Freitag, 18. September 2015, 22:21 Uhr

Inka Bause über den neuen Job: "Ich bin in puncto Sentimentalität kaum zu überbieten"

Am Samstagabend startet bei RTL die neue Staffel der bizarren Castingshow ‘Das Supertalent’, bei der Vollprofis aus aller Welt auf Laien aus der deutschen Provinz treffen. In 14 Folgen präsentieren die unterschiedlichsten skurrilen, lustigsten, faszinierendsten Talente auf der großen TV-Show-Bühne ihr Können.

Inka Bause über den neuen Job: "Ich bin in puncto Sentimentalität kaum zu überbieten"

“Hochemotionale”, perfekt vom Cutter inszenierte Momente, in denen Menschen über sich hinauswachsen dürfen, in denen Träume sich verwirklichen und unbekannte Menschen zum Star werden. Und wenn auch nur für 5 Minuten vor der Jury von Inka Bause, Bruce Darnell und Dieter Bohlen. In diesem Jahr war die Produktion in über 40 Städten in Deutschland, der Schweiz und Österreich unterwegs, um Talente für die Show zu finden. Die Aufzeichnungen der Castings fanden im August 2015 im Colosseum Theater in Essen und im Musicaltheater in Bremen statt.

Inka Bause, Fernsehliebling aus der TV-Dating-Posse ‘Bauer sucht Frau’, sitzt erstmals neben Dieter Bohlen uud im Interview mit RTL plauderte sie über ihren neuen Job als Jurorin, die durchaus größere Unterhaltungs-Qualitäten aufweist als ihre Langweiler-Vorgängerinnen auis den vergangenen Staffeln, bei denen Schönheit offenbar dem verbalen Output Vorrang gegeben wurde. Ja, das alles könnte mit Inka Bause anders werden.

Inka Bause über den neuen Job: "Ich bin in puncto Sentimentalität kaum zu überbieten"

Wie gefällt es Ihnen als neues Jurymitglied?
Es ist super zwischen Dieter und Bruce zu sitzen, sie sind alteingesessene Profis. Am ersten Tag war ich sehr aufgeregt, denn es ist alles neu für mich. Ich musste mich erst mal reinfuchsen und nun ist es für mich, als hätte es nie eine andere Jury gegeben.

Wie ist Ihr Verhältnis zu einander in der Jury?
Wir verstehen uns super, besonders mit Dieter, sonst könnten wir das nicht machen. Ich glaube, er hat einen großen Teil dazu beigetragen, dass auch ich Mitglied der Jury sein darf. Ihm wird immer nachgesagt, dass er schwierig sei, aber ich mag Menschen die quer denken und ihre eigene Persönlichkeit haben.

Wie sieht Ihre Rolle der Jurorin aus?
Es ist schon schwer, mich in puncto Sentimentalität zu überbieten. Ich bin ein sehr sensitiver Mensch und bekomme schnell vor Rührung Gänsehaut. Andererseits fühle ich mich von gewissen Leuten veralbert, die sich fälschlicherweise einbilden ein Talent zu haben. Ich kenne mich mit Musik aus und mache den Job seit vielen Jahren. Aber ich bewundere jeden, der den Mut hat auf der Bühne vor so vielen Zuschauern zu stehen. Die Leute bekommen dann auch von mir positive Energie und Wohlwollen, Dieter ist in der Hinsicht strenger. Er ist ein erfahrener Profi und gibt mir manchmal auch einen Wink, wenn wir von Kandidaten veralbert werden. Ich bin dann in meinem Alter wieder der junge Hase, der vom alten Hasen lernt. Es macht mir unglaublich viel Spaß!

Inka Bause über den neuen Job: "Ich bin in puncto Sentimentalität kaum zu überbieten"

Was sind ihre Highlights?
Da ist z.B. ein Paar dabei bestehend aus über 80-jährigen Dame und einem Anfang 40-jährigem Mann. Man erwartete von dieser Kombination einen langsamen Walzer oder vielleicht einen Foxtrott, aber plötzlich flog die Dame über die Bühne. Sie haben fast eine Artistennummer daraus gemacht, das hat mich sehr begeistert und auch überrascht. Beim „Supertalent“ ist es wie im Leben, wir sind alle voreingenommen, erwarten etwas und werden dann oft eines Besseren lehrt. Wenn kleine Kinder auf die Bühne kommen, dann schlägt natürlich mein Mutterherz höher, die wickeln mich manchmal ganz schön ein. Ich mag es aber auch, wenn ältere Menschen den Mut haben mit 70 Jahren die Bühne zu rocken. Das ist auch das Besondere am Supertalent, es ist nicht nur eine Sendung für 20-30 Jährige, jeder kann dabei sein. Diesen Mut honoriere ich dann auch in meinem Urteil.

Welche Talente gefallen Ihnen am besten?
Ich sage immer: Wenn jemand sich mit seinem Manuskript an einen Verlag wendet, dann sagt der Verleger auch nicht stöhnend, dass die Bücherläden bereits ausgelastet seien. So ist es auch bei den Sängern, aus denen ein großer Teil der Bewerber besteht. Da sind Talente dabei, die man noch nie gesehen oder gehört hat. Auch bei meinen Bauern ist nie das Gleiche in 10 Jahren passiert, denn Menschen sind Unikate und Persönlichkeiten. Man sieht den ganzen Tag viele potentielle Talente, muss sich dabei immer auf etwas einlassen, das ist nicht einfach. Aber man muss sich immer das offene Herz bewahren!

Inka Bause über den neuen Job: "Ich bin in puncto Sentimentalität kaum zu überbieten"

Welche Art von Talenten finden Sie nicht so gut?
Ich mag es gar nicht, wenn man sich Spritzen in die Arme steckt, Fäden aus dem Körper zieht, in Strapsen auf der Bühne steht oder ein Bärtchen aus den 30er Jahren trägt. Zum Glück habe ich einen roten Buzzer und mache auch davon Gebrauch. Es gibt natürlich schon chaotische Geschichten und auch Leute, die einfach nur mal Dieter sehen wollen. Man erhofft sich eine riesige Nummer, aber dann kommt jemand, der es halt nicht so ernst meint. Das ist auch okay, wir machen Unterhaltung, die soll Spaß machen und abwechslungsreich sein. Wenn man dann drei Opernsänger gehört hat, dann freut man sich auch mal über einen schrägen Vogel, der auch ein bisschen Blödsinn macht. Das ist dann auch erholsam.

Neben „Das Supertalent“ und „Bauer sucht Frau“ sind Sie im Herbst/Winter auch in der Doku „1983 –(Kein) bisschen Frieden“ gemeinsam mit Peter Kloeppel zu sehen. Worum geht es?
Ich freue mich, dass ich mit Herrn Kloeppel, der Koryphäe des RTL-Journalismus und Ikone des Senders, eine gemeinsame Doku drehen darf. Die wird im Umfeld der RTL-Eventserie „Deutschland 83“ ausgestrahlt. In der Doku geht es um die Ereignisse des Jahres 1983, das kein leichtes Jahr war – es herrschte Kalter Krieg, wir standen kurz vor dem Atomkrieg und trotzdem war es bunt und schrill auch musikalisch. Peter beleuchtet in der Dokumentation die politische und ich die verrückte, kulturelle Seite. Ich durfte tolle Leute wie z.B. Udo Lindenberg oder Nena treffen. Das ist etwas ganz Tolles, ich habe ich mich wirklich hineingekniet und konnte dort auch eine andere Seite von mir zeigen.

Inka Bause über den neuen Job: "Ich bin in puncto Sentimentalität kaum zu überbieten"

Fotos: RTL/ Stefan Gregorowius, Frank Hempel. Alle Infos zu ‘Das Supertalent’ im Special bei RTL.de.