Dienstag, 21. Juli 2015, 23:16 Uhr

"Ant-Man" startet: Paul Rudd über seinen Job als Profi-Einbrecher

In Marvel’s ‘Ant-Man’ (Kinostart 23. Juli) übernimmt der vielseitige Paul Rudd die Rolle des Profi-Einbrechers Scott Lang, der unter den Fittichen seines Mentors, des Original-Ant-Man Hank Pym, zum Superhelden wird.

"Ant-Man" startet: Paul Rudd über seinen Job als Profi-Einbrecher

„Meine Figur Scott hat eigentlich nichts mit Hank Pym zu tun“, erklärt Rudd die Dynamik zwischen Pym und Lang in einem großen Interview der Produktion.

„Eigentlich kommt Scott gerade erst aus dem Gefängnis, weil er seine einzigartigen Fähigkeiten dazu eingesetzte hatte, einen Konzern zu Fall zu bringen. Doch Hank Pym hat ihn sich ausgesucht. Er hat seine Vergangenheit untersucht, ihn beobachtet und sich ein Szenario einfallen lassen, bei dem Scott unweigerlich in alte Gewohnheiten zurückfällt. Also findet sich Scott beim Einbruch in Pyms Haus wieder, um dort Geld für den Unterhalt seiner Tochter zu stehlen – das einzige, was ihm wichtig ist. Pym aber hat die Fäden in der Hand und es so eingerichtet, dass Scott den Anzug findet und ein wenig mit ihm herumspielt. Dann bringt er Scott in seine Welt und lehrt ihn, den Anzug richtig einzusetzen.“

Scotts Leinwandpartner ist Michael Douglas in der Rolle von Hank Pym – ein großer Bonus für Paul Rudd. „Ich freute mich ungemein über seine Zusage“, erinnert sich der Darsteller. „Ich habe in meiner Karriere schon mit einigen großen Namen zusammengearbeitet und Michael Douglas gehört zweifellos dazu. Er war in vielen fantastischen Filmen wirklich gut. Und allein die Vorstellung, ihn in dieser Rolle zu sehen, fand ich aufregend.“

Neben der Action und den Effekten hält Rudd die Aufmerksamkeit der Marvel-Filmemacher für die Story und die Charaktere für ausschlaggebend. „Nur wenn man eine Figur nahbar macht, bleiben die Zuschauer interessiert“, vermutet Rudd. „Da kann man noch so schöne Kampfszenen und die fantastischsten Special Effects produzieren: sie bleiben hübsch zum Anschauen, aber ohne Tiefgang. Da bleibt nichts hängen, solange man sich nicht mit den Charakteren mitgeht. Dieser Film funktioniert dagegen auf verschiedensten Ebenen. Er enthält wirklich umwerfende Actionszenen, einige der Kämpfe sind einfach atemberaubend und visuell gibt es Neuerungen, die man nie zuvor gesehen hat. Einige der Technologien sind hier erstmals eingesetzte worden und wirken daher umso mitreißender. Ich hoffe, dass die Leute das zu schätzen wissen und mit den Charakteren und deren Beziehungen untereinander mitfühlen.“

"Ant-Man" startet: Paul Rudd über seinen Job als Profi-Einbrecher

Die Parkour-Szenen wurde von einem Stunt-Double übernommen: “Colin Follenweider, ein wahres Naturwunder, das schon für den Cirque du Soleil gearbeitet hat. Zu Beginn drehten wir einige Motion Capture Einstellungen und ich musste schon nach 30 Minuten Flugrollen und Radschlagen eine Pause einlegen. Das ist unfassbar anstrengend. Colin dagegen fällt drei Stockwerke tief auf einen Metallbalken, macht einen Überschlag und das den ganzen Tag ohne sich zu beschweren”, so Rudd.

Auch wenn die Charaktere recht bodenständig in ihrem Alltag dargestellt sind, brauchte Rudd dennoch nicht lange, um in Superhelden-Stimmung zu kommen. Dazu brauchte es lediglich den Ant-Man-Anzug. „Ein Kostüm – insbesondere ein derartiges – hilft ungemein dabei, sich in eine Figur einzufühlen“, gesteht Rudd. „Die Körperhaltung ändert sich, die Gedanken und der Ansatz ändern sich. Schon beim ersten Anblick hat es mir unter den Nägeln gebrannt. Als man mir den Helm zeigte und ich ihn aufsetzte fühlte ich mich an den Augenblick erinnert als ich als Kind meinen ersten Sturmtruppler-Helm zu Gesicht bekam. Das waren die allercoolsten Helme und so ging es mir auch mit dem Ant-Man Kostüm.“

"Ant-Man" startet: Paul Rudd über seinen Job als Profi-Einbrecher

Bevor er den Anzug tragen konnte, musste Rudd einige Anproben durchstehen. „Seine Komplexität täuscht“, verrät Rudd. „ Nicht nur die Einzelteile, sondern die Funktion verschiedener Elemente, etwa die Art, wie sich die Schulter-Teile anheben, wenn ich meinen Arm nach oben bewege, ohne komisch hochzustehen. Das ist wirkliche Handwerkskunst!“

„Der Anzug sieht gar nicht kompliziert aus wegen des Leder-Überzugs“, verdeutlicht Rudd. „Eher wie ein alter Motorradkombi. Der Trick steckt im Detail, in dem, was unter der Außenschicht passiert und insbesondere in dem verdrahteten Rucksack. Das ganze Ding leuchtet und besteht aus Hunderten Einzelteilen, weshalb das Anziehen auch eine Weile dauert. Bei der halbstündigen Prozedur musste mir immer die Kostüm-Crew helfen.“

"Ant-Man" startet: Paul Rudd über seinen Job als Profi-Einbrecher

Wie passt der Ant-Man-Anzug in den Plot? „Das Clevere an dem Anzug ist die Schrumpf-Funktion“, erläutert Rudd. „Weder Scott noch Hank Pym haben selbst Superkräfte, sondern es sind die Pym Partikel, die Anzug und Helm wie bei einem Adersystem durchziehen. Hätte man bloß die Pym Partikel ohne den Anzug oder den Helm ergäbe das pures Chaos.“

Ant-Man besitzt scheinbar übermenschliche Kräfte, doch es geht nicht nur darum, die Kräfte eines Menschen in Ameisengröße zu bündeln. „Es ist nicht so, als wäre Ant-Man klein und besäße die Kraft eines normalgroßen Menschen“, verdeutlicht der Schauspieler. Seine Kraftübersteigt das bei Weitem, denn komprimierte Masse und Kraft erzeugen potenzierte Energie. Deshalb muss Scott erstmal lernen, seine Kraft als Ant-Man im Zaum zu halten. Schlägt er jemanden und achtet nicht auf seine Kraft, kann er ihn töten. Seine Kraft wirkt wie eine Gewehrkugel und sie zu dosieren erfordert eine Menge Arbeit.“

Seine Lehrmeisterin bei diesem Reifungsprozess ist Hank Pyms Tochter Hope van Dyne, gespielt von Evangeline Lilly. „Scott muss das Kämpfen lernen, deshalb wird er regelmäßig von Hope vermöbelt“, lacht Rudd. „Sie ist im Film definitiv die Härteste und Scott lernt jede Menge von ihr.“

„Evangeline ist ein sportliches Naturtalent“, schwärmt Rudd über die Kampfkunst seiner Kollegin. „Sie ist generell ziemlich tough und könnte das im Film Gezeigte in der Realität wahrscheinlich ziemlich gut umsetzen. Mir haben die Kampfszenen Spaß gemacht, denn es ist einfach lustig, so zu kämpfen. Ich habe dazu in meinen Filmen nicht oft Gelegenheit und genoss es deshalb umso mehr, zu trainieren, die Choreographie einzustudieren und an meinen Bewegungen zu arbeiten.“

Alle sin allem genoss Rudd die Marvel-Dreharbeiten, wie er verrät: „Alle, die für Marvel arbeiten, haben das Gefühl, dass dabei nur die Qualität des Films zählt. Dabei scheut man nicht vor kreativen Risiken zurück und probieren auch noch die scheinbar abstrusesten Ideen. Niemand hält sich zurück und wenn es einmal schiefgeht, dann ist es auch OK – man ist einfach mit vollem Enthusiasmus dabei. Und das macht die Arbeit an den Filmen wirklich großartig.“

"Ant-Man" startet: Paul Rudd über seinen Job als Profi-Einbrecher

Fotos: Disney