Freitag, 21. August 2015, 18:31 Uhr

Darum hat Til Schweiger mit Arnold Schwarzenegger telefoniert

Schauspieler, Regisseur und Produzent Til Schweiger hat bei Facebook Kritiker und Pöbler heftig angegangen und in diversen Interviews und Talkshows Hilfe für Flüchtlinge angekündigt – besonders für Kinder. Jetzt hat er seine erste Ankündigung wahr gemacht.

Darum hat Til Schweiger mit Arnold Schwarzenegger telefoniert

Einen Monat nach seinem Aufruf zur Unterstützung von Flüchtlingen hat der 51-Jährige eine Stiftung für traumatisierte Kinder gegründet. Die Unterlagen seien am Freitag unterschrieben worden, bestätigte Schweigers Unternehmen Barefoot-Films.
Die Stiftung heißt “Til Schweiger Foundation”. Sie hat bereits prominente Unterstützer. Zum Stiftungsrat gehören Bundestrainer Jogi Löw, Springer-Chef Mathias Döpfner, Ex-Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth, NDR-Programmleiter Thomas Schreiber, Schauspieler Jan Josef Liefers, Rapper Thomas D. und SPD-Chef Sigmar Gabriel. Gabriel hatte Schweiger angerufen und später gepostet: “Den Zorn von Til Schweiger kann ich gut verstehen. Und es ist gut, dass er lautstark protestiert. Hoffentlich tun das noch mehr.”

Ziel der Stiftung sei es, für “Menschen, die nach der Flucht vor Terror und Krieg schwerste Schicksalsschläge und Gefahren durchleben mussten, in Deutschland eine Atmosphäre des Willkommenseins zu schaffen”.

Ohne Werbung seien bereits 250.000 Euro zusammengekommen, sagte Schweiger der ‘Bild’-Zeitung. Darunter seien jeweils 100.000 Euro von ihm selbst und von dem Rapper Thomas D.. Auch Schauspieler Ralf Moeller habe seine Unterstützung angekündigt. “Er hat gerade letzte Nacht mit seinem Freund Arnold Schwarzenegger darüber telefoniert, der findet unsere Stiftung auch super.”

Als erstes Projekt soll die Stiftung eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Osnabrück unterstützen. Mit dem geplanten “Vorzeige-Flüchtlingsheim” in Osterode könne es sich noch “ein bisschen hinziehen”, räumte Schweiger ein. Vor vier Wochen hatte Schweiger bei Facebook einen Spendenaufruf einer Zeitung unterstützt. Daraufhin bekam er zahlreiche fremdenfeindliche Äußerungen und forderte die Schreiber auf: “Verpisst Euch von meiner Seite, empathieloses Pack!” Danach kündigte er an, ein “Vorzeige-Flüchtlingsheim” im Harz errichten zu wollen. Danach musste er sich mit Vorwürfen auseinandersetzen, er habe sich mit zweifelhaften Partnern eingelassen.

Am vergangenen Dienstag war Schweiger in der ARD-Sendung “Menschen bei Maischberger” mit CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer aneinandergeraten. “Sie gehen mir auf den Sack, echt”, sagte Schweiger. Scheuer hatte Schweigers Vorschlag, den Solidaritätszuschlag zur Finanzierung von Flüchtlingsunterkünften zu nutzen, als “albern” bezeichnet.

Der Vertrag, das Stiftungsgeschäft, sei in Hamburg unterschrieben worden, sagte Renate Zindler vom Deutschen Stiftungszentrum Hamburg. Jetzt müsse das Finanzamt prüfen, ob die Stiftung gemeinnützig sei. In der Regel dauere das sechs Wochen.

Übrigens: Seit er sich öffentlich für Flüchtlinge engagiert und dabei auch Teile seines Publikums beschimpfte, haben die Kommentare auf seiner Facebook-Seite an Zahl und Intensität drastisch zugenommen. Extreme Positionen will Schweiger dort nicht dulden. “Ich habe zwei Leute eingestellt, die sich darum kümmern, strafrelevante Sachen zur Anzeige zu bringen und die anderen Beiträge einfach löschen”, sagte der Star der ‘Neuen Osnabrücker Zeitung’. (dpa)

Foto: AEDT/WENN.com