, die mit 27 Jahren von uns gingen

“Live fast, love hard, die young” – dieses Credo beherzigten zahlreiche geniale Musiker, die mit ihrem außergewöhnlichen Talent, musikalischen Einfluss und exzessiven Lebensstil (Musik-)Geschichte schrieben. Und nicht wenige zahlten dafür einen hohen Preis, wie beispielsweise die legendäre britische Soul-Sängerin Amy Winehouse.

Amy & Co.: Sieben Musiklegenden, die mit 27 Jahren von uns gingen

Deren Lebensgeschichte ist ab dem 16. Juli in dem von der Kritik hochgelobten Dokumentarfilm ‘Amy’ von Regisseur Asif Kapadia (‘Senna’, 2011) in den deutschen Kinos zu sehen (siehe unsere Fotos). Viele dieser Musiklegenden starben mit nur 27 Jahren, teils unter mysteriösen Umständen. Wir werfen einen Blick auf die Mitglieder des sogenannten „Klub 27“:

1. Brian Jones (28. Februar 1942 – 3. Juli 1969)
1942 in Wales geboren, lernt Brian Jones schon früh das Spielen verschiedener Musikinstrumente. Doch erst als er mit siebzehn Jahren eine Gitarre geschenkt bekommt, wird sein Interesse für Blues und Rock’n’Roll richtig geweckt. Schicksalshaft ist Jones‘ Begegnung mit Mick Jagger und Keith Richards im Jahr 1962 – die ROLLING STONES sind geboren! Aber bereits 1969 folgt die Trennung von der Band. Offiziell heißt es, man hätte sich musikalisch auseinandergelebt – viel mehr ist jedoch Jones‘ exzessiver Lebensstil Grund der Trennung.

Nur einen Monat später wird Brian Jones tot in seinem Pool aufgefunden. Er war unter ungeklärten Umständen ertrunken.

2. Jimi Hendrix (27. November 1942 – 18. September 1970)
James Marshall Hendrix, 1942 in Seattle geboren, entdeckt früh seine Leidenschaft für den Rock’n’Roll. Der Grundstein seiner Musikerkarriere wird bereits im Alter von dreizehn Jahren gelegt, als Hendrix zunächst eine Ukulele und später eine Gitarre von seinem Vater geschenkt bekommt. Als Hendrix mit neunzehn frühzeitig aus der Army entlassen wird, spielt er in verschiedenen Bands und eigenen Gruppen. Im Jahr 1969 folgt schließlich der Auftritt auf dem legendären Woodstock Festival, der Hendrix weltberühmt macht.

Als man Jimi Hendrix im September 1970 tot im Londoner Samarkand Hotel auffindet, wird Ersticken durch Erbrochenes festgestellt. Dennoch entstehen rund um seinen Tod zahlreiche Spekulationen.

3. Janis Joplin (19. Januar 1943 – 4. Oktober 1970)
Mit siebzehn Jahren zieht die 1943 geborene Janis Lyn Joplin von Zuhause aus, um Sängerin zu werden. Im Laufe der Zeit gelingt es ihr, in der Musikszene festen Fuß zu fassen und sich durch ihren bis dahin für eine Weiße einzigartigen Gesangstil als „Queen des (weißen) Bluesrock“ einen Namen zu machen. Das Highlight ihrer kurzen Karriere folgt im Jahr 1969, als Janis Joplin mit der Kozmic Blues Band auf dem Woodstock Festival auftritt.

Nur ein Jahr später wird Joplin während der Arbeiten an einem neuen Studio-Album in Los Angeles tot in ihrem Apartment aufgefunden. Sie stirbt an einer Überdosis Heroin.

4. Jim Morrison (8. Dezember 1943 – 3. Juli 1971)
Im Jahr 1965 gründet der einundzwanzigjährige Jim Morrison in Los Angeles zusammen mit Kommilitonen die Band THE DOORS. Zu Morrisons raschem Aufstieg als Rockstar tragen zahlreiche Faktoren bei: Eine gekonnte Selbstinszenierung und Selbstmythisierung, sowie seine dunklen Liedtexte und spektakulären Auftritte. Gemeinsam mit THE DOORS erweitert Morrison das Repertoire der Rockmusik und gilt seit jeher als eine der charismatischsten Persönlichkeiten der Rockmusik.

Am Morgen des 3. Juli 1971 stirbt Jim Morrison an einem Herzstillstand, der vermutlich auf eine Überdosis Heroin zurückzuführen ist.

5. Kurt Cobain (20. Februar 1967 – 5. April 1994)
Kurt Donald Cobain, 1967 in Aberdeen bei Seattle geboren, bricht als Achtzehnjähriger nach Washington auf, um dort mit verschiedenen Bands aufzutreten. Bald darauf gründet er die Band NIRVANA. Mit ihnen veröffentlicht Cobain drei Studioalben und ist auch als Solokünstler an anderen Veröffentlichungen befreundeter Bands beteiligt. Auf einer der Tourneen lernt Cobain seine künftige Frau Courtney Love kennen, mit der er später eine Tochter bekommt.

Nachdem Cobain im April 1994 Selbstmord begeht, wird der begnadete Songwriter posthum zur Rockikone erklärt.

6. Kristen Pfaff (26. Mai 1967 – 16. Juni 1994)
Kristen Paff wächst in Buffalo (Bundesstaat New York) auf. Während ihres Musikstudiums bringt sie sich selbst Bassgitarrespielen bei. Mit ihren Freunden, dem Sänger und Gitarristen Joachim Breuer und dem Schlagzeuger Matt Entsminger gründet sie die Band Janitor Joe. 1993 folgt das Album ‘Big Metal Birds’ sowie eine USA-Tour aber der Erfolg will sich nicht wirklich einstellen. Während der Tour durch Kalifornien wird sie von dem Gitarristen Eric Erlandson und Frontfrau Courtney Love der Grunge-Band Hole entdeckt. Die suchten gerade einen Nachfolger für Leslie Hardy am Bass. Pfaff sagt zu und ist dann auch bei den Aufnahmen zum zweiten Hole-Album ‘Live Through This’ dabei. Das Werk kommt im April 1994 nur ein paar Tage nach dem Tod von Courtney Loves Gatten Kurt Cobain heraus und erreicht Platinstatus.

Am Morgen des 16. Juni 1994 wird Pfaff von einem Freund tot in ihrer Badewanne liegend aufgefunden. Angeblich soll sie an einer Heroin-Überdosis gestorben sein.

7. Amy Winehouse (14. September 1983 – 23. Juli 2011)
Amy Winehouse – jüngstes Mitglied im „Klub 27“ – bleibt mit ihrem Ausnahmetalent nicht lange unentdeckt. So kommt es, dass Winehouse mit gerade mal zwanzig Jahren ihren ersten Plattenvertrag bei Island Records unterschreibt. Ihre musikalische Heimat findet die junge Jazzsängerin zunächst auf kleinen Festivals und in Independent-Clubs. Doch die große Bühne lässt nicht lange auf sich warten. Als Winehouse 2006 der große internationale Durchbruch mit dem Album „Back to Black“ gelingt, beginnt die Zeit der großen Shows und Duette, aber auch die Zeit des plötzlichen Ruhms mit all seinen Schattenseiten. Am 23. Juli 2011 wird Amy Winehouse mit einer Alkoholvergiftung tot in ihrem Haus aufgefunden.

Regisseur Asif Kapadia hat jetzt mit dem Dokumentarfilm ‘AMY’ ein herausragendes Portrait über die viel zu früh verstorbene Ausnahmekünstlerin Amy Winehouse geschaffen. Ab dem 16. Juli ist das Werk im Kino zu sehen.

Amy & Co.: Sieben Musiklegenden, die mit 27 Jahren von uns gingen

Über den Film: Amy Winehouse, die Beehive-Ikone mit der unvergleichlichen Soulstimme, die mit ihren persönlichen Texten Millionen Menschen bewegte und sechs Grammys mit nach Hause nahm. Dieselbe Amy, deren Drogenexzesse die Schlagzeilen weit über England hinaus bestimmten, deren betrunkene Auftritte für Aufsehen sorgten und die am 23. Juli 2011 viel zu früh die Bühne des Lebens verlassen musste.

Wer aber war die Amy hinter den Kulissen? Was spornte sie an auf ihrem Weg, und wer waren ihre Begleiter? Der Dokumentarfilm ‘Amy’ (dt. Kinostart: 16. Juli 2015) erzählt mit großer Sensibilität die Geschichte einer Ausnahmekünstlerin, die eine unendliche Leidenschaft für die Musik, viel Humor und immer ihren eigenen Kopf hatte, aber auch ihre Unsicherheiten, ihre Zwänge und ein unersättliches Verlangen, geliebt zu werden. Der Film zeigt einen fröhlichen Teenager, die junge Jazzsängerin, die ihre musikalische Heimat auf kleinen Festivals und in Independent-Clubs findet. Er begleitet sie weiter durch die Zeit des plötzlichen Ruhms, der großen Shows und Duette (u.a. mit Jazz-Legende Tony Bennett) und die Versuche, wieder zu sich zu finden. Dabei ist ‘Amy’ so ehrlich, roh und überraschend wie seine Protagonistin selbst. Mit ‘Amy’ ist ein herausragendes Porträt über eine der größten Musikerinnen unserer Zeit entstanden. (KT/CS)

Fotos: Prokino