Mittwoch, 23. September 2015, 15:47 Uhr

Samuel Koch: Neues Buch "Rolle vorwärts" kommt Anfang Oktober

Seit dem Erscheinen der Biografie ‘Zwei Leben’ von Samuel Kochim Jahr 2012 ist viel Zeit vergangen: Zeit voller absurder Erlebnisse, überraschender Begegnungen und Erfahrungen, die Samuel gezeigt haben, dass das Leben trotz Rollstuhl manchmal weiter geht, als man denkt.

Samuel Koch: Neues Buch "Rolle vorwärts" kommt Anfang Oktober

Am 5. Oktober wird sein neues Buch mit dem zwedeutigen Titel ‘Rolle vorwärts’ im Adeo Verlag veröffentlicht. “Hätte ich von Anfang an gewusst, dass ich so lange Zeit fast vollständig gelähmt verbringen muss, ich wäre davon gelaufen. Aber ich habe auch viele Stunden erlebt, die schön und glücklich waren und die mir gezeigt haben, dass das Leben manchmal weiter geht, als man denkt“, so der 27-jährige Schauspieler, der auf ein Leben im Rollstuhl angewiesen ist (auf unserem Foto mit seiner Verlobten Sarah Elena Timpe).

Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich Samuel Koch mit scheinbar endloser Energie und nicht totzukriegendem Humor seit seinem Unfall bei ‘Wetten, dass …?’ Ende 2010 nun also rollend statt Saltos schlagend durchs Leben, absolviert ein Schauspielstudium „ohne Körper“, lernt gefühlt die Hälfte der deutschen Bevölkerung kennen und erlebt dabei Überraschendes und Schockierendes, Absurdes und Seligmachendes. Nun hat er über diese Zeit geschrieben.

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Koch weiter: “Ich habe jeden Tag Gründe zum Lachen, tiefgehende Gespräche, lohnende Herausforderungen. Ich bekomme und gebe hoffentlich viel Liebe. Den negativen Dingen, die ebenfalls täglich da sind, gestehe ich einfach nicht viel Wichtigkeit zu. Nicht zuletzt durch das Schauspielstudium habe ich gelernt, mich darauf zu konzentrieren: ‘Was kann ich?’ statt ständig zu fragen: ‘Was kann ich nicht?'”

In dem Buch schreibt er aber auch über für uns gesunde Menschen geradezu banale Dinge wie diese: “Der dämliche Unfall hat mir diese ganze Niesfreude verdorben. Niesen ist jetzt gänzlich unbefriedigend geworden. Der Niesreiz existiert zwar nach wie vor, jedoch ist meine Atemhilfs- und Zwischenrippenmuskulatur (in der Schauspielschule immer als Zwirimu bezeichnet) gelähmt. Dadurch produziere ich statt eines herzhaften, befreienden Niesens nur einen sanften Lufthauch, der kaum spürbar meine Atemwege verlässt.” Wenn es gelinge, dass jemand “synchron zu meinem Niesreflex herbeieilt” und ihm den Brustkorb so zusammenpresst – wie die ‘Bild’-Zeitung vorab zitiert – so  dass das Niesen wieder “seinen eigentlichen Zweck erfüllt, so ist das wie Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammen. Ein wahrer Glücksmoment.”

Fotos: WENN.com, Adeo