Samstag, 15. August 2015, 14:26 Uhr

Leon Bridges: Die Groove-Granate ist wieder da

Es gibt echten selten einen Künstler, der die Herzen der Abteilung Retro-Soul so im Sturm erobert hat, wie eben Leon Bridges. Diese Stimme. Dieser Look. Dieser Soul! In Windeseile war es um uns geschehen.

Leon Bridges: Die Groove-Granate ist wieder da

Nun gibt es seine neue Single des US-amerikanischen Gospel-und Soulsängers, die heißt “Smooth Sailin'” und dazu gibt’s auch noch ein putziges Video! Man fühlt sich in die guten alten Zeiten rund um die Bass-Grooves von Temptations oder Marvin Gaye zurückversetzt.

Die sympathische Bescheidenheit des jungen Musikers in allen Ehren – doch sein eigenes Licht strahlt bereits jetzt sehr hell. Nachdem er im Oktober 2014 mit gerade einmal zwei Songs die Online-Musikwelt in helle Aufregung versetzt und bei einigen intimen Solo-Konzerten in London, Los Angeles, Nashville und New York die Anwesenden begeistert hatte, zweifelt längst keiner mehr an Leons Ausnahmetalent, seinen Platz als kommender Superstar im Spannungsfeld zwischen beseelten Balladen und elementarem Rock’n’Roll einzunehmen.

Doch auch wenn Bridges musikalische und visuelle Erscheinung wie aus einem Guss erscheinen mag: es war nicht immer ein einfacher Prozess, der den jungen Musiker zu dem machte, was er heute ist.

„Als Jugendlicher war ich begeistert von aktuellem R&B. In der High School versuchte ich, Songs von Ginuwine und Usher zu singen”, erklärt er. „Ich dachte mir dann aber, dass das einfach nicht meine Stimmlage ist.“ Anstatt dessen widmete sich der geschmeidige und wendige Leon dem Tanz und begann ein Studium am Tarrant County College in Fort Worth. „Ich hatte HipHop getanzt seit ich elf Jahre alt war“, erklärt er. „Ich wusste, dass es dort ein Dance-Programm gab und habe mich mit Ballett, Jazz und modernen Techniken beschäftigt und Choreographie gelernt. Ich dachte, das ist es, was ich machen will.“

Leon Bridges: Die Groove-Granate ist wieder da

Dass sein musikalisches Fundament auf Moll-Tonarten gründet, ist bezeichnend. In einer Zeit, in der die Popmusik unter dem Joch von Mitsing-Melodien in Dur ächzt, offenbaren Bridges sehnsuchtsvoll-melancholische Kompositionen eine subtile Raffinesse, die mehr als erfrischend ist. „Angesichts meiner Naivität im Umgang mit der Gitarre und meinem nicht vorhandenen technischen Wissen, musste das Songwriting, die Melodie und die Interpretation auf den Punkt perfekt sein, damit etwas dabei herauskommt, das glänzt und erstrahlt“, erklärt er.

Wer den 25-Jährigen noch nicht live gesehen hat, sollte dies im September unbedingt nachholen:

09.09. Frankfurt – Gibson
14.09. Berlin – Kesselhaus
15.09. München – Technikum

 

Leon Bridges: Die Groove-Granate ist wieder da

Fotos: SonyMusic, WENN.com