Freitag, 17. Juli 2015, 19:35 Uhr

Der Tod steht ihr gut: Die schöne Rahel wurde zur ersten "Miss Abschied" gekürt

Der Tod hat auch seine schönen Seiten, zumindest bei diesem Wettbewerb: Den weltweit ersten Contest zur schönsten Bestatterin hat die 33-jährige Lauchheimerin Rahel Merks für sich entschieden – sie ist Deutschlands “Miss Abschied” 2015.

Der Tod steht ihr gut: Die schöne Rahel wurde zur ersten "Miss Abschied" gekürt

Durchgeführt wurde der Wettbewerb von Bestatter-Preisvergleich.de – einem Informationsangebot rund um das Thema Bestattungen. “Mit der Wahl zur ‘Miss Abschied’ möchten wir die Branche in ein neues Licht rücken und zeigen, dass der Beruf des Bestatters sympathisch, attraktiv und dadurch so alltäglich ist wie andere Berufe”, erläutert Portalbetreiber Markus Pohl.

Rahel Merks, die Siegerin des Wettbewerbs, betreibt gemeinsam mit ihrem Mann Sven das Bestattungsinstitut Merks sowie ein Gärtnerei- und Floristikunternehmen. Im Wettbewerb überzeugte sie nicht nur durch ihr ansprechendes Äußeres, sondern ebenso durch ihre sympathische Art und positive, lebensfrohe Ausstrahlung. So konnte sie sich schließlich nach hartem Auswahlverfahren gegen das gesamte Teilnehmerfeld durchsetzen.

Rahel hat große Augen und strahlt meist über das ganze Gesicht, besonders wenn sie von ihrem Job spricht. “Ich bin eine Last-Event-Managerin”, sagt sie dann, oder: “Ich bin Seelsorgerin und Begleiter, ganz nah an den Menschen dran.”

Der Tod steht ihr gut: Die schöne Rahel wurde zur ersten "Miss Abschied" gekürt

Das Online-Portal zum Preisvergleich für Bestattungen hatte die Miss-Wahl ins Leben gerufen, um das Image des Berufs ein wenig aufzupolieren. 47 Bestatterinnen aus ganz Deutschland bewarben sich schließlich. Rahel Merks aus der schwäbischen Gemeinde Lauchheim machte das Rennen – und darf sich also jetzt “Miss Abschied” nennen. Ihr gefällt der Titel. “Es ist eine super Sache, mal das triste Tabuthema in ein anderes Licht zu rücken”, sagt sie.

Nicht alle in der Branche sind allerdings begeistert von der Miss-Wahl. “In diesem sensiblen Bereich ist das sehr grenzwertig”, findet Hans-Joachim Möller, Geschäftsführer des Verbands unabhängiger Bestatter. Rolf Lichtner, Geschäftsführer beim Bundesverband Deutscher Bestatter, hält den Wettbewerb für einen “netten Gag”, auch wenn ihn sein Verband nicht veranstaltet hätte. “Aber es schadet nicht, dass Bestatter auch hübsch sind”, sagt er.

Rahel Merks macht den Job seit mehr als zehn Jahren gemeinsam mit ihrem Mann. Die Berufswahl fiel der gebürtigen Schweizerin in jungen Jahren nicht leicht: “Ich habe damals ein Jahr lang überlegt”. Heute liebt sie ihre Arbeit. «Das ist nicht mehr nur der schwarze Mann mit Hut wie früher», sagt sie und erzählt von Empathie, von Glaube und Hoffnung. Der Beruf des Bestatters wandele sich, die Organisation und Betreuung werde intensiver. Friedhofstrends von Weltallbestattungen bis zum Erinnerungsdiamanten aus Asche verändern den Beruf.

Merks sieht ihre Arbeit als Rundum-Service. Sie entwirft Anzeigen, hält Trauerreden, wäscht und schminkt die Toten, gestaltet den Grabschmuck, spricht mit den Angehörigen. “Die Menschen suchen mehr das Gespräch.” Sie betreibt mit ihrem Mann auch eine Hausdruckerei und einen Floristik-Betrieb, sie kümmern sich auch um Geburten und Hochzeiten. “Ich bin immer nah am Leben, wenn die Tränen fließen.” (KT/dpa)

Fotos: Bestatter-Preisvergleich.de, Wolfram Kastl