Sonntag, 06. September 2015, 18:52 Uhr

Die Partygranaten Madcon packen aus

Man kann von ihnen halten, was man will, aber die Jungs von Madcon stehen für gute Laune und reihenweise Ohrwürmer. Mit letzteren versorgen uns die beiden Norweger schon seit über acht Jahren, denn so lange ist es schon her dass, sie ihren ersten großen Hit „Beggin“ auf den Markt gebracht haben.

Die Partygranaten Madcon packen aus

Jetzt, fast ein Jahrzehnt später sind Tshawe Baqwa und Yosef Wolde-Mariam immer noch am Start und sogar noch erfolgreicher. Ihre aktuelle Single „Don’t worry“ zählt definitiv zum Soundtrack dieses Sommers. klatsch-tratsch.de hat sich mit den beiden sympathischen Sängern aus Norwegen bei der Open-Air-Show „Stars for free“ des Berliner Radiosendes RTL 104.6 zum Talk getroffen – unmittelbar nach ihrer Show.

Wann seid ihr das letzte mal so richtig ausgerastet?
Tshawe: Gerade eben. Vor zwei Sekunden auf der Bühne. Das war aber im positiven Sinne.

Und so im negativen Sinne?
Yosef: So richtig pampig? Ich glaube, das war so vor zwei Tagen. Ich muss dazu sagen, dass ich normalerweise nie ausraste, aber da war eine Party, auf die ich unbedingt wollte. Aber es ist so, dass ich die ganze Zeit am Herumreisen bin und zwei Kinder habe. Meine Frau meinte dann: „Sei mal bei den Kindern, wenn du mal nicht am Herumreisen bist“. Ich wollte aber unbedingt raus und habe einen Weg gefunden, mich mit meiner Frau zu streiten. Sie meinte dann: „Warum putzt du nicht einfach die Wohnung?“ Ich meinte dann: „Was verdammt noch mal meinst du mit ‘Putz die Wohnung’? Ich arbeite die ganze Zeit! Weißt du was?! Ich gehe jetzt!“ Das habe ich aber auch nur gemacht, um auf diese Party zu gehen. Danach bin ich wieder nach Hause gekommen, habe meiner Frau ein Küsschen gegeben und ihr gesagt, dass es mir leidtut und ich mich nicht so aufführen wollte. Aber immerhin bin ich zur Party gekommen. (lacht)

Wem würdet ihr gern mal die Visage polieren?
Tshawe: Donald Trump!
Yosef: Doppel-Punch!

Die Partygranaten Madcon packen aus

Habt Ihr ein Lieblingsschimpfwort?
Yosef: Meins ist Cunt!
Tshawe: Das ist aber ein hartes Wort.
Yosef: Vaginas sind sehr schön und so. Ich sage das halt nur manchmal zu Leuten. Aber nicht weil ich Vaginas schlimm finden würde. Ganz im Gegenteil. In dem Fall ist es einfach nur ein Wort.

Was kann euch den ganzen Tag ruinieren?
Tshawe: Donald Trump! (lacht)

Was eure peinlichste Mp3 auf dem Handy?
Tshawe: Vermutlich „Ice Ice Baby“ von Vanilla Ice.
Yosef: Das ist lustig. Diese Frage wurden wir kürzlich schon gefragt. Es gibt dafür ja die Umschreibung „Guilty Pleasure“ und da kam dann die Frage bei mir auf, warum man von ‘schuldig’ spricht, wenn es doch eigentlich um eine Sache geht, die Freude macht. Wenn man Backstreet Boys mag, dann soll man die halt mögen. Deshalb würde ich sagen, dass ich keinen Guilty Pleasure-Song habe, aber es gibt Songs und Interpreten, die ich höre, die man mir vielleicht nicht zugetraut hätte. Zum Beispiel: Kiss.

Erinnert Ihr euch noch an euer schlimmstes erstes Date?
Yosef: Früher war ich so drauf, dass ich mich mit den Mädels im Kino getroffen habe. Dort konnte ich versuchen sie zu küssen, ohne so viel reden zu müssen. Ich habe gezahlt und bin rein. Die Mädels mussten dann selbst für sich bezahlen. Das eine Mädchen – die übrigens meine Freundin geworden ist – hat das richtig scheiße gefunden. Sie nannte mich einen „schwarzen Juden“, weil ich so geizig war.

Lasst uns über euren schlimmsten Anmachspruch sprechen …
Tshawe: Einfach zu einem Mädchen gehen und fragen: „Wie spät ist es? Egal, die Zeit mit dir ist unendlich!“

Und das funktioniert?
Yosef: Nein, deshalb ist er auch noch Jungfrau … (lacht)

Gibt es Bilder von Euch, die niemals an die Öffentlichkeit geraten dürfen?
Yosef: Ja, da gab es eins, aber das hat er vor zwei Tagen bei Instagram veröffentlicht.
Tshawe: Warum? Das ist doch ein ganz süßes Bild von dir. Die Mädels kommentieren auch alle mit „Awww! Das ist ist so niedlich“

Was ist falsch an dem Bild?
Tshawe: Er war damals acht Jahre alt und hat Unterhosen an.
Yosef: Hallo? Ich sehe auf dem Bild aus wie ein somalischer Sumo-Wrestler aus.
Tshawe: Genau so sieht es aus.

Was ist euer schlechtester Song?
Tshawe: Hm, es gibt Songs, bei denen man sagen kann: Gut, dass die breite Öffentlichkeit sie nicht gehört hat, aber für uns als Künstler war des dennoch wichtig, dass wir sie gemacht haben. Darüber bin ich auch froh. Ohne diese Songs wären wir nämlich nicht da, wo wir heute sind.

Was war euer abgefahrenstes Fan-Erlebnis?
Yosef: Erinnerst du dich noch an den Song „Stan“ von Eminem? So einen verrückten Fan hatte ich auch. Die hat es wirklich fertigbekommen herauszufinden, wo meine Mutter wohnt und hat dort Briefe durch den Schlitz, unter der Tür geschoben. Sie hat Bilder von sich geschickt, auf denen oben ohne war und als Clown geschminkt war.
Tshawe: Sie war einfach verrückt.
Yosef: Mittlerweile haben wir zwei sehr hübsche Kinder zusammen. Ach was! Ich mache Spaß! (Lacht)

Erinnert ihr euch noch an euren schlechtesten Auftritt?
Tshawe: Um ehrlich zu sein, gab es da mehrere. Man muss ja irgendwo anfangen, um sich zu dem Niveau hochzuarbeiten, wo wir jetzt sind. Auf dem Weg hierher hatten wir echt seltsame Shows. Ich erinnere mich noch, als wir mal eine Show in Helsinki vor den Hells Angels gespielt haben. Ich denke, es ist kein Geheimnis, dass die nicht unbedingt auf schwarze Menschen oder HipHop stehen. Jedenfalls war es so, dass wir von einem Club gebucht wurden und da waren die. Wir waren heilfroh, als wir wieder draußen waren. Anfangs war es total voll da, über 500 Menschen. Als wir dann bei Song Nummer drei angekommen waren, war der Laden komplett leer. Bis auf zwei Mädchen, die vermutlich Sex mit uns wollten.
Yosef: Es war echt seltsam. Wir haben unsere Show dann für eine Stunde nur für die Zwei gespielt. Wir standen da und die müssen uns irgendwie sympathisch gefunden haben. Die meinten nur „Aww, ihr seid ja süß!“ und wir dann so: „Macht mal Lärm!“ und es waren dann halt nur diese beiden da. (lacht) Das war echt schräg.

Was war euer größter Karrierefehler bisher?
Tshawe: Stagediving von einer wirklich wirklich hohen Bühnen. Meistens wird man da nämlich nicht aufgefangen. Ab einer gewissen Höhe bekommen die Leute Angst sich wehzutun und laufen weg. Darüber habe ich mir davor keine Gedanken gemacht … Und ja, es hat echt wehgetan.

Fotos: WENN.com