Donnerstag, 03. September 2015, 9:25 Uhr

Filmkritik "Königin der Wüste" mit Nicole Kidman und James Franco

Heute startet in den deutschen Kinos “Königin der Wüste”. Getrude Bell, die Königin der Wüste, wird von der 1,80 m großen Oscarpreisträgerin Nicole Kidman (47, „The Hours“, „Eyes Wide Shut“) gespielt.

Filmkritik "Königin der Wüste" mit Nicole Kidman und James Franco

In “Queen of the Desert” wird die Geschichte einer Forschungsreisenden mit einem Hang zur Spionage erzählt. Gertrude ist eine Tochter aus gutem Hause, sie lebt wohlumsorgt in England auf dem Land und sie langweilt sich zu Tode. Ihr Papa verschafft ihr nach langem Betteln endlich eine Stelle in der Britischen Botschaft in Teheran. Gertrude bekommt den charmanten Sekretär Henry Cadogan (James Franco, 36, „Eat Pray Love“, „127 Hours“) an die Seite gestellt und die beiden entdecken erst ihre große Zuneigung zur persischen Poesie und dann die zueinander.

Es ist die große Liebe, doch der Papa im fernen England sagt Nein und das erste Liebesdrama in Gertrudes Leben nimmt seinen Lauf…

Aber aus Gertruds Zuneigung zum Nahen Osten wir eine lebenslange Passion. Sie bereist in einem sehr kleinen Team als Schriftstellerin und Forscherin auf eigene Faust den Nahen Osten. Sie wird später in ihrem Leben nicht nur über umfassende Kenntnisse der politischen Lage vor Ort verfügen, sondern auch über die Mentalität der Beduinen. Sie engagiert sich als Beraterin und Orientsekretärin, die maßgeblich an der politischen Neuordnung der Region während und nach dem Ersten Weltkrieg beteiligt war. Soviel zur historischen Gertrude Bell.

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Die „Gertie“ der Nicole Kidman ist keine so patente und lebenskluge Frau. In dem Film dreht sich alles um die Beschaffenheit ihres Herzens, und dem Verlangen danach, sich selbst besser kennenzulernen.

Filmkritik "Königin der Wüste" mit Nicole Kidman und James Franco

Die zweite unerfüllte Liebe wird von Damien Lewis in der Rolle des britischen Konsuls Charles Doughty-Wylie dargestellt und selbst „Lawrence von Arabien“ (Teenieschwarm Robert Pattinson) kreuzt die Wege der Gertie Bell. Werner Herzog ist ein begnadeter Filmemacher, er hat einen einen einzigartigen, unkopierbaren Ton in all seinen Filmen und viele Menschen lieben einfach seine Stimme. Wenn “Königin der Wüste” Werner Herzog einen Film wert war, dann wird dieser auch sein Publikum finden. Herzog ist für das Drehbuch und die Regie von „Queen Of The Desert“ verantwortlich. Er hat erstmalig eine weibliche Heldin kreiert und er weiß natürlich wie Wüstenbilder und Stimmungen – wahlweise mit und ohne Dromedare oder Pferde – in Szene gesetzt werden. Der Film ist wunderschön fotografiert (Kamera: Peter Zeitlinger) und doch bleibt nur der Eindruck einer porzellan-puppenhaften Tochter aus gutem Hause auf der Flucht vor der Langeweile und sich die Zeit vertreibt auf Kosten anderer.  Und auch James Franco hat selten so hölzern gespielt und deshalb bei der Berlinale schon für un freiwillige Lacher gesorgt… . (KW)

Filmkritik "Königin der Wüste" mit Nicole Kidman und James Franco

Fotos: Prokino