Mittwoch, 02. September 2015, 19:59 Uhr

Matteo Capreoli startet mit Debütalbum durch

Matteo Capreolis Debütalbum “Zuhause“ ist seit letzter Woche erhältlich und das feiert er mit dem Videoclip zur aktuellen Single ‘Das Beste’! „Wenn man für jemanden das Beste will, muss man erst das Beste aus sich rausholen. Es zumindest versuchen. Es braucht keinen Perfektionismus, sondern Leidenschaft“, sagt Capreoli über den Song.

Matteo Capreoli startet mit Debütalbum durch

Ab Oktober wird Matteo Capreoli, der 2013 seine erste EP veröffentlichte, auf ausgedehnte Tour gehen und darüber hinaus seine Kollegen Joris und Johannes Oerding als Support begleiten. Deutsch-Rock-Expertin Geraldine von klatsch-tratsch.de (Foto unten) hat mit dem Sänger gsprochen.

Du hast schon für einige Künstler produziert, unter anderem Samy Deluxe. Machst du das immer noch?
Ja, ich schreibe viel für andere und auch mit anderen Künstlern.

Wann hast du für dich entschieden, selbst im Mittelpunkt zu stehen?
Gefühlt schon immer, das ist Teil meines Daseins. Seit meinem vierzehnten Lebensjahr schreibe ich Texte und Musik. Mit achtzehn wollte ich selbst auf die Bühne und meine Songs ausprobieren. Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass ich nichts anderes machen möchte. Irgendwann entschied ich, von Stuttgart nach Hamburg zu ziehen und mich dort voll und ganz auf die Musik zukonzentrieren.

Wie kommt man dazu für Samy Deluxe oder andere bekannte Musiker zu schreiben?
Mein Vater brachte mich dazu als ich zwei Jahre alt war. Er schenkte mir ein Schlagzeug und ab dem Zeitpunkt habe ich nur noch Musik gemacht. Mit siebzehn hatte ich eine Rockband, mit der wir gut unterwegs waren und sogar einen Plattenvertrag hatten. Dadurch kam ich in die Kreise und durch die eine oder andere Schnittstelle in meiner Familie, die ja auch Musiker sind, ergab sich das dann.

Was wäre dein Plan B?
Ich koche sehr gerne, vielleicht Koch oder etwas mit Mode oder auch texten. Es hätte nichts unkreatives sein können.

Also kein BWL oder Jura?
Mit Geld kann ich nicht umgehen und mit Rechten auch nicht (lacht).

Du hast bei deinem Showcase von einem Roadtrip erzählt, wie war das genau?
Der Roadtrip hieß von Tür zu Tür, weil wir das Album nach Hause zu Leuten bringen wollten, um das Thema Zuhause, wie das Album auch heißt, zu erötern. Wir waren drei Wochen ohne Geld unterwegs. Die Route ging nach Rom und wieder zurück. Diese konnte man auch im Internet auf unserer Webseite sehen, um uns mitzuverfolgen und uns außerdem zu Konzerten zu sich nach Hause einzuladen. Wir bekamen so viele Einladungen von Fans. Sie haben uns gezeigt, dass sie Musik zum anfassen wollen. Sie möchten einem die Hand schütteln um zu zeigen es gefällt, was ihr macht und dass sie nicht einfach nur auf einen “like” Button auf Facebook klicken wollen.

Du bist ein musikalisches Multitalent, was spielst du außer Schlagzeug noch?
Klavier und Gitarre, aber ich spiele kein Instrument davon perfekt.

Bist du “nur” musisch begabt oder bist du auch sportlich?
Ich spiele, glaube ich, ganz gut Fußball. Als ich sechzehn war stand ich zwischen der Entscheidung, Fußball oder Schlagzeug. Ich habe mich aber dann doch mehr auf das Schlagzeug spielen konzentriert. Ich gehe morgens gern joggen, das ist mir wichtig. Das ist Zeit für mich ohne andere Menschen um mich herum.

Matteo Capreoli startet mit Debütalbum durch

Was hörst du privat für Musik?
Den vollen “Misch Masch”. Ich hab letztens Bejamin Clementine entdeckt oder auch alte Sachen von Nina Simon oder Bob Dylan finde ich super.

Was wünscht du dir für das Jahr 2015?
Urlaub und eine ausverkaufte Tour.

Viele Künstler sind sehr melancholisch, würdest du dich selbst auch so beschreiben?
Nein, ich bin eher positiv und entspannt.

Welcher Song hat dich am längsten beschäftigt?
Der Song “LA”. Ich habe den Refrain echt geträumt und im Studio dann die Strophe dazu geschrieben. Dann fand ich aber, dass er zu sehr nach Schlager klang und somit legte ich ihn weg. Über ein Jahr später hörte Sammy den Song und motivierte mich, diesem etwas Feinschliff zu verpassen. Dafür wollte ich eine Strophe von Sammy.

Matteo Capreoli startet mit Debütalbum durch

Hörst du Schlager z.B Helene Fischer?
Absolut nicht, ich verabscheue das. Was unsere deutsche Musikkultur angeht, bin ich etwas enttäuscht, weil es uns falsch widerspiegelt. Wenn man es global betrachtet und man denkt z.B an England und die Musik, fallen einem die Beatles ein, oder Österreich, Falco. Bei uns fällt jedem Helene Fischer ein. Wer will das als Deutscher?

Wo siehst du dich in 10 Jahren?
Mit einer wunderschönen Frau in einem vier stöckigen Haus, mit einem Studio, einem Garten, zwei Kindern und einem Weingut (lacht).

Hast du eine morgendliche Routine z.B. Frühstück?
Eher nur Kaffee, aber ab und zu auch Haferflocken gekocht mit Banane, das schmeckt neutral und nervt mich nicht (lacht). Ich brauche auf jeden Fall Kaffee, denn ich bin in Italien aufgewachensen und mein Papa ist Italiener. Ich habe mit 3 Jahren schon Kaffee gesippt ohne gehts nicht (lacht).

Tourtermine:

09.10. Hamburg – Prinzenbar
10.10. Bremen – Lagerhaus
11.10. Dresden – Groove Station
12.10. Berlin – Privatclub
13.10. Köln – Studio 672
22.10. Erlangen – E-Werk (Joris Support)
23.10. Reutlingen – franz.k (Joris Support)
24.10. Freiburg – Jazzhaus (Joris Support)
25.10. Frankfurt – Gibson (Joris Support)
26.10. Ulm – Roxy (Joris Support)
27.10. Göttingen – Musa e.V. (Joris Support)
02.11. Uelzen – Jabelmannhalle (Johannes Oerding Support)
14.11. Schwerin – Sport-und Kongresshalle (Johannes Oerding Support)
15.11. Flensburg – Deutsches Haus (Johannes Oerding Support)
10.12. Hannover – Lux
11.12. Münster – Sputnik Café
12.12. Dortmund – FZW (Club)
15.12. Frankfurt – Brotfabrik
16.12. Fulda – Kulturzentrum
17.12. Erlangen – E-Werk

Foto: David Königmann, Alena Brieler/klatsch-tratsch.de