Freitag, 25. September 2015, 21:17 Uhr

Jennifer Weist über ihren Moderationsjob, neue Tattoos und mehr

Jennifer Weist, Frontfrau der Erfolgsband Jennifer Rostock, ist den wenigsten als Moderatorin bekannt. Die 28-Jährige moderiert jetzt die Sendung ‘Update Deluxe’ für den deutschen Fernsehsender Deluxe Music. Die Show wurde im Dezember 2014 erstmals ausgestrahlt.

Jennifer Weist über ihren Moderationsjob, neue Tattoos und mehr

Gerade drehte die Musikerin mit dem Team der „Superpraktikanten“ für den neuen UHD-Testkanal UHD1. Beim „Superpraktikum in Ultra HD“ hat ein kreatives und motiviertes Talent die Aufgabe und Chance, tagtäglich tolle Bilder und Geschichten in Ultra HD zu drehen und zu erzählen. Der Content wird für den UHD-Demo-Kanal sowie für YouTube, Facebook und andere digitale Kanäle produziert. In einer Drehpause nahm Geraldine, Showexpertin bei klatsch-tratsch.de, die ultrasympathische Jennifer für ein paar Fragen zur Seite.

Du moderierst die Sendung Update Deluxe, worum geht es genau?
Wir stellen vor allem neue Musik vor, aber nicht nur. Wir greifen auch Themen auf wie zum Beispiel, wenn Madonna gerade auf Tour ist. Und selbst wenn sie mal gerade keinen neuen Song hat, dann spielen wir trotzdem auch Madonna… (lacht)

Du bist ja eigentlich Musikerin und hast jetzt als zweites Standbein die Moderation dazu genommen. Könntest du dir vorstellen, auch Sendungen, die nichts mit Musik zu tun haben, zu moderieren?
Ja, aber ich bin sehr froh, dass ich etwas mit Musik moderiere und mich auch einbringen darf mit Musik, die ich auch persönlich gut finde. Da ich schon einige Bands getroffen habe, gibt es auch immer lustige Geschichten zu erzählen. Ich würde übrigens auch gerne Liveshows moderieren.

Wie lang machst du schon Musik und könntest du für Moderation auf diese verzichten?
Ich mache Musik seit meinem dreizehnten Lebensjahr, als ich meine erste Band hatte. Seitdem mache ich auch Musik mit meinem Keyboarder, den ich
schon seit dem Kindergarten kenne. Wir machen schon seit 15 Jahren zusammen Musik und das würde ich niemals aufgeben. Das ist mein Herz und meine Seele. Wenn das nicht mehr wäre, dann gebe es Jennifer nicht mehr.

Gab es jemals einen Plan B in deinem Leben?
Nein und ich glaube den darf man auch nicht haben, wenn man im künstlerischen Bereich erfolgreich tätig sein möchte. Denn man muss zu 100 Prozent dafür einstehen. Man braucht hundertprozentige Konzentration.

Du wirkst für viele Männer sehr emanzipiert. Wie würdest du dich selbst beschreiben?
Schwierig zu beantworten. Emanzipiert ist nicht das richtige Wort. Ich bin selbstbewusst, ich weiß was ich kann und was nicht. Ich würde mich auch
als selbstreflektiert beschreiben. Ich kann auch sehr impulsiv sein und kann auch explodieren, aber wenn man diese Eigenschaft hat, muss man sich auch entschuldigen können. Das kann ich zum Glück.

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Du hast dich bei einem Konzert obenrum ausgezogen. Was war der Hintergrund?
Es gibt eine Bewegung die nennt sich “Free the Nipple”. Bei der geht es darum, dass Frauen ihre Oberkörper genauso nackt zeigen dürfen und sollten, wie Männer das auch dürfen. Das finde ich gut. Ich hab auch mit Frauen gesprochen, die das nicht so sehen, welche meinten ich sei ein schlechtes Vorbild,  blabla. Ich sehe das ist nicht so. Ich bin der Meinung, dass man als Frau mit sich und dem eigen Körper zufrieden sein sollte und das auch zeigen darf. Das sollte nicht heißen, “streckt allen eure Brüste entegegen und schreit Gleichberechtigung”. Es gibt sehr wenige Frauen in der
Musikbranche, die sich zum Beispiel zu politischen Themen öffentlich äußern. So, als ob sie keine Meinung hätten. Das nervt mich und wenn mich
etwas nervt, dann ist die Kunst, in dem Fall für mich die Musik, mein Ventil auf Themen aufmerksam zu machen. Und warum sollte ich das auf der Bühne nicht kundtun dürfen. Ich sage ja auch “geht raus auf die Straße gegen Ausländerfeindlichkeit”!

Du hast als Künstlerin auch eine Vorbildfunktion. Hast du eine Message an junge Mädchen?
Ich glaube, dass viele junge Mädchen nicht wissen, was sie in ihrem Leben machen sollen. Viele schreiben mir, dass sie keine Perspektiven in
ihrem Leben sehen. Mir ging es auch so. Ich habe lernen müssen, das man sich Zeit nehmen muss für sich. Zeit, um sich darüber klar zu werden,
wer man ist, was man will und wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen. Am besten setzt man sich hin und bringt es zu Papier. Mir half das sehr. Das Thema Zeit spielt bei allem eine große Rolle. Sexualität, Berufswahl etc. Damit man in 10 oder 20 Jahren in den Spiegel sehen kann und sagen kann, “ich liebe wer ich bin und was ich mache”. Das sind wichtige Punkte im Leben und wenn du das sagen kannst von dir, dann ist das Glück. Das ist das Ziel des Lebens.

Jennifer Weist über ihren Moderationsjob, neue Tattoos und mehr

Du hast überraschenderweise auch an einem Casting teilnehmen müssen für die Moderation von Deluxe Music. Wie war das für dich?
Ich war anfangs etwas überrascht, aber ich fand es gut, dass ich mich beweisen durfte.

Haben deine Tattoos eine bestimmte Bedeutung?
Ja, jedes einzelne. Ich habe einen “Familien-Arm” und einen “gute Eigenschaften-Arm”. Aber genau möchte ich das nicht erzählen, da es sehr privat ist. Mein Körper ist mein Tagebuch.

Kommt noch mehr dazu?
Ja, obwohl viel Platz gibt es nicht mehr (lacht).

Sind Tatoos eine Sucht?
Ich sehe das anders. Ich fühle mich so, als wäre ich so geboren und würde es nun vollenden.

Wann bekamst du dein erstes Tattoo und was haben deine Eltern dazu gesagt?
Ich war dreizehn und meine alleinerziehende Mutter musste da durch. Ich habe sie mit Sprüchen wie zum Beispiel “ich geh zu jemanden privat
und lass mich dann einfach so tätowieren” erpresst (lacht). Da musste sie einfach Ja sagen. Ich habe dann erst mit neunzehn weitergemacht, als ich mein erstes eigenes Geld verdient habe.

Welches deiner Tattoos, war dein Erstes?
Das war ein “Arschgeweih” (lacht laut), ich habe es jedoch auf den ganzen Rücken erweitern lassen und es ist nun die Wurzel eines Baumes. Ich
finde es allerdings immer noch beschissen und würde es gerne wegmachen lassen. Ich hab das damals schon nach zwei Wochen bereut.

Was hast du 2015 noch vor?
Das ist nicht mehr so lange… Also nach dem heutigen Dreh fahre ich nach Nürnberg auf Vorproduktion mit Jennifer Rostock, denn wir machen
wieder ein neues Album, und dann ist Weihnachten. Und Weihnachten ist geil, denn da kann ich abhängen (lacht). Mehr habe ich dieses Jahr nicht mehr vor.

Fotos: klatsch-tratsch.de/Alena Brieler