Donnerstag, 23. Juli 2015, 19:29 Uhr

Ex-Radprofi Jan Ullrich kämpft weiter

Nach dem geplatzten Deal im Prozess um seinen Alkohol-Unfall in der Schweiz gibt sich Ex-Radprofi Jan Ullrich kämpferisch. “Das weitere Verfahren wird wieder viel Kraft kosten, aber wie immer stehe ich wieder auf und kämpfe weiter”, sagte der 41-Jährige der ‘Bild’-Zeitung.

Ex-Radprofi Jan Ullrich kämpft weiter

Den ersten Schock habe er überwunden, nachdem das Bezirksgericht in Weinfelden in der Schweiz am Dienstag eine von Staatsanwaltschaft und Verteidigung abgestimmte Bewährungsstrafe abgelehnt hatte, ließ Ullrich der Deutschen Presse-Agentur mitteilen. Dennoch gehe es ihm nicht gut. “So eine Niederlage und den damit verbundenen medialen Spießrutenlauf hat niemand gern.”

Der frühere Sieger der Tour de France hatte am 19. Mai 2014 mit 1,8 Promille im Blut zwei Autos gerammt. Verletzt wurde niemand. Der Absprache zufolge sollte er eine Bewährungsstrafe und eine Geldbuße erhalten.

Gerichtspräsident Pascal Schmid warf der Staatsanwaltschaft aber vor, wichtige Informationen nicht beachtet zu haben. So stelle ein Gutachten fest, Ullrich sei 143 Stundenkilometer gefahren, also mehr als 60 km/h über dem erlaubten Tempo 80. Auf solche “Raser”-Vergehen steht in der Schweiz mindestens ein Jahr Gefängnis. Eine neue Gerichtsverhandlung wurde noch nicht angesetzt.

Foto: Ennio Leanza