Dienstag, 21. Juli 2015, 21:16 Uhr

Klee sind zurück! Und mit was für einem mondänen Album!

Vier Jahre nach ihrem letzten Studioalbum „Aus lauter Liebe“ erwartet uns am 14. August endlich ein Lebenszeichen von Klee. Nicht einfach ein nächstes Album, sondern eine Art musikalisches Fotoalbum, auf dem Suzie Kerstgens und Sten Servaes alte Lieblingslieder in ein Bossa-Nova-Gewand kleiden!

Klee sind zurück! Und mit was für einem mondänen Album!

Ein für die Kölner Popband ungewöhnlicher Sound, den sie bei Studiospielereien auf dem Weg zum nächsten, offiziellen Album entdeckten. Aber es kommt noch besser: bei den Lieblingsliedern handelt es sich um deutschsprachige Schlager! Und zwar um stilvolle, ursprünglich von Männern interpretierte Songs, die mehrheitlich aus den sechziger und siebziger Jahren stammen. Viele sehr bekannte Stücke sind darunter: Howard Carpendales zum geflügelten Wort gewordene Wiedersehenshymne „Hello Again“ verleiht dem Album seinen Namen, Michael Holms schmissiges „Barfuß im Regen“ wird zur hingehauchten Kulisse zwischen Erotikfilm und Strandparty, während sich „Du bist nicht allein“ von Roy Black nachts um drei in einer romantischen Großstadtbar verirrt!

Ja, und auch die achtziger Jahre winken herüber, wenn Udo Lindenbergs melancholische Single „Ich lieb? dich überhaupt nicht mehr“ im Bossa-Gewand entspannter denn je klingt, oder das berühmte „Ohne dich“ der Münchener Freiheit im luftigen Easy-Listening-Kleidchen elegant den breitbeinigen Pathos ablegt und dabei einen perfekt gemixten Drink schlürft. Hits Galore also!

Aber auch weniger nahliegende Coverstücke, wie die deutschsprachigen Versionen von „Nathalie“ eines Gilbert Becaud oder selbst der 70er-Jahre-Giga-Giga-Giga-Hit „Butterfly“ von Danyel Gerard haben ihren Weg auf dieses ungewöhnliche Spätsommeralbum gefunden.

Und es wäre kein Klee-Album geworden, wenn an manchen Stellen nicht um die Ecke musiziert, gesungen und gedacht würde. Mit dem abschließenden „Unser freies Lied“ des italienischen Sängers Lucio Battisti taucht zum Beispiel eine gänzlich unbekannte Nummer auf, die dem insgesamt leichtfüßigen Reigen am Ende eine unerwartete Tiefe verleiht und die beim Hörer über Albumlänge längst erzeugte Gänsehaut noch einmal um etliche geöffnete Poren erweitert. Oder wenn Roland Kaisers leicht frivoles „Manchmal möchte ich schon mit dir“ – von Suzie Kerstgens im Originaltext belassen – einen geschlechtlichen Perspektivwechsel durchmacht, der die beim deutschen Schlager so oft vorhandenen Grenzen mit Leichtigkeit niederschmettert.

Klee sind zurück! Und mit was für einem mondänen Album!

Klee sagten über ihr neues Werk: „Es sind lauter Lieder, die vor unserer Pubertät geschrieben und interpretiert worden sind, und die man immer wieder im Kopf hat, weil sie schon zu Hause bei den Eltern auf Vinylsingles liefen,“ erzählt Suzie. Auffällig ist dabei, dass es sich nicht um die großen Partyschlager handelt: nicht „Sieben Fässer Wein“ von Roland Kaiser kam in die Auswahl, sondern das gefühlvolle „Manchmal möchte ich schon mit dir“. Eben nicht „Aber bitte mit Sahne“, sondern „Immer wieder geht die Sonne auf“ von Udo Jürgens. Lieder, die eher einer „Deep Side of Schlager“ zuzuordnen sind und eine gewisse Melancholie transportieren – und die dennoch gerade in den Klee-Versionen tanzbar sind.

Und wie es zu all dem kam: Als Klee während der Studioarbeit an ihrem kommenden offiziellem Album saßen (dessen Veröffentlichung für 2016 geplant ist), hat die Band für eine Fanta-Werbekampagne eine Coverversion von ‘Hello Again’ eingespielt. Neben der im Spot verwendeten Version entstand – mehr aus Spielerei – eine Bossa-Nova-Variante, die alle Musiker um Suzie und Sten nicht mehr losgelassen hat…

Tracklist:

1. Immer wieder geht die Sonne auf
2. Hello Again
3. Butterfly
4. Über den Wolken
5. Du bist nicht allein
6. Ich lieb Dich überhaupt nicht mehr
7. Ohne Dich
8. Es geht eine Träne auf Reisen
9. Nathalie
10. Manchmal möchte ich schon mit Dir
11. Barfuss im Regen
12. Unser freies Lied

Foto: Mischa Lorenz