Donnerstag, 17. September 2015, 21:49 Uhr

Klein-Ahmed wegen Uhr festgenommen: Nun meldet sich auch Mark Zuckerberg

Es ist ein abschreckendes Beispiel dafür, wozu Vorurteile führen können: Der 14-jährige Ahmed Mohamed wollte eigentlich nur von seinen Lehrern beachtet werden, stattdessen wurde er am Ende wie ein Schwerverbrecher in Handschellen abgeführt (wir berichteten).

Klein-Ahmed wegen Uhr festgenommen: Nun meldet sich auch Mark Zuckerberg

US-Medien berichten seit Montag darüber. Und seitdem diskutiert und empört sich auch ganz Amerika über diesen schockierenden Fall offensichtlicher Islamophobie und Terrorpanik. Der Neuntklässler war erst vor ein paar Wochen in die MacArthur High School in Irving (Texas) gekommen. Und der Junge mit der dick umrandeten Brille und dem ernsten Gesichtsausdruck ist ein richtiges Tüfteltalent. Er konstruiert eigene Radios und hat einem Freund sogar einmal einen selbstgemachten Bluetooth-Lautsprecher geschenkt. Als leidenschaftlicher Bastler wollte der intelligente, ehrgeizige Junge dann auch seinen Lehrern zeigen, „was er so drauf hat“.

Sonntag Nacht (13. September) baute Ahmed Mohamed dann ganz schnell noch eine selbstgemachte digitale Uhr zusammen. Diese setzte sich aus einer Platine zusammen, die durch Drähte mit einem Digitaldisplay verbunden und in einem kleinen silbernen Koffer verborgen war. Die Gerätschaft wollte er am nächsten Tag dann ganz stolz seinem Techniklehrer präsentieren. Wie der 14-Jährige der US-Zeitung ‚Dallas Morning News’ verriet, kommentierte der diese beeindruckende Leistung aber nur mit: „Das ist wirklich nett. Ich würde dir raten, sie keinem anderen Lehrer zu zeigen.“ Im Englisch-Unterricht fing die Uhr jedoch zu piepen an. Die Lehrerin fühlte sich dadurch gestört und wollte wissen, was dahinter steckt. Als er ihr die Uhr präsentierte, hätte sie ihm gesagt: „Sie sieht wie eine Bombe aus“, so Mohamed. Dann habe sie die Konstruktion einbehalten.

In der sechsten Stunde wurde der Junge schließlich von seinem Direktor aus der Klasse geholt und in einen Raum mit fünf Polizisten gebracht. Dort sei er zu der Uhr befragt worden. Außerdem hätten die Beamten seine privaten Sachen durchsucht. Da hieß es dann: „Du hast also versucht, eine Bombe zu bauen?“ Alle Versicherungen seinerseits, dass das nicht der Fall sei, wären aber umsonst gewesen. Daraufhin habe man ihn in Handschellen in das Polizeihauptquartier abgeführt. Dort durfte er seine Eltern erst anrufen, als das stundenlange Verhör vorbei war und erst dann endlich wieder nach Hause gehen. Der Junge erklärte zu dem Vorfall: „Ich habe nichts Falsches getan. Ich habe nur meinen Lehrern etwas gezeigt und werde daraufhin später am Tag verhaftet.“ Nach der Veröffentlichung des Falles wurde die Schule und die Polizei von Texas in den sozialen Medien attackiert.

Mohamed Elhassan Mohamed, der Vater des 14-Jährigen klagte außerdem an: „Mein Sohn wurde festgenommen, weil er Mohamed heißt und wegen des 11. Septembers.“ Die Schule selbst ist sich keiner Schuld bewusst und weigert sich, den Fall zu kommentieren. Auch die Polizei hat sich bisher nicht bei dem Jungen entschuldigt. Stattdessen bekommt der 14-Jährige Zuspruch von anderer Seite. Niemand Geringeres als US-Präsident Barack Obama (54) hat ihn jetzt nämlich via Twitter ins Weiße Haus eingeladen und erklärt: „Coole Uhr, Ahmed. […] Wir sollten mehr Kinder wie dich für die Wissenschaft begeistern. Das macht Amerika groß.“

Klein-Ahmed wegen Uhr festgenommen: Nun meldet sich auch Mark Zuckerberg

Und auch Mark Zuckerberg (31) hat sich mittlerweile mit dieser Botschaft gemeldet: „Das Talent und den Ehrgeiz zu haben, etwas Cooles zu erschaffen, sollte mit Applaus gewürdigt werden, nicht mit Verhaftung. Die Zukunft gehört Menschen wie Ahmed. Wenn du je bei Facebook vorbeikommen willst, würde ich mich freuen, dich zu treffen.“ Hoffentlich trösten diese intelligenten Gesten den Jungen über den Irrsinn hinweg, den er leider durchleben musste. Ahmed Mohamed will seinen Angaben nach jetzt übrigens die Schule wechseln…(CS)

Fotos: Twitter, WENN.com