Donnerstag, 13. August 2015, 14:18 Uhr

Peter Dinklage bedankt sich für die Humanisierung von Zwergen

Peter Dinklage, Golden Globe Gewinner und einer der Stars der HBO Hit-Serie Game of Thrones, hat sich bei Autor George RR Martin für die Humanisierung von Zwergen bedankt. Der 1,35 m große Schauspieler wurde mit Achondroplasie geboren, gemeinhin auch als Zwergenwuchs bekannt.

Peter Dinklage bedankt sich für die Humanisierung von Zwergen

Es ist ihm ein wichtiges Anliegen, dass Menschen wie er selbst nicht länger als eine Art magische Spezies in Büchern und Filmen dargestellt werden. “Ich habe den Herrn der Ringe geliebt, die Bücher und die Filme“, so Dinklage, “aber Zwerge werden dort, so wie Elben, als eine weitere Kreatur präsentiert. Sie sind keine Menschen in diesen Geschichten.”

Der 46-jährige Schauspieler gratuliert Martin für seinen neuen Ansatz. Tyrion Lannister, die Rolle die er in Game of Thrones verkörpert, ist ein Mann mit Ecken und Kanten, keine Fantasiegestalt, die im wahren Leben nicht existiert. Die Stärke dieser Figur liegt in seiner Menschlichkeit, in der Art und Weise wie er sein Leben meistert und verbissen gegen die widrigsten Umstände ankämpft, ohne permanent auf seine Größe reduziert zu werden.

Hollywood tut sich noch immer schwer mit dieser Idee, ein Umstand den Peter Dinklage anklagt. “Es gibt (in der Wirklichkeit) keine Elben die herumlaufen, aber es gibt Zwerge, so wie mich. Wir sind real. Deshalb ist es schön, endlich einmal in einer Geschichte vermenschlicht zu werden, besonders in diesem Genre. George RR Martin war clever genug einen Zwerg als einen vollständig ausgearbeiteten Menschen zu erschaffen.”

Wir sind nicht mehr im Mittelalter, wo kleinwüchsige Menschen als Hofnarren gehalten wurden oder auf Jahrmärkten als Attraktionen zur Schau gestellt wurden. Oft ging man damals sogar soweit, Kinder mit Drogen am Wachsen zu hindern, um sie als Zwerge präsentieren zu können.

Und wer kennt gerade in Deutschland nicht die Figur des Gartenzwerges der, mit bunter Zipfelmütze bewaffnet, in zahllosen Vorgärten zu finden ist? Eine Alternative hierfür bietet natürlich eine heroische Tyrion-Figur, wie sie Elbenwald im Sortiment hat. Vielen ist gar nicht bewusst, dass diese Tradition der Gartenzwerge eine durchaus menschliche Geschichte hat, handelt es sich bei den lustigen Gestalten doch in Wirklichkeit um die stilisierten Nachfahren kleinwüchsiger Bergleute und Mineraliensucher.

Die gute Nachricht ist, dass langsam aber sicher ein neuer Wind in der Filmbranche zu wehen beginnt. Etwas ist im Begriff sich zu verändern wenn es darum geht, Hauptrollen in Filmen zu besetzen. “Man schaut sich die Hauptrollen der vergangenen Jahre an und erkennt, dass sie anders sind”, sinniert Dinklage. “Hollywood öffnet endlich seine Türen für realistischere Darstellungen dessen, was einen Menschen ausmacht. Es geht nicht mehr nur um schöne Hollywood Stars.”

Und so ist Peter Dinklage’s nächster Film ein weiterer Beweis dafür, dass sich etwas tut. Dinklage spielt an der Seite von Rosalie Thomass und Stipe Erceg im deutschen Film Taxi eine Schlüsselrolle. Der Film spielt in den 80er Jahren und handelt von der Taxifahrerin Alex, die einen neuen Sinn in ihr Leben bringen will. Und so trifft sie auf Marc (Peter Dinklage), der sie nach allen Regeln der völlig menschlichen Kunst verführt und für sich gewinnen will. Ganz ohne Elben oder Zipfelmütze. (KTAD)