Freitag, 04. September 2015, 18:13 Uhr

Dank „Aktion Arschloch“: Gigantischer Download-Run auf „Schrei nach Liebe“

Die „Aktion Arschloch“ entwickelt sich zu einem vollen Erfolg: Die private Initiative, die dazu aufruft, das Lied „Schrei nach Liebe“ zu kaufen und somit ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen, hat binnen kürzester Zeit ein breites Medienecho erzeugt und mischt jetzt auch die Musikverkäufe auf.

Dank „Aktion Arschloch“: Gigantischer Download-Run auf „Schrei nach Liebe“

Der Ärzte-Song, ursprünglich im Jahr 1993 veröffentlicht, war am Donnerstag der meistgeladene Titel Deutschlands, wie die repräsentativen Daten (Marktabdeckung: 97 Prozent) von GfK Entertainment zeigen.

Bemerkenswert ist, wie schnell der Song Fahrt aufnahm: Am Dienstag hatte er es noch nicht unter die 100 meistgeladenen Lieder des Tages geschafft, am Mittwoch war er bereits auf Platz 27 und am Donnerstag stürmte er mit großem Abstand an die Spitze. Er setzte mehr Exemplare ab als die Positionen zwei bis sieben zusammengerechnet. Alle Einnahmen werden dabei an Pro Asyl gespendet, wie Die Ärzte bekannt gaben.

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In den Offiziellen Deutschen Charts, die neben Downloads auch physische Verkäufe und Premium-Musik-Streams berücksichtigen, landet der Song im Ermittlungszeitraum Freitag (28.08.) bis Donnerstag (03.09.) auf einem hervorragenden zwölften Rang. Angesichts der umfangreichen Berichterstattung über die „Aktion Arschloch“ dürfte einer höheren Platzierung in der nächsten Woche nichts im Wege stehen.

Bereits Mitte dieser Woche hatte eine ähnliche Aktion in Österreich für Aufmerksamkeit gesorgt: Die „Schweigeminute“, mit der Raoul Haspel zu einem „friedlichen, ruhigen Protest gegen das erschütternde Versagen der österreichischen Flüchtlingspolitik“ aufruft, erreichte aus dem Stand die Spitze der offiziellen Verkaufscharts, der „Ö3 Austria Top 40“.

Dank „Aktion Arschloch“: Gigantischer Download-Run auf „Schrei nach Liebe“

Foto: Nela König