Samstag, 08. August 2015, 19:53 Uhr

Shootingstar Wolkenfrei: "Ich will meine eigenen Akzente setzen"

Wolkenfrei, das ist Vanessa Mai, die Durchstarterin des Jahres. Sie landete mit ihrem Hit „Wolke 7“ einen echt großen Erfolg. Sie wird schon jetzt als Nachfolgerin von Helene Fischer gehandelt, auch weil sie ebenso jung und hübsch ist wie der Schlagersuperstar.

1271099-47325I39031

Doch auch Vanessa ist eine ausgezeichnete Tänzerin und Performerin und tanzte in Teenagerzeiten sehr erfolgreich in einer Hip Hop Formation. Nun bewegt sich die brünette Sängerin eher zu Schlager-Rhythmen als Frontfrau des Musikprojekts Wolkenfrei. klatsch-tratsch.de traf die Sängerin zum Interview.

Du bist bereits seit einigen Jahren Mitglied von Wolkenfrei, aber erst jetzt kam der große Durchbruch. Wie fühlt sich das an, quasi über Nacht bekannt geworden zu sein?
Das ist für mich alles noch gar nicht so richtig greifbar. Klar bekomme ich mit, was alles passiert, aber es ist der Wahnsinn. Es ist der Traum, den ich immer leben wollte. Ich bin sehr glücklich, dass es jetzt so gekommen ist, aber es ist noch sehr unreal.

Wie erklärst du dir, dass der Erfolg so plötzlich kam, obwohl das Musikprojekt schon seit langer Zeit existiert?
Das ist schwierig zu beantworten, denn es gibt kein wirkliches Erfolgsrezept. Aber ich denke das Team um einen herum ist sehr wichtig dabei sauch die die mit einem zusammenarbeiten. Und natürlich Glück, man muss einfach zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Ich freue mich, dass die Menschen es positiv auffassen. Aber ein wirkliches Erfolgsgeheimnis gibt es wirklich nicht.

Deine Karriere begann eher durch einen Zufall, du wurdest als Besucherin auf einem Konzert entdeckt.
Sängerin und Musikerin zu werden war schon immer mein Traum. Da mein Vater auch Musiker ist stand ich ja auch schon von klein auf bin auf der Bühne. Auch für meine Eltern war mein Traum, Sängerin zu werden, auch nicht utopisch, da es ja schon in der Familie lag. Aber als ich damals entdeckt wurde, war ich einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich hatte meine Ausbildung gerade abgeschlossen und meinen Vater auf einem Konzert besucht. Und da kamen die beiden Jungs von Wolkenfrei auf mich zu, weil die gerade eine Sängerin suchten. Dann ging es ziemlich schnell. Ich hätte auch ohne diese damalige Begegnung mit Wolkenfrei versucht, Sängerin zu werden. Meine Ausbildung war tatsächlich nur eine Zwischenstation dafür, dass ich etwas in der Tasche habe. Das ist heutzutage sehr wichtig. Aber die Musik war etwas, woran ich schon immer gearbeitet habe.

Hättest du auch eine Teilnahme an einer Castingshow in Betracht gezogen? Schließlich starten so viele junge Leute ins Musikbusiness.
Ich bin mit Castingshows aufgewachsen, ich habe das verfolgt. Aber für mich kam das nie in Frage, weil ich gerne von ganz unten anfangen wollte, um meinen Weg zu gehen. Ich wollte jede Treppenstufe auf diesem Weg alleine gehen. Und alles nach und nach lernen. Ich merke das ja jetzt schon, dass ich diesen plötzlichen Erfolg selbst kaum fassen kann. Und in einer Castingshow geht das ja noch viel schneller und es ist schwerer damit umzugehen.

Shootingstar Wolkenfrei: "Ich will meine eigenen Akzente setzen"

Du bist Mediengestalterin. Könntest du dir irgendwann vorstellen wieder in diesen Job zurück zu kehren oder eben einen „normalen“ Job auszuüben?
Tatsächlich mache ich mir darum noch keine Gedanken, da ich meine ganze Energie in die Musik stecke, dass es eben nicht soweit kommt. Ich habe mich aber ehrlich gesagt auch in der Ausbildung schon nicht wirklich angekommen und wohl gefühlt. Ein normaler Beruf war noch nie wirklich etwas für mich gewesen, ich habe schon damals gespürt, dass das nicht mein Weg sein wird. Ich versuche nun natürlich alles daran zu setzen, dass ich das was ich jetzt mache, auch weiterhin machen kann.

Wenn man den Namen Wolkenfrei hört, denkt man automatisch an eine mehrköpfige Band. Tatsächlich steckst nur noch du hinter diesem Bandnamen. Wäre es nicht besser gewesen, das neue Album unter deinem eigenen Namen zu veröffentlichen?
Für uns war es damals die einzige logische und richtige Entscheidung. Wir wollten Wolkenfrei beibehalten und das war auch mein Wunsch. Es ist ein Teil meiner Geschichte, weswegen ich es auch in mir trage und es einfach zu mir gehört. Und der Sound ist auch einfach immer noch Wolkenfrei. Ob sich das irgendwann einmal ändern wird, dass weiß ich jetzt noch nicht.

Wenn man dich googelt, bekommt man immer wieder zu lesen, dass du die „neue Helene Fischer“ bist. Als neuer Künstler sind Vergleiche natürlich immer gut, aber nervt dich der ewige Vergleich mit Helene auch etwas?
Jeder möchte als er selbst wahrgenommen werden, das ist schon klar. Aber ich zucke immer noch zusammen, wenn ich solche Vergleiche höre, denn Helene ist natürlich ein Megastar. Und ich bin noch ganz am Anfang und kann davon träumen, da einmal hinzukommen. Es ist natürlich eine Ehre, im selben Atemzug genannt zu werden, aber ich lege schon Wert drauf, dass ich auch meine eigenen Akzente setzen darf.

Shootingstar Wolkenfrei: "Ich will meine eigenen Akzente setzen"

Hast du Helene schon einmal kennen lernen dürfen?
Ich habe Helene natürlich schon live erlebt, bei einer Veranstaltung. Aber persönlich getroffen habe ich sie noch nicht, würde mich darüber aber sehr freuen.

Was sind denn deine persönlichen musikalischen Vorbilder?
Musikalisch bin ich sehr crossover und höre das, was mir gefällt. Taylor Swift ist ein Vorbild von mir, die hat eine sehr interessante Geschichte. Und natürlich Michael Jackson, der hat mich in der Kindheit begleitet.

Ist eine Wolkenfrei-Tour geplant?
2016 ist eine Tour geplant. Es ist noch ein wenig hin, aber noch unbegreiflich, dass ich schon eine eigene Tour machen darf.

Kommen wir zur Tourplanung. Du hast bereits in deiner Jugend viel getanzt und warst Mitglied einer sehr erfolgreichen Tanzformation. Da liegt es natürlich nahe, dieses Talent auch bei kommenden Live-Shows einzubauen oder?
Ich würde mir wünschen, wenn ich das Tanzen und die Performance mit einbauen könnte. Mir macht das riesigen Spaß und singen und tanzen gehört für mich zusammen. Entertainment spielt eine große Rolle, denke ich.

Wieder ein Vergleich mit Helen: Sie baut in ihre Shows viele akrobatische Stücke ein, ist ebenfalls eine sehr ausgezeichnete Tänzerin. Könntest du dir auch vorstellen, schwebend durch ein Konzert zu fliegen oder Kunststücke vorzuführen?
Ich bin sehr offen und probiere gerne mal etwas aus. Aber ich würde mich freuen, wenn ich neue Akzente setzen darf und mir etwas Eigenes ausdenke. Aber ich habe schon vor, mir etwas außergewöhnliches für das Publikum auszudenken, was es im deutschsprachigen Raum noch nicht gab. Mein Anspruch ist auf jeden Fall, dass es nicht langweilig werden soll, denn Entertainment steht bei mir ganz oben.

Shootingstar Wolkenfrei: "Ich will meine eigenen Akzente setzen"

Apropos Live-Konzerte. Welches war dein letztes Konzert und wer begeistert dich persönlich live?
Mein letztes Konzert war tatsächlich ein Helene-Fischer-Konzert und das hat mich wahnsinnig beeindruckt. Auch Udo Jürgens hat mich live z.B. sehr beeindruckt. Es kommt auch immer darauf, wie groß die Location ist und wie der Künstler auf das Publikum eingeht. Ich mag es einfach wenn Lebensfreude ausgestrahlt wird und man als Konzertbesucher alles um sich herum vergisst.

Bei deinen ganzen Auftritten triffst du sicherlich auch immer wieder viele Fans. Durftest du schon eine besonders lustige oder auch skurrile Fanbegegnung erleben?
Was ich super finde ist, dass meine Fans eine große Spannbreite haben. Letztens habe ich z.B. jemanden getroffen, der meinte er höre sonst nur Rock und Metal und findet meine Musik trotzdem gut. Ich finde das super, wenn sich Menschen für etwas Neues öffnen und auch sagen können, das ist zwar Schlager, aber mir gefällt das.

Sarah Connor wechselte erst kürzlich von englischer Sprache zur deutschen Sprache und ist damit sehr erfolgreich. Kannst du dir auch vorstellen, einmal englische Songs zu veröffentlichen oder hast sogar einen Wunsch diesbezüglich?
Aktuell habe ich den Drang noch nicht. Ich fühle mich sehr wohl mit der deutschen Sprache, das ist ja auch meine Muttersprache. Ich höre aber auch sehr gerne englischsprachige Musik und deswegen würde ich das niemals ausschließen. Aber auch was andere Genres angeht, ich bin einfach sehr offen und man weiß schließlich nie, wo es einen mal hinziehen wird.

Was würdest du denn zum Beispiel von eine Kooperation mit einem deutschen Rapper halten?
Das fände ich sehr cool. Ich höre ja auch sehr gerne Cro.

Fotos: Tim Dorovolny, WENN.com/Hoffmann