Freitag, 14. August 2015, 17:22 Uhr

Til Schweiger spricht Tacheles: "Was brauche ich denn für eine PR?"

Til Schweiger, Deutschlands erfolgeichster Filmemacher, hat sich gegen die Kritik der Öffentlichkeit an seinem sozialen Engagement gewehrt. Diesmal ließ der Star nicht nur die üblichen Twitter-Zeilen und Facebook-Post sprechen, sondern untermauerte seine Meinung mit harten Worten im Fernsehen.

Til Schweiger spricht Tacheles: "Was brauche ich denn für eine PR?"

Der 51-Jährige hat die Vorwürfe zurück gewiesen, das Flüchtlingsheim in Osterode im Harz nur aus PR-Gründen eröffnen zu wollen. “Ich bin der erfolgreichste Filmemacher im Land. Was brauche ich denn für eine PR? Das ist so dumpf und stumpfsinnig, das zu sagen. Das ist das Einfachste”, stellte er in der ‘ZDF’-Talkshow ‘Donnerstalk’ klar.

Der ‘Tatort’-Kommissar ärgert sich, weil er statt Zuspruch und Hilfe eher Spott und Häme erntet. Unter seinen Aufrufen in den sozialen Netzwerken hatte es vermehrt ausländerfeindliche Kommentare gegeben. Und doch gibt der Regisseur zu, dass nicht alle Bedenken über die steigenden Flüchtlingszahlen unberechtigt seien. “Ich verstehe die Leute, die sagen: ‘Mir geht es auch nicht gut. Warum kommen jetzt alle her?’ Das kann ich ein Stück weit verstehen. Aber nicht in dem Ton und nicht so menschenverachtend”, sagte der Produzent von ‘Keinohrhasen’ und ‘Zweiohrküken’.

Til Schweiger spricht Tacheles: "Was brauche ich denn für eine PR?"

Doch nicht nur die User, die sich hinter ihrer Anonymität im Netz verstecken und ihn so angreifen, kritisierte der erfolgreiche Drehbuchautor.

Auch mit der Berichterstattung der Zeitungen wie ‘Spiegel Online’ und ‘Zeit’ war der vierfache Familienvater nicht zufrieden. Die Medien hätten sich darüber lustig gemacht, dass der ‘Manta, Manta’-Darsteller mit dem Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel über sein Vorhaben gesprochen habe. Davon ließ sich Schweiger aber nicht abhalten, sich in der vergangenen Woche mit dem SPD-Parteivorsitzenden zu treffen und über Hilfe für Flüchtlinge zu diskutieren. Auch von den Kommentaren lässt sich der mehrfache ‘Bambi’-Gewinner nicht beeindrucken und gibt so schnell nicht auf. Nächste Woche plant er in Hamburg eine Stiftung für traumatisierte Kinder ins Leben zu rufen. “Nicht nur für Flüchtlingskinder, auch für deutsche traumatisierte Kinder. Da gibt es ja auch genug”, erklärte er in der Sendung.

Fotos: Svea Pietschmann