Sonntag, 13. September 2015, 14:55 Uhr

Jana und der Buschpilot: Hier spricht Hauptdarstellerin Eva-Maria Grein von Friedl

Zum Auftakt der TV-Filmsaison Herbst-Winter 2015 können sich Millionen ZDF-“Herzkino”-Fans auf gleich zwei neue Filme ‘Jana und der Buschpilot’ mit Eva-Maria Grein von Friedl und Kai Schumann (zweites Foto von oben) freuen.

Jana und der Buschpilot: Hier spricht Hauptdarstellerin Maria Grein von Friedl

Im dritten Film der Reihe erlebt die neue Klinikchefin des Buschkrankenhauses heuzte abend ab 20.15 Uhr einen aufregenden Start auf dem afrikanischen Kontinent. Die junge Ärztin Jana Vollendorf soll die Nachfolge von Johanna Zarrmann als Chefin des Buschkrankenhauses übernehmen. Doch kaum in Afrika angekommen, muss sie sich zusammen mit dem charmanten aber widerspenstigen Buschpiloten Thomas Marrach um einen schweren Autounfall kümmern: Die Folgen sind weitreichend. Ihr Fahrer Obahir – zum Volk der Fahskhar gehörig – hat den Hirten eines anderen Stammes angefahren. Dieser Hirte stirbt nach der Operation im Buschkrankenhaus, und nun ist das empfindliche Gleichgewicht für das friedliche Zusammenleben der beiden Völker gestört. Deshalb soll Obahir der Tradition folgend dafür sein Leben lassen.

Seinem Freund Thomas bleiben nur zwei Tage, ihn zu retten. Als der Pilot und die Ärztin herausfinden, dass die einzige Wasserquelle weit und breit verseucht ist, ist klar, dass die Ursache für den Tod des Hirten woanders liegt…

Jana und der Buschpilot: Hier spricht Hauptdarstellerin Maria Grein von Friedl

klatsch-tratsch.de hat mit der sympathischen Hauptdarstellerin Eva-Maria Grein von Friedl geplaudert: Über die Dreharbeiten, ihren Job und ihre Hobbies.

Für Ihren neuen ZDF-Film „Jana und der Buschpilot“ haben Sie mehrere Wochen in Afrika gedreht. Wie waren die Dreharbeiten für Sie am anderen Ende der Welt?
Ich bin es ja inzwischen gewohnt im Ausland zu drehen. Mit “Kreuzfahrt ins Glück” und “IK1” habe ich mittlerweile auf allen Kontinenten vor der Kamera gestanden und mir wohl den Ruf erworben, in jeder Klimazone unkompliziert einsatzfähig zu sein (lacht). Südafrika ist auch ein Filmland und bietet erfreulich professionelle Rahmenbedingungen. Unser Team bestand ja zu 90% aus Südafrikanern und das sind einfach verdammt angenehme, lockere und humorvolle Zeitgenossen. Mein ganz persönlicher Trick, mich möglichst schnell zu akklimatisieren, ist übrigens: vollkommen auf Klimaanlagen zu verzichten. Der Wechsel zwischen warm und kalt ist für den Organismus anstrengender als die durchgehend hohen Temperaturen. Und wenn’s im Magen mal zwickt genehmige ich mir einen Whiskey Soda zur Desinfektion. (lacht)

Sie sind in der Hauptrolle der jungen Ärztin Jana Vollendorf zu sehen, die nach Südafrika auswandert. Können Sie ihre Entscheidung nachvollziehen?
Jana möchte “wirklich etwas verändern” und hat genug vom “Dienst nach Vorschrift” in deutschen Krankenhäusern. Dieses Bedürfnis nach einer sinnstiftenden Tätig kann ich gut nachvollziehen. Und sicher sind Menschen in strukturschwachen Gebieten Afrikas dringender auf zusätzliche ärztliche Versorgung angewiesen als der Durchschnittsdeutsche. Außerdem hat Jana gerade eine Scheidung hinter sich und flüchtet richtiggehend aus ihrem vertrauten Umfeld. Sie wagt einen totalen Neuanfang. Das würde ich in einer ähnlichen Situation sicher auch in Erwägung ziehen.

Jana und der Buschpilot: Hier spricht Hauptdarstellerin Maria Grein von Friedl

Könnten Sie sich persönlich auch vorstellen einmal auszuwandern?
Ich bin nicht wirklich ein Auswanderer-Typ. Ich liebe den Flecken Erde an dem ich lebe sehr und würde mein soziales Umfeld vermissen. Außerdem ist mir nach meinen vielen Reisen sehr klar geworden wie gut wir es in Deutschland eigentlich haben. Der Lebensstandard ist in allen Bereichen einfach sehr hoch und – falls die Überreglementierung nach amerikanischem Vorbild nicht weiter voranschreitet – die persönlichen Freiheiten trotzdem einigermaßen gegeben. Die große Kluft zwischen Arm und Reich und die damit einhergehenden festungsartigen Häuser in Südafrika würden mich auf Dauer bedrücken. Trotzdem bietet Kapstadt und Umgebung mehr als genug fantastische Vorzüge! Die Natur dort ist so wunderschön, die Menschen so offen und kreativ, dass ich mir auf jeden Fall vorstellen könnte, eine Zeit lang dort zu leben, oder immer wieder mehrere Monate dort zu verbringen um dem Winter zu entfliehen. Aber alle Brücken abbrechen, das ist in meiner jetzigen Lebenssituation nichts für mich.

In „Jana und der Buschpilot“ geht es um Leben und Tod. Haben Sie sich selbst auch schon einmal in einer Extremsituation befunden?
Beim Dreh zu “Jana und der Buschpilot” glücklicherweise nicht. Aber bei einem anderen Dreh in Afrika habe ich an der Grenze zu Zimbabwe mal plötzlich in den Lauf eines geladenen Maschinengewehrs eines Grenzpolizisten geschaut, weil ich während der Dreharbeiten mit dem Auto auf einer Grenzbrücke über den Viktoria-Fällen anhalten musste, auf der stehen bleiben aber absolut verboten war. Da rutscht einem das Herz ziemlich ins Höschen! Das ist ganz und gar nicht angenehm und die Grenzer eines solchen totalitären Staates sind auch nicht so freundlich wie man das vielleicht aus Europa gewohnt ist.

Jana und der Buschpilot: Hier spricht Hauptdarstellerin Maria Grein von Friedl

In der Serie „Männer! Alles auf Anfang“, die Anfang des Jahres auf RTL ausgestrahlt wurde, spielen Sie eine betrogene Ehefrau. Wie hat es sich angefühlt, in eine solche Rolle hineinzuschlüpfen?
Die “Sophie” zu spielen und überhaupt das ganze Projekt “Männer! Alles auf Anfang” war ein Glücksfall! Ich bedaure es sehr, dass es keine 2. Staffel gegeben hat, da ich nach wie vor von diesem Format überzeugt und sehr stolz darauf bin, ein Teil davon gewesen zu sein! Sophies Wurzeln sind den meinen nicht unähnlich, aber ihre Situation in der Serie, als notorisch betrogene Ehefrau die mutig den Schlussstrich zieht und plötzlich den Alltag mit den zwei Kindern alleine wuppt, war für mich neu und ich musste mich da erst einfühlen. Nachdem man sowas in der Vorbereitung und beim Dreh dann emotional durchlebt hat, ist man schon gut beraten, diese Gefühle nach Arbeitsschluss mit dem Kostüm abzulegen und am Set zu lassen.

Wie sehr haben Sie sich mit dieser Rolle auch im Alltag konfrontiert gefühlt?
In der Dreh-Vorbereitung auf “Männer! Alles auf Anfang” begegnete sie mir ständig im Alltag, denn in dem Prozess in dem man die Rolle zu seiner eigenen macht, ist es für mich ein Teilaspekt zur Annäherung an die Figur, alle meine privaten Handlungen und Einstellungen zu beobachten und mich zu fragen “wie würde das ‚Sophie‘, ‚Jana‘ – oder wie die aktuelle Rolle gerade heißt – machen bzw. darauf reagieren…”. Nach einem Projekt ist das bei mir aber sehr schnell abgeschlossen und ich lasse es ganz bewusst hinter mir. Das ist auch notwendig für die seelische Gesundheit und ein unbeschwertes Privatleben! Gottlob ist meine Realität ja eine komplett andere. Und bei zuku?nftigen Dreharbeiten bin ich dann wieder offen für den neuen Charakter.

Jana und der Buschpilot: Hier spricht Hauptdarstellerin Maria Grein von Friedl

Sie sind nicht nur regelmäßig im Fernsehen zu sehen, sondern standen auch schon für Stücke wie „Der blaue Engel“ auf der Theaterbühne. Wie schaffen Sie es, mit Ihrer Stimme auch bis zu den hintersten Reihen durchzudringen?
Ich habe an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München ein fundiertes, staatliches Studium genossen, in dem Sprecherziehung ein wesentlicher Teil war. Es gehörte zu den Hauptfächern. Genau wie auch Tanz und Gesang. In so einer professionellen 4-jährigen Ausbildung, die sich in erster Linie auf die Beherrschung der schauspielerischen Mittel auf einer Theaterbühne bezieht, lernt man neben der Bühnenhochsprache auch seine sogenannte “Körperresonanz” zu entwickeln. Diese ist für Sänger und Schauspieler unerlässlich, um ohne Mikrophon bis in die letzten Reihen eines großen Theaters klar und deutlich gehört zu werden – da können ja schon mal über 1000 Leute drin sitzen und unter Umständen spielt sogar noch Musik. (lacht) Die meisten Frauen sprechen zu hoch, weil das als weiblich gilt. Spricht oder singt man genau in der Frequenz, die die Resonanzräume des eigenen Körpers zum mitschwingen bzw. mitklingen bringt (so wie die Brücke über die eine Kompanie Soldaten marschiert und die so sehr mitschwingt, dass die Gefahr des Einsturzes entsteht) wird die Stimme tragfähiger, kräftiger und müheloser zu benutzen. Atemu?bungen, Körperübungen und Meditation können dabei sehr hilfreich sein. Dinge dieser Art praktiziere ich regelmäßig.

In Ihrer Freizeit greifen Sie aber auch oft zu Pinsel und Farben – wie sind Sie zur Malerei gekommen?
Ich male seit ich ein Kind bin und lasse mich von dem inspirieren was ich erlebe oder was mich gerade innerlich bewegt. Dabei genieße ich es sehr, mich künstlerisch ausdrücken zu können ohne den Druck im Nacken zu haben, Erwartungen erfüllen oder mich erklären zu müssen. Bei aller einfließenden Kreativität im Schauspiel, Tanz, oder Gesang ist man immer einer Vorlage unterworfen und dem Regisseur oder Choreograf gegenu?ber weisungsgebunden. In der Malerei bin ich da viel freier und muss keinerlei Form erfüllen. Daher möchte ich mich eigentlich nicht nur durch die Malerei ernähren müssen, denn das würde mir diesen Freiraum nehmen. Ich habe schon öfter Aufträge gemalt, behalte mir allerdings eine gewisse künstlerische Freiheit vor und will auch zukünftig vollkommen selbstbestimmt malen. Wenn dabei Bilder herauskommen die Menschen mögen oder kaufen wollen, soll es mir recht sein. (lacht)

Jana und der Buschpilot: Hier spricht Hauptdarstellerin Maria Grein von Friedl

Einen Eindruck von Eva-Maria Grein von Friedls Malereien kann man auf ihrer Facebook-Seite gewinnen! Am heutigen 13. September und 20. September ist Maria mit „Jana und der Buschpilot“ jeweils um 20.15 Uhr im ZDF zu sehen.

Fotos: ZDF/Ilze Kitzhoff, Jeanne Degraa, privat