Dienstag, 14. Juli 2015, 9:10 Uhr

Neonazi-Satire "Heil": "Ein Film für Menschen mit Humor und Menschen ohne“

Gestern Abend feierte die Neonazi-Satire ‘Heil’ in Berlin Premiere. Das Event fand im ehemaligen DDR-Premierenfilmtheater „Kino International“ statt, das seit einigen Jahren auch unter Denkmalschutz steht. Und trotz des kleinen aber feinen Rahmens der Premiere war der Andrang sehr groß. Viele Schaulustige wollten einen Blick auf die Darsteller erhaschen oder ein Autogramm abstauben.

Neonazi-Satire "Heil": "Ein Film für Menschen mit Humor und Menschen ohne“

In der Satire von Dietrich Brüggemann geht es um einen farbigen Schriftsteller, der auf ein Dorf voller Neonazis trifft und Opfer eines Anschlags wird. Aufgrund diesen Kopfschlags verliert Schriftsteller Sebastian sein Gedächtnis und zeigt plötzlich selbst rechtsradikale Züge. Der Film geriet schon vorab ins Gespräch, denn er nimmt jegliche Klischees mächtig aufs Korn. Denn Gesellschaftssatire trifft auf Liebeskomödie – mit Benno Führmann, Liv Lisa Fries und Jerry Hoffmann in den Hauptrollen. Außerdem mit dabei Jacob Matschenz, Daniel Zillmann, Oliver Bröcker sowie auch die Schwester des Regisseurs Anna Brüggemann und viele mehr.

Mit deutscher Pünktlichkeit erschienen die Darsteller um Benno Führmann auf dem Roten Teppich und posierten ausgelassen für die Fotografen. Die Stimmung unter den Schauspielern war blendend und man konnte miterleben, wie gut sich doch alle untereinander verstanden. Wie auf einer großen Klassenfahrt wurde herrumgealbert und kleine Späßchen gemacht.

Neonazi-Satire "Heil": "Ein Film für Menschen mit Humor und Menschen ohne“

Und genauso sieht es Dietrich Brüggemann (Foto unten) auch mit seinem Film, er nimmt ihn mit viel Humor und das sollen auch die Zuschauer: „Der Film ist für Menschen mit Humor und Menschen ohne Humor.“ Und obwohl der Film wegen seiner Thematik für Gesprächsstoff sorgte und nicht immer positiv Abschnitt, sieht Brüggemann auch das eher gelassen und erklärt im Interview: „Natürlich gab es negative Reaktionen auf den Film, aber wer will sich den aufs Negative konzentrieren. Die Positiven waren aber in der Überzahl.“

In der Hauptrolle ist Jungschauspieler Jerry Hoffmann zu sehen, den man bisher aus Filmprojekten wie ‘Hitman: Agent 47’ oder ‘Shahada’ kennt. Auch Theater spielt der ausgebildete Schauspieler viel und gehört aktuell zum Gorki-Ensemble.

Benno Führmann spielt im Film „Heil“ den rechtsradikalen Sven Stanislawski, der als Anführer der Neonazi-Gruppe des Dröfchens Prittwitz gilt. Und er erklärt im Interview am Roten Teppich, dass es endlich Zeit war für einen Film wie „Heil“: „Jeder darf darüber lachen, denn es wird Zeit, dass man darüber lacht. Und wer lacht, der bewegt sich und ich finde es am schlimmsten, wenn man vor Problemen erstarrt. Denn ohne die Problematik herunterreden zu wollen, muss man ja damit umgehen.“

Auf die Frage, was Benno Führmann zu dem Vergleich mit dem 90er Jahre Kultfilm „Schtonk“ sagt, erklärt er augenzwinkernd: „Ich schaue nur eigene Filme. Ich habe andere Filme nie gesehen“ und fügt kurz darauf hinzu, „ich habe den Film wirklich nicht gesehen.“

„Heil“ von Dietrich Brüggemann mit Jerry Hoffmann und Benno Führmann in den Hauptrollen ist ab dem 16. Juli in den deutschen Kinos zu sehen. (TT)

Neonazi-Satire "Heil": "Ein Film für Menschen mit Humor und Menschen ohne“

Fotos: WENN.com